DM investiert groß in Österreich. Die deutsche Drogeriekette baut für 230 Millionen Euro ihr zweites Verteilzentrum in Österreich. Es ist die bisher größte Einzelinvestition des Unternehmens hierzulande. Mit dem neuen Standort im oberösterreichischen Kronstorf, das den bestehenden Standort im benachbarten Enns ergänzt, verdoppelt DM seine Logistikkapazitäten in Österreich. „Wir schaffen damit Ressourcen, um dem anhaltend steigenden Zuspruch durch unsere Kundinnen und Kunden nachkommen zu können“, so Harald Bauer, Vorsitzender der dm Geschäftsführung. Im Vorjahr verkaufte DM in Österreich 375 Millionen Produkte. Das waren 5,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Investieren in Effizienz

„Investitionen in unsere Logistik sind auch Investitionen in unsere Effizienz. Wir tun nicht einfach nur mehr-vom-Selben, sondern nutzen unser Wachstum für Weiterentwicklung“, meint Bauer. Das Projekt hätte in einem der Nachbarländer deutlich schneller und günstiger verwirklicht werden können, so Bauer fest weiter: „Wir haben uns trotzdem so und nicht anders entschieden – als klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Österreich.“ Dementsprechend sei es auch gelungen, alle namhaften Gewerke und Leistungen an Partner aus der Region und an österreichische Unternehmen zu vergeben – von der Planung und Projektkoordination über Holzbau und Betonfertigteile bis zu Innenausbau, Elektrik und Intralogistik.

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„Überall, wo das technisch möglich und sinnvoll ist, setzen wir Holz als Baustoff ein, um den CO2-Fußabdruck gegenüber konventioneller Bauweise zu reduzieren“, konkretisiert DM Österreich Geschäftsführer Thomas Köck. So werden die Außenwände und die meisten Dachflächen im Holzbau ausgeführt. Die Holzriegelfassade spare rund 360 Tonnen (38 Prozent) CO2 im Vergleich zum üblichen Standard einer Paneelbauweise ein. Außerdem sorge der hohe Dämmwert beim Heizen und Kühlen für eine Energieeinsparung von 22.000 kWh pro Jahr.

So wie für die dm Märkte, die Zentralstandorte und die bestehenden Verteilzentren setrzt man auch in Kronstorf auf erneuerbare Energie. „Wir setzen auf PV-Anlagen auf Dachflächen, Freiflächen und dem Parkdeck: Mehr als 4.600 Module produzieren eine Jahresleistung von 2,3 GWh. Für Heizung und Kühlung kommen Wärmepumpen zum Einsatz, die durch eine Betonkernaktivierung im Hallenbereich ergänzt werden“, berichtet Köck.

Das planerische Gesamtkonzept zielt laut Unternehmen darauf ab, möglichst wenig Bodenfläche zu versiegeln: Mehr als 26.000 Quadratmeter und damit 30 Prozent der Flächen bleiben unversiegelt. Mit Rasengitter und Blumenschotterrasen sind weitere knapp 10.000 Quadratmeter oder 11 Prozent der Fläche nur teilversiegelt. Das Dach des Verteilzentrums mit einer Fläche von 31.000 Quadratmetern (35 Prozent) wird vollflächig als Gründach ausgeführt. Am südlichen Ende des Grundstücks entsteht ein rund 6.000 Quadratmeter großer Öko-Grünpark mit Retentionsfläche, Löschteich und Biotopcharakter nach den Prinzipien des „Nationalpark Garten“. „Durch die Schaffung verschiedener Vegetationsbereiche wird eine hohe Biodiversität gefördert. Wir wollen hier Lebensräume schaffen, die in der freien Landschaft selten werden“, so Köck. Passende Lebensräume wie beispielsweise Magerwiesen für Insekten fördern auch die Ansiedelung diverser Vogelarten. Rund um das Gebäude werden mehr als 100 Bäume und eine Vielzahl von Sträuchern gepflanzt.