Tief unter der Wiener Innenstadt entstehen im Zuge des Ausbaus der Linie U2 und dem Neubau der U5 neue Tunnel- und Stationsbauwerke. Wo Tunnelröhren, Schächte, Querschläge und Fahrtreppentunnel in unterschiedlichen Winkeln aufeinandertreffen, braucht es Systeme, die exakt auf Geometrie, Bauablauf und Logistik abgestimmt sind. Genau hier bringt der heimische Schalungs-Konzern Doka seine Engineering- und Ausführungskompetenz ein – von der 3D-Planung über vormontierte Schalungseinheiten bis zur Montage auf der Baustelle.
Mehrere Bauabschnitte
Doka ist beim Öffi-Ausbau U2xU5 in mehreren Bauabschnitten mit umfangreichen Materialmengen im Einsatz. Besonders deutlich zeigt sich das im Bereich der U2-Verlängerung: Für die bauausführende Arge U2 17-21 bestehend aus Strabag und Porr liefert Doka als Hauptlieferant seit 2021 Lösungen für die Stationen Matzleinsdorfer Platz sowie aktuell für die weiteren Stationen Reinprechtsdorfer Straße, Pilgramgasse und Neubaugasse.
„Die komplexen Bauwerke entlang der U2-Verlängerung erfordern individuelle Lösungen und eine präzise Abstimmung aller Projektpartner. Doka unterstützt uns dabei mit hoher Fachkompetenz und maßgeschneiderten Schalungskonzepten“, sagt Markus Kravutske, Bauleiter der Arge U2 17–21. „Die langjährige und gute Zusammenarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung dieses bedeutenden Infrastrukturprojekts.“
Rund 50.000 Menschen profitieren künftig von der neuen Anbindung an die S-Bahn-Stammstrecke am Matzleinsdorfer Platz. Um diese Verbindung zu schaffen, entsteht unter der Erde ein technisch anspruchsvolles Tunnel- und Stationsbauwerk. „Hier wird deutlich, worauf es beim innerstädtischen U-Bahn-Bau ankommt: präzise Planung, ein stimmiges Logistikkonzept und ein Bauablauf, bei dem Vorbereitung und Ausführung exakt ineinandergreifen“, meint man bei Doka. Das Unternehmen lieferte Schalwagen und individuell angepasste Lösungen für die Tunnel in den Stationsbereichen. Auch bei der Wendeanlage Matzleinsdorfer Platz kommen demnächst spezielle Schalwagenlösungen zum Einsatz, unter anderem für Aufweitungsbereiche, in denen die beiden Tunnelröhren in ein gemeinsames Bauwerk zusammengeführt werden.
Hohe Ansprüche
Wie anspruchsvoll der Bau ist, zeigt sich laut Doka besonders an der Station Neubaugasse: Während oben das Wiener Stadtleben weiterläuft, entsteht in 35 Meter Tiefe ein zentraler Umsteigeknoten zur bestehenden U3. Hier treffen verschiedenste Bauwerksformen – Stationsröhren, Querschläge, Fahrtreppentunnel, Lüftungstunnel, Kreuzungsbauwerke – auf engstem Raum und in unterschiedlichen Winkeln aufeinander. Für diese Übergänge entwickelte Doka Schalungslösungen, die in 3D-geplant und exakt auf die jeweilige Geometrie abgestimmt sind. Zum Einsatz kommen unter anderem das Traggerüst SL-1 in Kombination mit der bewährten Trägerschalung Top50.
Doka verweist auf jahrzehntelange Tunnelbaukompetenz – unter anderem aus internationalen Großprojekten wie der Sydney Metro in Australien, der Metro-Erweiterung in Stockholm sowie dem U-Bahn-Ausbau in Madrid. „Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist dabei die frühe Einbindung in Planung und Arbeitsvorbereitung. Dadurch können die Systeme von Beginn an passgenau auf die Anforderungen der Baustelle abgestimmt werden“, so Doka.
Jedes Detail zählt
„Beim Tunnelbau zählt jedes Detail. Transportfähige Einheiten werden in unserem Doka-Werk in St. Martin vormontiert und anschließend auf der Baustelle passgenau zusammengesetzt. So reduzieren wir den Montageaufwand vor Ort deutlich und sparen wertvolle Zeit auf der Baustelle,“ sagt Harald Zulehner, Geschäftsführer Doka Österreich. Zudem setze man auf modulare Systeme. Viele Komponenten lassen sich mehrfach und über verschiedene Bauabschnitte hinweg einsetzen. So bleibe der Bauablauf tief im Untergrund verlässlich planbar.