Das Tischler Journal hat sich daher umgesehen, welche Lösungen beim Thema „Hitze“ gefragt und praktikabel sind. Herd und Backofen, das sind Küchengeräte, die mit Strom oder Gas betrieben werden und Wärme erzeugen. Von Strom und Gas gehen aber auch gewisse andere Gefahren aus, die dem Nutzer der Küche mitunter nicht in vollem Umfang bewusst sind.

Die Planung als Schlüssel

Aus diesem Grund gilt es bereits in der Planung mögliche Gefahren auszuschließen. So müssen entsprechende Bereiche für die Kabelführung und den Gasanschluss eingeplant werden. Wird hier nicht entsprechend aufmerksam geplant und gearbeitet, kann es zu technischen Defekten durch beschädigte Leitungen kommen. Berührt oder streift ein Auszug beispielsweise regelmäßig eine Zuleitung, sind Schäden vorprogrammiert.

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Weiterhin sollten bereits während der ersten Gespräche mit den Kunden mögliche Standorte für den Herd und das Kochfeld abgeklärt und eine grobe Vorauswahl der Materialien getroffen werden. So kann man auf die Wünsche reagieren und eventuelle Ausschlusskriterien frühzeitig erkennen. Ein weiterer wichtiger Aspekt, auf den in der ersten Planungsphase Einfluss genommen werden kann, ist die Geräteauswahl. Sollen autarke Geräte oder eine Kombination zum Einsatz kommen? Besteht möglicherweise der Wunsch, diese mit einem Dunstabzug zu kombinieren? Welche Materialien und Oberflächen sind gewünscht? Nicht jedes vom Kunden gewünschte Material kann die nötigen Anforderungen problemlos erfüllen. Eine weitere Frage ist die Einbausituation der Geräte: zum Beispiel, ob der Backofen in einer rückenschonenden Position auf Höhe der Arbeitsplatte verbaut werden soll. Oder ob ein flächenbündiger Einbau der Kochfelder gewünscht ist.

Dieser hochwertige Induktionsherd funktioniert durch den Belag der Oberfläche. © BSH

Gerätevielfalt effektiv nutzen

Es gab Zeiten, da existierten in der Küche nur Herd und Backofen. Grundsätzlich ist das heute auch noch so, aber die meisten Geräte können weitaus mehr. So gibt es mittlerweile Backöfen mit Dämpf- und Frittierfunktion. Hinzu kommt der Herd, mit oder ohne integriertem Dunstabzug: als altbewährtes Kochfeld, moderne Induktionsvariante oder als klassischer Gasherd in Propan- oder Erdgasausführung. Hier kann man mit umfassender Beratungsqualität durch Herausarbeitung des gewünschten Fokus beim Kunden punkten.

Konstruktive Möglichkeiten ausschöpfen

Moderne Küchen werden offen, praktisch und großzügig geplant. So ergibt es sich oft, dass Gerätekombinationen seltener eingebaut werden. Der Backofen befindet sich häufig auf Kundenwunsch in Arbeitshöhe. Daher kommen vermehrt autarke Geräte zum Einsatz. Gerade bei solchen Einbausituationen muss auf konstruktive Feinheiten bei der Wärmeentwicklung geachtet werden. Was sich bei einem Backofen problemlos mit einer Lüftungsnut umsetzen lässt, sollte auch bei einem Kochfeld nicht dem Zufall überlassen werden. Hier gilt es zu beachten, dass die Wärme ebenfalls in das Schrankinnere nach unten abgegeben wird. Ein zu dicht darunter verbauter Schubkasten mit Küchenutensilien könnte so ungewollt  zu einer Brandursache werden – daher ist Vorsicht geboten.

Keine Langeweile beim Backen mit W-LAN und Display © BSH

Materialvielfalt als Aufgabe

Setzt man auf die richtigen Materialien, lassen sich solche Probleme vermeiden. Wirft man einen Blick auf die Leistungsklassen der Kochfelder, sind Werte bis zu 13 KW keine Seltenheit mehr. Diese Leistungen werden mit dreiphasigem Drehstrom, Propangas oder Erdgas erreicht. Dementsprechend fällt hohe Wärmeenergie an, die von den Werkstoffen rundherum aufgenommen und kompensiert werden muss. Hinzu kommt noch der beim Kochen entstehende Wasserdampf. Hier gilt es, die Materialeigenschaften im Vorfeld genau zu prüfen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Perfekter Einblick mit einem Backofen auf Augenhöhe © BSH

Kommen Materialien zum Einsatz, die sich bei Wärme überdurchschnittlich stark ausdehnen, müssen diese Faktoren in der Planung berücksichtigt werden: Bleibt genügend tragendes Material bei einem flächenbündigen Einbau? Was passiert bei einem Kontakt mit Feuchtigkeit? Wie verhält es sich mit der Hitzeempfindlichkeit der Oberflächen? Wurden alle Flächen und Schmalflächen mit einem für diese Zwecke geeigneten Klebstoff verleimt? Ist der Wandabschluss hitze- und feuchtebeständig ausgeführt? Kann möglicherweise Feuchtigkeit in die Fugen eindringen und einen Geräteschaden verursachen?

Das Essen ist fertig. So lässt sich der Backofen in das Bufett integrieren. © BSH

Die Einbauvorschläge beachten

Natürlich werden die Geräte mit Einbauanleitungen und Empfehlungen geliefert. Oft können diese jedoch erst beim Montieren und Auspacken der Küchengeräte eingesehen werden. Besser ist es, sich möglichst früh im Vorfeld zu informieren und entsprechend zu planen. Als Faustregel wird ein Sicherheitsabstand von 60 bis 80 Millimeter bis zum Inhalt eines Schubkastens empfohlen, um Schäden zu vermeiden. Ebenso wird häufig mit einem Schutzboden gearbeitet. Wichtig ist dabei, dass die Wärme abgeleitet wird, damit es nicht zu einem Hitzestau kommt. Setzt man wärmeableitendes Material ein, wird die anfallende Wärme dosiert an das Umfeld abgegeben.

Diese Küche wurde mit einer Warmhalteschublade ausgestattet. © BSH

Freude am Kochen

In einer sorgfältig geplanten Küche entstehen aus vielen Zutaten, ergänzt durch Liebe und Sorgfalt, feine Gerichte. Damit das Kochen lange Freude macht und sicher ist, müssen die Abläufe zu den eingesetzten Materialien passen. Daher ist die Beratungs-, Planungs- und Ausführungskompetenz der größte Trumpf, der im Sinne langjähriger Kundenzufriedenheit unbedingt ausgespielt werden muss. ■

Backofen mit KI-Funktion © BSH
Kochfelder mit integriertem Dunstabzug beanspruchen mehr Platz im Schrankinnenraum, da die Abluftleitung durch den Unterschrank verläuft. © BSH
Matte Fronten werten das Ambiente auf. © BSH

Mit Abstand sicherer: Der Boden aus Flachblech nimmt Wärme auf und leitet sie kontrolliert an den Schrankinnenraum weiter.