Wie entwickelt sich das Geschäft für das Baugewerbe heuer in Salzburg? Gibt es bereits Anzeichen für eine Erholung?
Heuer ist die Situation in Salzburg gut. Der Tourismus, vor allem die Seilbahnwirtschaft, ist der Motor im Pinzgau und im Pongau. Die neue Wohnbauförderung entwickelt sich im Mietwohn- und Mietkaufbereich gut. Der Eigentumsbereich schwächelt. Hier erwarte ich auch keine kurzfristige Besserung. Der Gewerbebau kommt schön langsam auf Touren. Die Erholung war da. Sie wird jedoch zurzeit durch die Irankrise gestört und, wie es aussieht, zerstört.
Was stimmt Sie zuversichtlich, was nachdenklich?
Wir reden von der Energiewende. Dies kann nur mit dem Bau geschehen. Wasserkraftwerke gehören gebaut. Windräder brauchen Fundamente und Leitungen. Solarfelder brauchen Fundamente und Leitungen. Mit der erneuerbaren Energie brauchen wir ein stärkeres Netz, das gebaut werden muss. Die bestehenden Gebäude sind wärmetechnisch schlecht und gehören revitalisiert. Wir benötigen Wohnraum. Die Umsetzung all dieser Baumaßnahmen scheitert aber, weil die Politik und die Gesellschaft sie verneinen. Wen sich das nicht ändert und die Politik weiter nicht weiß wie der Weg für die Erreichung dieser Ziele gebaut werden muss, sehe ich nicht viel Licht am Horizont.
Was erwarten Sie sich heuer von der Politik? Welche Maßnahmen sollte sie setzen, um die Bauwirtschaft zu unterstützen
Ich erwarte mir von der Politik, dass sie endlich Nägel mit Köpfen macht. Wir haben nichts von einer Ankündigungspolitik. Die Versprechen müssen umgesetzt werden. Wenn Energiewende, dann Umsetzung der Windkraft in Salzburg und rascher Ausbau der Wasserkraft. Die Politik steht zum öffentlichen Verkehr und zur Bahn. Warum dauert dann der Bescheid für den Ausbau der Bahn im Flachgau bis 2030. NGOs haben sicher ihre Berechtigung. Dass sie jedoch Bauten, die von höchstem staatlichem Interesse sind, verzögern und sogar verhindern können, stimmt mich bedenklich. Wichtig ist, dass die Politik endlich begreift, dass sie agieren und nicht reagieren muss.