Das nennt man dann wohl Beschleunigung: In Südostasien entsteht derzeit ein grenzüberschreitendes Schnellbahnsystem, das künftig die malaysische Stadt Johor Bahru mit dem Stadtstaat Singapur verbinden soll. Ziel ist es, den stark frequentierten Grenzübergang über den Johor-Singapore Causeway zu entlasten. Für die Überquerung der kurzen Bankstrecke werden heute oft mehr als eine Stunde benötigt. Die Vorgabe für die Zukunft: sechs Minuten. Das System ist für bis zu 10.000 Fahrgäste pro Stunde und Richtung ausgelegt – zu Stoßzeiten sollen die Züge im Abstand von 3,6 Minuten verkehren.
Wichtiges Projekt
Das Johor Bahru-Singapore Rapid Transit Systems (RTS) zählt zu den bedeutendsten Infrastrukturprojekten der Region. Die Umsetzung erfolgt mit Unterstützung aus Europa. Beim Bau kommen Vollkunststoffplatten des Schalungsanbieters Alkus zum Einsatz, der auch am österreichischen Markt tätig ist. Das verwendete Wandschalungssystem Altrad RMD Kwikform Minima gilt als besonders flexibel. „Genau diese Flexibilität ist ein wesentlicher Grund, warum die Platte heute auf Baustellen rund um den Globus zu finden ist“, meint Daniel Keller, Geschäftsführer der Alkus AG. Zudem widerstehen die Platten UV-Strahlung, Feuchtigkeit und extreme Temperaturen – was sie für den Einsatz im feuchtheißen Klima Südostasien prädestiniert.

Das RTS-Projekt ist eines von zahlreichen spektakulären Vorhaben an dem die Schalungsanbieter derzeit beteiligt sind. Das Spektrum reicht vom Schnellbahnprojekt in Südostasien über Brückenbauten in Oberösterreich, Bayern und Dänemark, einem Kraftwerksbau in Mittelfranken und einem Büroquartier in München bis zu einem Parkhausbau am Perth International Airport in Australien.
110 Meter lange Brücke
Hoch in die Luft geht es auch bei der Generalsanierung der Wildbergbrücke nördlich von Linz, die mit Unterstützung des heimischen Schalungskonzerns Doka durchgeführt wird. Die 1970 errichtete Wildbergbrücke ist Teil der B126 Leonfeldener Straße, einer wichtigen Verbindung zwischen Linz und dem nördlichen Mühlviertel. Aufgrund von Frostschäden an der Tragwerksuntersicht wird sie derzeit umfassend saniert. Für die Arbeiten an der rund 110 Meter langen Brücke lieferte Doka ein bis zu 25 Meter hohes Arbeitsgerüst.
Kern der Gerüstlösung ist eine eigens für das Projekt entwickelte, selbsttragende Bogenkonstruktion aus dem Modulgerüst Ringlock. Der modulare Aufbau des Systems ermöglichte eine Tragwerkskonstruktion, die einen Großteil der Lasten innerhalb des Gerüstsystems ableitet. „Dadurch waren rund 60 Prozent weniger Ankerstellen im Brückenbauwerk erforderlich. Das reduziert die Eingriffe in den Bestand und damit potenzielle Schwachstellen und erleichtert die anschließende Betoninstandsetzung und Beschichtung durch die ausführende Porr“, sagt man bei Doka. „Mit 17.329 Einzelkomponenten und einer Montagezeit von vier Wochen handelt es sich dabei um den bislang größten Ringlock-Einsatz von Doka in Österreich.“
Hochhaus in Bratislava
Beim Bau des Sky Park Tower in Bratislava liefert Doka eine integrierte Schalungslösung, darunter Selbstkletter- und Schutzsysteme. Der von Zaha Hadid Architects entworfene Tower ist das fünfte und letzte Hochhaus des Sky Park-Ensembles – eines der wichtigsten Stadterneuerungsprojekte Bratislavas, das auf einem ehemaligen Industrieareal entsteht. Mit einer Höhe von knapp 125 Metern wird der Tower das höchste Gebäude des Quartiers sein und umfasst 33 oberirdische sowie fünf unterirdische Geschosse.

