Ernst Strasser über seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr:

Wir gehen heuer von einer leichten Verbesserung gegenüber 2025 aus. Impulse sehen wir vor allem im Einfamilienhausbau. Im zweiten Halbjahr 2025 haben wir hier Zuwächse verzeichnet, etwa bei Kellerfenstern und Lichtschächten. Offenbar haben sich viele an das Kreditniveau gewöhnt und setzen ihren Traum vom Eigenheim um – teilweise in kleineren Dimensionen, um die Kosten im Griff zu behalten. Einen echten Aufschwung erwarten wir jedoch noch nicht, eher eine Stabilisierung mit leichter Tendenz nach oben.

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Wohnbau, Industriebau und Regenwasser

Über ein Segment, das Aco verstärkt bearbeiten will:

Wir haben ein breites Applikationsfeld. Neben dem Wohnbau sind wir etwa im Industriebau, bei Logistikflächen oder im Bereich der Regenwasserbewirtschaftung aktiv. Diesen Bereich wollen wir in Zukunft forcieren. Es geht hier um Grundwasserschutz über ein modernes Regenwassermanagement. Durch den Klimawandel nehmen Starkregenereignisse zu, gleichzeitig steigt die Versiegelungsquote. Regenwasser kann oft nicht mehr vor Ort versickern. Das führt bei Großregenereignissen wie einem 100-jährigen Regenereignis zu sehr hohen Oberflächengeschwindigkeiten und starken Überflutungen. In Trockenperioden sinkt dagegen der Grundwasserspiegel.

Was das konkret bedeutet:

Wir sprechen hier von einer wertvollen Ressource. Es geht darum, das Regenwasser, das auf Flächen fällt, nicht nur zu sammeln, sondern entsprechend den normativen und behördlichen Auflagen zu reinigen und an Ort und Stelle wieder zur Versickerung zu stellen. Und solche Systeme sind unser strategisches Ziel, sie werden auch von der Behörde gefordert. Ein Bauwerber in Österreich, der ein Bauvorhaben realisieren will, muss sich um das Regenwasser kümmern und benötigt dafür einen wasserrechtlichen Bescheid. Ohne diesen kann ein Projekt nicht in Betrieb gehen. Unsere Projektberater arbeiten hier eng mit Architekt*innen und Fachplaner*innen zusammen, dimensionieren Infiltrationsanlagen und entwickeln modulare Systeme, die je nach Fläche, Bodenbeschaffenheit und Regenereignis angepasst werden können.

Welche Bedeutung das Thema Regenwasser für Aco hat …

Wir bleiben bei unserer Strategie: Wenn der Wohnbau wieder anspringt, werden wir weiterhin Wohntürme und andere Projekte mit unseren Entwässerungslösungen ausstatten. Das Regenwassermanagement ist aber ein wachsendes Segment. Klassische Grünmulden, wie man sie etwa bei Parkplätzen findet, benötigen viel Fläche und entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Unsere unterirdischen Systeme helfen, sparsam mit den Flächen umzugehen. 

… und welche die blau-grüne Infrastruktur:

Die blau-grüne Infrastruktur spielt für uns eine sehr große Rolle. Es geht hier darum, unsere Städte klimaresilienter zu machen. Stichwort Schwammstadtprinzip: Regenwasser wird gespeichert und zur Bewässerung genutzt, Bäume erhalten mehr Wurzelraum und können größere Kronen ausbilden, was zur Kühlung beiträgt. Wir arbeiten zudem an kühlenden Pflasterflächen und intelligenten Baumtrögen. In mehreren urbanen Projekten in Österreich wurden solche Lösungen bereits umgesetzt, aber hier besteht noch erhebliches Potenzial.

Was er sich von der Politik wünscht, um die Bauwirtschaft zu unterstützen:

Alles, was zur Belebung des Wohnbaus beiträgt, ist willkommen. Dazu zählt etwa eine Erhöhung der Wohnbauförderung und die schon oftmals besprochene Zweckwidmung der Wohnbauförderung. Die Prognosen aus Baugenehmigungen und Baustarts zeigen, dass Wohnraum knapp werden könnte. Politische Impulse können sowohl der Bauwirtschaft helfen als auch die steigende Nachfrage nach Wohnraum bedienen.

Was ihm besonders wichtig ist:

Die Gestaltung unserer Lebensräume liegt mir persönlich sehr am Herzen. Blau-grüne Infrastruktur und intelligentes Regenwassermanagement sind keine Randthemen mehr, sondern zentrale Zukunftsfragen. Mit unseren Technologien und unserer langjährigen Erfahrung wollen wir einen Beitrag leisten, um Städte widerstandsfähiger, lebenswerter und klimafitter zu machen.