Während seines Masterstudiums Gebäudetechnik und Gebäudemanagement an der Hochschule Burgenland plante und realisierte Patrick Höfler gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin ein Eigenheim in Pinggau. Die dabei entwickelte Kombination aus Erdwärmepumpe, Solaranlage, Hygienespeicher und Solespeicher bildete zugleich die Grundlage seiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit.
Der Absolvent hatte zuvor bereits die HTL Pinkafeld sowie das Bachelorstudium Energie- und Umweltmanagement absolviert. Ziel des Projekts sei es gewesen, ein möglichst nachhaltiges und energieeffizientes Gebäude zu entwickeln. „Nachhaltigkeit ist mir schon lange wichtig. Ich möchte nur die Energie benötigen, die für das Gebäude notwendig ist und wollte ein möglichst energieeffizientes System entwickeln“, sagt Patrick Höfler, Projektleiter in einem Installationsunternehmen und Absolvent der Hochschule Burgenland in Pinkafeld.
Energieverbrauch deutlich reduziert
Das Einfamilienhaus wurde mit Lehm, Hanf und Holz errichtet. Die beheizte Wohnfläche beträgt 166 Quadratmeter, der Heizwärmebedarf liegt laut den Projektangaben bei 49,2 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.
Beheizt und gekühlt wird das Gebäude über eine Kombination aus Erdwärmepumpe und Solaranlage. Die Kühlung erfolgt passiv über sogenanntes Natural Cooling. Laut Höfler erreicht die Wärmepumpe eine Arbeitszahl von sieben für Heizung, Kühlung und Warmwasser. Das bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom rund sieben Kilowattstunden Wärmeenergie bereitgestellt werden können.
Der Jahresenergieverbrauch für Heizen, Kühlen und Brauchwasser liegt laut den erhobenen Monitoring-Daten bei rund 2.000 Kilowattstunden. Im Haushalt leben zwei Erwachsene und ein Kleinkind. Damit liegt der Verbrauch deutlich unter jenem eines durchschnittlichen Einfamilienhauses vergleichbarer Größe, das ohne elektrische Heizung laut den Angaben etwa 3.500 bis 5.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr benötigt.
Monitoring liefert Daten für Masterarbeit
Ein installierter Monitoring-Prozess lieferte im ersten Betriebsjahr die Datenbasis für die wissenschaftliche Auswertung. Laut Höfler bestätigten die Ergebnisse die zuvor berechneten Planungswerte.
Als technisch besonders herausfordernd beschreibt der Absolvent die Regelungstechnik des Systems. Die automatische Steuerung übernimmt unter anderem die Umschaltung zwischen Heiz- und Kühlbetrieb sowie die Vorwärmung und Regeneration der Erdwärme über die Solaranlage. Die Abstimmung dieser Prozesse habe mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich geplant.
Gebäudetechnik-Studium berufsbegleitend organisiert
Das Masterstudium Gebäudetechnik und Gebäudemanagement an der Hochschule Burgenland dauert vier Semester und wird berufsbegleitend angeboten. Der Unterricht findet im Studienzentrum Pinkafeld im Regelfall alle zwei Wochen an Freitagen und Samstagen statt. Zusätzlich sind pro Semester zwei Präsenzblöcke vorgesehen.
Die Hochschule Burgenland verweist auf mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Ausbildung im Bereich Gebäudetechnik. Absolventinnen und Absolventen arbeiten unter anderem in Unternehmen und Organisationen, die sich mit Planung, Errichtung, Betrieb und Erhaltung von Gebäuden und gebäudetechnischer Infrastruktur befassen.
Eine Anmeldung für das Studium ist laut Hochschule noch bis 31. Mai möglich. Für den Bachelorstudiengang Energie- und Umweltmanagement seien ebenfalls noch Restplätze verfügbar.