Der markante Grundriss besteht aus zwei sich überschneidenden Kreissegmenten. Zwischen dem 7. und 30. Obergeschoss verkleinert sich die Geschossfläche kontinuierlich, wodurch sich auch die Deckengeometrie laufend verändert. Das stellt die eingesetzten Schalungssysteme vor besondere Herausforderungen: Sie müssen sich während des Baufortschritts flexibel an die jeweilige Geometrie anpassen, ohne den Bauablauf zu beeinträchtigen. Für den Bau des zentralen Gebäudekerns liefert Doka die Selbstkletterschalung Xclimb 60 in Kombination mit der Trägerschalung Top 50.
Bis zu 600 Tonnen

Im süddeutschen Inkofen, in der Pfalz, wurde eine 38 Meter lange und 5 Meter breite Brücke samt Widerlager über den Amperkanal neu hergestellt. Das Gesamtgewicht der Brückenkonstruktion beträgt etwa 350 Tonnen, gemeinsam mit den Widerlagern sogar rund 600 Tonnen. Für den Bau setzte die ausführende Hagn Umwelttechnik auf das multifunktionale Schalungssystem Formkit des oberösterreichischen Schalungsspezialisten Ringer. Es basiert auf modularen Standardteilen, die abgestimmt auf das jeweilige Projekt konfiguriert werden. „Gerade im Brückenbau und bei projektbezogenen Sonderbauteilen liegt der Vorteil darin, dass sich auch komplexe Geometrien wirtschaftlich mit Standardkomponenten abbilden lassen“, so die Experten von Ringer.
Schalung im Strandbad
Ebenfalls in der Pfalz, in der Gemeinde Frankenthal, entsteht derzeit auf einem ehemaligen Fabrikgelände mit dem Strandbad Quartier ein modernes Wohnbauprojekt mit 341 Wohnungen in 19 Gebäuden. Die Schalungslösungen, die Ringer für dieses Projekt liefert, reichen von Einzel- und Streifenfundamenten über Bodenplatten, Wände und Stützen bis zur rund 2.600 Quadratmetern großen Tiefgaragendecke.

Flexibilität war bereits bei den Fundamentarbeiten gefragt. Die 50 Zentimeter hohen Streifenfundamente wurden mit liegenden Alu Master Elementen im Format 270 × 60 Zentimeter geschalt. Für die Gebäude und die Tiefgarage kamen außerdem zahlreiche Einzelfundamente in insgesamt acht unterschiedlichen Größen hinzu. Sie dienen unter anderem der Gründung späterer Stützen. Bei den 25 bis 40 Zentimeter starken Keller- und Tiefgaragenwänden sowie den Stützen setzte das Baustellenteam auf die Ringer-Systeme Alu Master und Stahl Master.
2.600 Quadratmeter Decke
Den größten zusammenhängenden Schalungsbereich bildet die 2.600 Quadratmeter große Tiefgaragendecke. Für ihre Herstellung stehen auf der Baustelle rund 555 Quadratmeter Aludek Schalelementfläche zur Verfügung. „Das geringe Gewicht der Aluminiumelemente erleichtert die Handhabung und beschleunigt das Ein- und Ausschalen. Gleichzeitig lässt sich die Moduldeckenschalung flexibel an Wände, Stützen, Unterzüge und wechselnde Grundrissbereiche anpassen“, erläutert man bei Ringer.

Etwas kleinere Ausmaße hat ein ganz besonderes Vorhaben, an dem Peri beteiligt ist. Das Familienunternehmen aus dem deutschen Weißenhorn weitet in Kenia sein Bildungsengagement aus. Mit dem Spatenstich Ende Juni 2026 hat im Stadtteil Kibera in Nairobi der Bau der dritten von PERI unterstützten Schule begonnen. Das Projekt entsteht gemeinsam mit der Global One Foundation und der Start Somewhere GmbH.
Platz für 385 Kinder
Bereits 2024 wurde dort die von PERI geförderte Global One Primary School eröffnet. Heute besuchen rund 385 Kinder vom Vorschulalter bis zur sechsten Klasse die Schule. Die hohe Nachfrage nach weiteren Schulplätzen und die erfolgreiche Zusammenarbeit der Projektpartner gaben den Ausschlag für den Bau einer weiterführenden Schule.Der Neubau wird Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 12 aufnehmen. Er ersetzt marode Bestandsgebäude und schafft sichere, moderne Lernräume für Jugendliche. Errichtet wird die Schule mit dem von Peri für den globalen Süden mitentwickelten Twistblock-System. Die Bauelemente werden direkt vor Ort produziert. „Das reduziert Transportwege, schafft Arbeitsplätze und stärkt die lokale Wertschöpfung“, so Peri.

