„Wie bekommen wir den Karren wieder ins Laufen?“ Um diese Frage drehte sich eine Podiumsdiskussion bei den Baufachtagen des Baustoffherstellers Baumit am Red Bull Ring in Spielberg. Unter der Moderation von Bauzeitung-Chefredakteur Martin Hehemann debattierte eine hochkarätige Runde: Marion Gruber (Mitgründerin des Büros PLOV Architekten), Josef „Beppo“ Muchitsch (Vorsitzender Gewerkschaft Bau-Holz), Michael Schranz (Geschäftsführer Handler Bau), Oliver Werinos (Geschäftsführer Teubl Gruppe), Robert Schmid (Eigentümervertreter Schmid Industrieholding) und Georg Bursik (Geschäftsführer Baumit).

Bürokratie im Mittelpunkt

Zu Beginn standen die Hürden durch die Bürokratie im Mittelpunkt. Teubl-Geschäftsführer Werinos beschrieb, dass der „bürokratische Aufwand“ inzwischen „einen höheren zeitlichen Aufwand“ einnehme als die Baudurchführung selbst und plädierte für ein radikales Neudenken der Abläufe. Das unterstrich Unternehmer Schmid: „Wenn man immer darüber redet, man muss das Leben einfacher machen, die Bürokratie abbauen, dann steht man immer vor der Frage, welchen Teil der Bürokratie man abbaut.“

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Auch das Thema „einfacher bauen“ wurde diskutiert. Architektin Gruber verwies auf internationale Beispiele und die Chance einer „Normen-Entschlackung“. Handler Bau-Geschäftsführer Schranz ergänzte, dass es nicht um „Bauen außerhalb“ von Standards gehe, sondern um Optimierung, Vereinfachung und Kosteneffizienz innerhalb verlässlicher Regeln.

Schwachsinn Förderaus

Für spürbare Spannung sorgte die Diskussion rund um das Förderaus für thermische Sanierungen. Baumit-Chef Bursik fand deutliche Worte: „Ja, ich halte es für Schwachsinn. Wenn es im Winter kalt ist, zieht man einen Mantel an und isst nicht mehr, um seinen Wärmebedarf zu decken.“ Gewerkschafter Muchitsch ortete als Kernproblem, dass Förderungen ohne ausreichende Praxisrückkopplung konzipiert würden: „Alles, was aus der Praxis kommt, von jenen, die Tag für Tag mit Kunden arbeiten, an ihnen sollte man sich orientieren.“