Mit einem Zubau oder Dachgeschoßausbau kann der Bedarf an mehr Wohnraum ideal gedeckt werden. So kann ein weiteres Kinderzimmer, Arbeitszimmer oder gleich ein Mehrgenerationen-Haus entstehen“, weiß Christian Wirth, Leiter der Prefa Objektberater in Österreich, um die heutigen Anforderungen. „Ein Zugewinn in jeder Hinsicht, denn ein professioneller Umbau des Altbestandes steigert nicht nur den Wert des Hauses, sondern kann auch die Energiebilanz verbessern, da auch die Dämmung des Dachgeschosses im Zuge des Ausbaus auf den neuesten Stand gebracht wird.“
Alte Dächer, neue Anforderungen
Ein energetisch optimiertes Dach steigert den Wert jeder Immobilie und ist heute ein wichtiges Verkaufsargument. Bei älteren Gebäuden besteht hierbei oft Handlungsbedarf. Denn die Konstruktionsstandards vergangener Jahrzehnte entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Wärmeschutz, Wohngesundheit und Energieeffizienz. Für das Dachhandwerk beginnt eine Sanierung deshalb mit einer sorgfältigen Bestandsaufnahme. Der Zustand von Dachstuhl, Sparren, vorhandener Dämmung, Unterdach und Anschlüssen muss ebenso beurteilt werden wie mögliche Feuchte- oder Bauschäden. Gerade bei älteren Gebäuden finden sich häufig Konstruktionen, die den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechen oder im Laufe der Jahre verändert wurden.
Bis in die 1990er Jahre wurden viele Dächer nur gering oder gar nicht gedämmt. Auch durchgängige Luft- und Winddichtheit war in der damaligen Baupraxis nicht in der heutigen Form etabliert. Dämmstärken waren vielfach deutlich geringer als bei modernen Konstruktionen. Entsprechend hoch können Wärmeverluste sein. Eine Sanierung bietet daher die Chance, den gesamten Dachaufbau energetisch zu optimieren und gleichzeitig konstruktive Schwachstellen zu beseitigen.
Der richtige Aufbau entscheidet
Entscheidend ist das Zusammenspiel der einzelnen Schichten – von der Dachdeckung über Hinterlüftung und Unterdach bis zur Wärmedämmung und Luftdichtheitsebene. Gerade bei der Sanierung bestehender Steildächer müssen vorhandene Konstruktionen berücksichtigt und meist an heutige Anforderungen angepasst werden.
Für die ausführenden Betriebe bedeutet das: Details sind entscheidend. Anschlüsse an Traufe, First und Ortgang, Durchdringungen für Dachflächenfenster oder Kamine sowie Übergänge zu aufgehenden Bauteilen müssen technisch sauber geplant und ausgeführt werden. Auch Kehlen, Einfassungen und Übergänge zwischen unterschiedlichen Dachflächen stellen bei Sanierungen häufig anspruchsvolle Details dar. Für Dachdecker*innen und Spengler*innen bedeutet das, dass gerade im Bestand Erfahrung und präzise handwerkliche Ausführung gefragt sind.
Auch die vorhandene Tragkonstruktion muss berücksichtigt werden. Veränderungen des Dachaufbaus, zusätzliche Dämmungen oder neue technische Anlagen können Auswirkungen auf die Konstruktion haben. Bei einem Dachgeschoßausbau kommen statische Anforderungen hinzu. Eine Sanierung sollte deshalb immer als Gesamtsystem betrachtet werden und nicht als isolierte Erneuerung der Dachhaut.
Wenn aus dem Dach ein Kraftwerk wird
Mit der energetischen Sanierung rückt zunehmend auch die Nutzung der Dachfläche für Photovoltaik in den Mittelpunkt. Wer das Dach saniert, denkt nachhaltige Energiegewinnung oft mit. Die zeitgleiche Kombination von Neueindeckung und PV-Installation erweist sich dabei als wirtschaftlich wie logistisch sinnvoller Schritt. Mit modernen Solarlösungen können bislang ungenutzte Dach- oder Fassadenflächen selbst bei historischer Bausubstanz unter strengen Auflagen für die autarke Stromerzeugung erschlossen werden. Gebäudehülle und Energiegewinnung werden dabei in einem wartungsarmen, langlebigen und effizienten Gesamtsystem kombiniert.
Für die Praxis ist dabei eine möglichst frühzeitige gemeinsame Planung von Dachdeckung und PV-Anlage entscheidend. So lassen sich Befestigungspunkte, Dachaufbau und Anschlüsse bereits bei der Sanierung berücksichtigen. Auch Wartungswege und der Zugang zu relevanten Bauteilen sollten von Beginn an mitgedacht werden. Für das Dachhandwerk eröffnet die Integration von PV damit ein zusätzliches Tätigkeitsfeld, verlangt aber auch fundierte Kenntnisse über Unterkonstruktionen, Befestigungstechnik und die Schnittstellen zur Elektrotechnik.

Ästhetik und Technik vereint
Moderne Solarsysteme eignen sich ideal für hochwertige Sanierungen, sensible Dachlandschaften und innerstädtische Bestandsgebäude – überall dort, wo Architektur, Ortsbild und Energieeffizienz gleichermaßen berücksichtigt werden müssen. Die Hersteller bieten zahlreiche Lösungen für die sichere Integration von Photovoltaik an Dach und Fassade. Prefa etwa hat drei moderne Lösungen im Programm: das „Prevario“ Montagesystem für die Montage von PV-Anlagen auf Prefa-Dächern, das „Prefalz Solarmodul“, das sich harmonisch in die Doppelstehfalzoptik einfügt und durchdringungsfrei auf dem Dach befestigt wird, und die „Prefa Solardachplatte“, die sich nahezu unsichtbar ohne zusätzlichen Dachaufbau in traditionelle Dachlandschaften einfügt.
Gerade bei sensiblen Bestandsgebäuden zeigt sich, dass eine energetische Modernisierung nicht zwangsläufig mit einer sichtbaren Veränderung der Dachlandschaft verbunden sein muss. Entscheidend ist eine Lösung, die gestalterische Anforderungen mit den technischen Erfordernissen der Dachkonstruktion verbindet.
Sanieren statt nur erneuern
Eine fachgerecht geplante Dacherneuerung schafft damit weit mehr als eine neue Gebäudehülle. Sie kann Wärmeschutz und Wohnkomfort verbessern, die Lebensdauer der Konstruktion verlängern und gleichzeitig die Voraussetzungen für eine energetische Nutzung der Dachfläche schaffen. Für das Dachhandwerk bedeutet die Sanierung von Bestandsgebäuden entsprechend komplexere Aufgaben: Gefragt sind nicht nur handwerkliche Erfahrung bei der Ausführung, sondern auch Know-how bei Bauphysik, Detailplanung, Befestigungstechnik und der Koordination unterschiedlicher Gewerke.
Gerade im Bestand entscheidet letztlich die Qualität der Ausführung darüber, ob aus einer neuen Dachdeckung tatsächlich eine langfristig leistungsfähige Dachkonstruktion wird.
Text: Lina Bibaric, Birgit Tegtbauer