Für reichlich Arbeit sorgt auch der Nordhavnstunnel in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Die besondere Lage und die Komplexität des 1,4 Kilometer langen Bauwerks stellt hohe Anforderungen an Organisation und Ausführung. Peri unterstützt das Projekt mit Schalungs- und Zugangslösungen sowie technischem Support.
Entlastung für den Verkehr
Der Nordhavnstunnel verläuft unter dem Svanemølle-Hafen und dem Kalkbrænderiløbet. Er verbindet die Stadtteile im Norden Kopenhagens direkt miteinander. Dadurch rückt das Nordhavn-Viertel als zentrales Stadtentwicklungsgebiet näher an die bestehenden urbanen Strukturen heran. Zugleich entsteht eine unterirdische Verkehrsverbindung, die den oberirdischen Verkehr entlastet und eine schnellere Durchquerung des Stadtgebiets ermöglicht.
Die neue Infrastruktur umfasst zwei getrennte Tunnelröhren mit insgesamt vier Fahrspuren und sorgt künftig für eine sichere Verkehrsführung. Der Bau des Nordhavnstunnel erfolgt in offener Bauweise, die eine schrittweise und präzise Umsetzung erlaubt. Gleichzeitig bietet sie laut Peri „gute Zugänglichkeit und sichere Arbeitsbedingungen – ein wesentlicher Vorteil im anspruchsvollen, innerstädtischen Umfeld“.

Die Branchenkollegen von Paschal waren ebenfalls in Dänemark aktiv. Im Rahmen des Infrastrukturprojekts Middelfartvey, einer bedeutenden Bahnverbindung zwischen Kopenhagen und Aarhus, stand die Errichtung mehrerer anspruchsvoller Brückenbauwerke an. Für eine der beeindruckendsten Konstruktionen waren beidseitig der Gleise jeweils 164 Meter lange Wände mit bis zu 10,50 Metern Höhe und 80 Zentimetern Wandstärke herzustellen. Das Besondere: Weder waagrechte noch senkrechte Arbeits- oder Betonierfugen waren erlaubt.
Macht, was es soll
Paschal stellte die passende Schalung und lieferte detaillierte Schalpläne, statische Berechnungen sowie komplette Lösungen für Bühnen und Abstützungen. Dabei waren strenge Vorschriften des Austraggebers aus dem Brückenbau bezüglich der Maßgenauigkeit und Sicherheitsstandards zu erfüllen, die mit einer lückenlosen Dokumentation geliefert werden musste. Projektleiter Jonas Romer von MJ. Eriksson A/S, dem ausführenden Bauunternehmen, zeigte sich angetan: „Das System macht genau das, was es soll.“

Das erhofft man sich auch vom Pumpenspeicherwerk im bayerischen Happurg, das derzeit mit Unterstützung von Paschal modernisiert wird. Das Werk wurde 2011 wegen Schäden am Oberbecken abgeschaltet und soll wieder in Betrieb genommen werden und 160.000 Menschen mit Strom versorgen. Dazu wird Wasser aus dem Happurger See in das Oberbecken hochgepumpt. Bei wenig Sonneneinstrahlung oder Wind kann der gespeicherte Strom wieder erzeugt werden, indem das Wasser durch Turbinen abgelassen wird.
Kontrollgang in offener Bauweise
Im Zuge der enormen Baumaßnahme entsteht unter dem kompletten Becken auch ein Kontrollgang in offener Tunnelbauweise mit einer Länge von 530 Metern in Ortbeton, für den Paschal die Schalung samt Unterstützungskonstruktion geliefert hat. „Durch die Länge des Kontrollgangs und der großen Anzahl an fast baugleichen Abschnitten musste für den optimalen Bauablauf vor Beginn der Arbeiten überlegt werden, wie die Herstellung möglichst schnell, qualitativ gleichbleibend und einfach in der Handhabung gestaltet werden kann“, so Stefan Louen vom ausführenden Bauunternehmen Josef Rädlinger Ingenieurbau. „Durch die intensiven Abstimmungen mit der Firma Paschal und einer Feinabstimmung der Schalung im Werk bei einem Ortstermin konnten Lösungen für unsere Anforderungen gefunden und ein gutes Ergebnis erzielt werden.“

