„Es braucht eine leistungsfähige Bahn, um die künftigen Anforderungen an die Mobilität der Menschen langfristig zu meistern. Dazu gehören neben den großen Vorhaben für den internationalen Personen- und Güterverkehr auch Reinvestitions- und Attraktivierungsmaßnahmen am gesamten Netz und insbesondere in moderne Bahnhöfe und attraktiven Nahverkehr für die Pendler*innen.“
Kräftig investiert
Die allgemein gehaltene Aussage von Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding, trifft auf ein heimisches Bundesland ganz besonders zu: Oberösterreich. Während die mächtigen Tunnelprojekte am Semmering und am Brenner für die großen Schlagzeilen sorgen, wird in Oberösterreich mit etwas weniger Medienrummel nicht heimlich aber leise in das Bahnnetz investiert: Neben dem viergleisigen Ausbau der Weststrecke steht die Modernisierung von Stationen, zwei Elektrifizierungs-Projekte und die Erneuerung der Sicherungstechnik am Programm.

„Investitionen in das österreichische Bahnnetz sind nicht nur eine essenzielle Voraussetzung für die Mobilitätswende, sondern auch ein wichtiger Motor für die heimische Wirtschaft“, meint auch Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.
Aus zwei mach vier
Das wohl wichtigste aktuelle Schienenvorhaben im Land ob der Enns ist der Ausbau der Weststrecke zwischen Linz und Wels. „Vier Gleise schaffen mehr als zwei“ – das ist die Devise für das Ausbauprojekt. Diese Verdopplung der Schienenkapazitäten ist dringend notwendig: Ein Drittel aller Züge in Österreich fährt auf der Weststrecke. Und dies, obwohl die Weststrecke nur rund 10 Prozent des Streckennetzes ausmacht. Damit ist die Weststrecke die Hauptschlagader der österreichischen Bahn. Sie bündelt den gesamten Bahnverkehr zwischen der Schweiz, Deutschland und Westösterreichs von und nach Wien und weiter nach Budapest. Im Abschnitt Linz-Wels fahren 400 bis 450 Züge pro Tag.

Für den viergleisigen Ausbau des 24 Kilometer langen Abschnitts von Linz nach Wels haben die ÖBB die stattliche Summe von 954 Millionen Euro veranschlagt. An der Ausführung beteiligt sind in den diversen Bauabschnitten eine Reihe von Unternehmen – darunter Hochtief Infrastructure Austria, Hasenöhrl Bau, Hans Bodner Bau, Rhomberg Sersa Rail Group oder die Strabag.
Mehre Teilprojekte
Seit dem Spatenstich im Jahr 2024 wird an mehreren Teilprojekten gearbeitet: Aktuell baut man an der Westseite des Linzer Hauptbahnhofes, zwischen Linz und Marchtrenk sowie zwischen Marchtrenk und Wels. Der Abschnitt Linz Verschiebebahnhof West – Linz Signalbrücke östlich des Linzer Hauptbahnhofes befindet sich in der Planungsphase.
Durch den Ausbau auf vier Gleise sollen in Zukunft deutlich mehr Personen und Güter befördert werden. Das aktuell noch zweigleisige Nadelöhr zwischen Linz und Wels wird mit dem Ausbau aufgehoben. „Wir investieren und setzen ein starkes Zeichen für die nachhaltige und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur Österreichs. Diese Modernisierung der Weststrecke zwischen Linz und Marchtrenk ermöglicht es uns, noch mehr Menschen und Güter umweltfreundlich und effizient zu transportieren,“ sagt ÖBB-CEO Matthä.
Das zweite Highlight
Beim zweiten Bahn-Highlight aus oberösterreichischer Sicht handelt es sich um die Modernisierung der Innkreisbahn. Bis Ende 2029 wird die Strecke vollständig elektrifiziert. „Das bringt mehr Komfort für Fahrgäste und ist ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz in Oberösterreich“, so die ÖBB. Am Bahnhof Ried im Innkreis erfolgte im April der offizielle Baustart mit dem Spatenstich.

Aus Sicht der ÖBB ist die Elektrifizierung der Innkreisbahn „eine wichtige Klimaschutzinitiative“. Die gesamte Strecke wird auf einer Länge von rund 55 Kilometern mit einer Oberleitung ausgerüstet. Insgesamt werden in den nächsten Jahren rund 1.200 Oberleitungsmasten und 68 Kilometer Fahrdraht errichtet. Ein neuer Schaltposten sowie ein neues Unterwerk sollen den zuverlässigen Betrieb entlang der Strecke gewährleisten. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 87,3 Millionen Euro.
Strom für Komfort
Ab Ende 2029 soll die Strecke dann mit modernen, elektrischen Zügen befahren werden können. Davon profitieren nicht zuletzt die Fahrgäste. „Mit der Elektrifizierung der Innkreisbahn setzen wir einen wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung des regionalen Zugverkehrs in Oberösterreich“, meint Mobilitätsminister Hanke. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind gezielte Investitionen in ein nachhaltiges und leistungsfähiges Schienennetz wichtig. Wir investieren gezielt in jene Projekte, die den größten Mehrwert für die Region und Fahrgäste bringen.“
