Wer heute einen Handwerker sucht, stellt seine Frage zunehmend so, wie er sie einem Bekannten stellen würde. Statt zehn blauer Links erhält er fünf oder sechs konkrete Empfehlungen. Wer darin nicht vorkommt, wird nicht angefragt. Am 18. August 2026 habe ich Perplexity viermal gefragt, welchen Installateur die KI-Suchmaschine für eine Badsanierung in Wien empfiehlt. Zwei Abfragen erfolgten im regulären Browserfenster, zwei im Inkognito-Modus.
Vier Abfragen, drei verschiedene Antworten
| Abfrage | Quellen | Empfohlene Betriebe |
|---|---|---|
| Lauf eins (regulär) | 15 | GSHT, Gelbstein, BOGI, Kocer, Pappel |
| Lauf zwei (regulär) | 30 | Hochstern, Riedel, Randeks, PTAK, Kaindl |
| Lauf drei (inkognito) | 30 | identisch mit Lauf zwei |
| Lauf vier (inkognito) | 15 | Kocer, GSHT, B-GAS, IBISCH, Pappel, GasTherm |
Eine Antwort aus dem regulären Browserfenster und eine aus dem Inkognito-Modus waren wortgleich. An Cookies oder gespeicherten Daten lag es also nicht. Die anderen Ergebnisse hatten dagegen wenig gemeinsam. Zwischen Lauf eins und Lauf zwei gab es keine einzige Überschneidung. Ein Betrieb stand einmal an erster Stelle und fehlte in zwei anderen Durchgängen vollständig. Wer also nur einmal prüft, ob sein Betrieb vorkommt, weiß danach wenig. Eine heutige Empfehlung kann morgen fehlen, obwohl sich an der Website nichts geändert hat.
Wer die Wechsel überstanden hat
In meinem Test wurden drei Betriebe mehrfach genannt. Alle waren über mehrere Fundstellen vertreten: Zwei mit jeweils zwei Unterseiten ihrer Website, der dritte über die eigene Website und seinen WKO-Eintrag. Wer nur mit der Startseite auffindbar war, verschwand häufiger.
Auch die Quellen wechselten: Einmal stammte der Großteil von Betriebswebsites, im nächsten Lauf machte das WKO-Firmenverzeichnis die Hälfte aus, im dritten dominierten Branchenportale. Auf einen einzelnen Kanal ist also kein Verlass. Wer nur die eigene Website pflegt, verlässt sich ebenso auf Glück wie jemand, der nur auf Verzeichnisse setzt.
Die KI übernimmt, was auf der Seite steht
Ein Muster blieb in allen Durchgängen gleich: Aussagen der Betriebe wurden teilweise wörtlich übernommen, etwa „5,0 Sterne bei über 148 Google-Bewertungen“, „98,2 Prozent der Kunden empfehlen weiter“ oder „Meisterbetrieb mit über 25 Jahren Erfahrung“.
Die KI prüft solche Angaben nicht nach, sondern gibt sie wieder. Wer Qualifikationen, Leistungsumfang und Einzugsgebiet konkret nennt, kann damit zitiert werden. Was nicht auf der Website steht, kann auch nicht als Grundlage für eine Empfehlung dienen.
Selbst prüfen, aber richtig
Formulieren Sie die Frage wie eine Kund*in, mit Leistung und Ort, aber ohne Ihren Firmennamen. Wiederholen Sie die Abfrage mehrmals mit verändertem Wortlaut, damit Sie nicht erneut dieselbe gespeicherte Antwort erhalten. Prüfen Sie anschließend, ob Ihr Betrieb im Text und Ihre Website zumindest unter den Quellen vorkommt.
Fünf Tipps für die Sichtbarkeit in KI-Antworten
- An mehreren Stellen auffindbar sein. Die mehrfach genannten Betriebe hatten mehrere Fundstellen.
- Je Leistung eine eigene Seite erstellen. Wer nur mit der Startseite vertreten war, verschwand häufiger.
- Verzeichniseinträge pflegen. In einem Lauf stammte die Hälfte aller Quellen aus dem WKO-Firmenverzeichnis.
- Konkrete Fakten statt Werbesprache verwenden. Gründungsjahr, Meisterbetrieb und Einzugsgebiet werden wörtlich übernommen, Floskeln nicht.
- Mehrfach und unterschiedlich formuliert messen. Eine einzelne Abfrage ist kein Befund.
Der Autor

Christian Nejedly (linkedin.com/in/christian-nejedly) ist Inhaber von CNSolutions in Wien. Er unterstützt kleine und mittlere Betriebe bei ihrer digitalen Sichtbarkeit, von der Website über Suchmaschinen bis zur KI-gestützten Automatisierung.