In der bayerischen Landeshauptstadt München wird derzeit am Großprojekt Tridea gearbeitet. Dort setzt die ausführende Ed. Züblin AG auf Schalungs- und Sicherheitslösungen von Hünnebeck. Das Bauvorhaben schafft im Münchner Osten ein modernes Büroquartier. Für die Rohbauarbeiten des Gebäudeensembles hat Hünnebeck das Schalkonzept einschließlich Schal-, Takt- und Zeitplanung entwickelt und begleitet dessen Umsetzung.
87.000 Quadratmeter Mietfläche
Das Projekt der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) umfasst ein 100 Meter hohes Hochhaus in Massivbauweise, ein 60 Meter hohes Holz-Hybrid-Hochhaus sowie ein verbindendes Riegelgebäude mit insgesamt rund ca. 87.000 Quadratmeter Mietfläche.
Die komplexen Anforderungen an Bauabläufe, Logistik, Sichtbetonqualität und Arbeitssicherheit machten eine frühzeitige und ganzheitliche Planung erforderlich. Seit der ersten Materialauslieferung im Februar 2024 begleitet Hünnebeck die Rohbauarbeiten mit einem umfangreichen Produktportfolio für Wand- und Deckenschalung, Klettersysteme sowie Sicherheitslösungen.

In Luxemburg setzt das Bauunternehmen Solid bei der Umsetzung eines Schulhaus- und Sporthallenprojekts auf Lösungen von Meva. Woche für Woche sind auf dem Campus Bur, einer Baustelle in der Gemeinde Rosport-Mompach, deutliche Baufortschritte zu erkennen: Der Neubau wächst zügig. „Es läuft alles nach Plan“, freut sich Solid-Oberbauleiter Simon Pint, der über jahrelange Erfahrung in Projekten dieser Größenordnung verfügt. Für die Neubauten nahe dem Fluss Sauer kommen die robusten Wandschalungssysteme Mammut XT und Mammut 350, Betonierklappbühnen, Versetztraversen, Seitenschutzgitter und Triplex-Schrägstützen von Meva zum Einsatz.
Portal bei Gloggnitz
Lösungen aus dem Mammut-Sortiment von Meva setzt auch das Bauunternehmen Leyrer + Graf beim Semmering-Basistunnel ein. In der letzten Bauphase wird der Portalbereich an der östlichen Tunneleinfahrt bei Gloggnitz errichtet. Das Portal enthält bis zu 11 Meter hohe Flügelwände und an der Oberkante eine um 60° abgeschrägte auskragende Portalwand in etwa 10 Meter Höhe. Die Flügelwände wurden mit der Mammut-Schwerlastschalung in bis zu 15 Meter langen Abschnitten und auf komplette Höhe zügig errichtet. Für die Schalung der geneigten Portalwand waren spezielle Ideen von Meva gefragt. Das flexible Traggerüst MT 60 und Triplex-Stützen wurden im beengten Bereich zwischen den Tunnelröhren aufgebaut. Darauf installierte das Leyrer + Graf-Team Schienenelemente des neuen Ingenieurbaukastens Mekit.

Mit dem Adjektiv „speziell“ lassen sich auch die Herausforderungen beschreiben, mit denen Schalungsanbieter Alkus bei einem Großbauprojekt im Westen Australiens konfrontiert ist. Vollkunststoffplatte in der 22 mm Stärke. Der Perth International Airport wird dort mit einem Investment von 2,5 Milliarden Dollar erweitert. Dabei entsteht unter anderem ein sechsgeschossiges Parkhaus.
In der Hitze Australiens

Australiens Wetterbedingungen stellen Baumaterialien vor besondere Herausforderungen: Hitze, UV-Strahlung und Feuchtigkeit setzen konventionellen Holzschalungen rasch zu – sie quellen auf, verwerfen sich und müssen unter Umständen frühzeitig ersetzt werden. Bei der Ausführung setzt man daher auf die Alkus AL-Vollkunststoffplatte. „Mit einer einzigen Alkus sind bis zu 1.500 Einsätze möglich – das spart ständige Schalhautwechsel und ermöglicht wirtschaftlicheres und nachhaltigeres Arbeiten“, sagt Alkus-Geschäftsführer Keller. „Und das Beste: Über ihren langen Lebenszyklus hinweg liefert sie gleichbleibend hochwertige Betonoberflächen.“