Diesmal möchte ich mit einem kurzen Rückblick beginnen. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Einstellung der Gesellschaft zu Körperlichkeit und Nacktheit geändert. Das Bedürfnis nach räumlicher Zurückgezogenheit wurde immer größer. So entstanden im Laufe des 19. Jahrhunderts Räume, die nur für die Körperpflege gedacht waren. Aus diesen entwickelten sich später Badezimmer mit fließendem Wasser. Der Weg zum Badezimmer für jedermann war allerdings noch lang. Erst ab dem 20. Jahrhundert besaß der Großteil der Europäer ein privates Bad.

Um 1900 richteten sich dann immer mehr Bürger separate Badezimmer mit Waschbecken und Badewannen ein. Die Badobjekte bekamen zum ersten Mal ein einheitliches Äußeres: Formgebung, Ornamente und Designs entsprachen dem Jugendstil. Ab etwa 1958 wurden dann auch die Badezimmer in den Wiener Gemeindebauten standardmäßig mit Badewannen nachgerüstet.

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Ab 1980 kam das Streben nach individueller Gestaltung auf. Die großen Sanitärhersteller beauftragten Designer*innen, um neue Badezimmerserien zu entwickeln. Auch heute arbeitet die produzierende Industrie mit Designer*innen und Architekt*innen zusammen, um neue und innovative Lösungen zu finden. Das Bad entwickelt sich mit den Ansprüchen an Funktion und Design sowie den Bedürfnissen der Menschen immer weiter.

Das Badezimmer ist heute längst kein rein funktionaler Raum mehr, sondern erhält zunehmend einen wohnlichen Charakter. Es ist ein Ort geworden, an dem Menschen gerne verweilen. Dabei wird das Bad sowohl räumlich als auch gestalterisch nicht mehr als separater Raum betrachtet, sondern immer mehr in den Wohnraum integriert. Ein fließender Übergang vom Badezimmer zum Schlafbereich wird immer wichtiger. Zudem wird großer Wert auf barrierefreie Duschzonen und ein reduziertes Design gelegt.

Zu den aktuellen Trends und Planungsansätzen für moderne Badezimmer gehören unter anderem:

  • Offenes Design: Integrierte Raumkonzepte, bei denen das Bad Teil des Wohnraums wird.
  • Natürliche Materialien: Einsatz von Holzoberflächen in Kombination mit schlichter Keramik.
  • Innovative Ausstattung: transparente Duschzonen, Aufsatzwaschbecken auf Sideboards bis hin zu Wannen, die als Ruheliegen dienen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer und viele Kunden, die Wert auf kreative Installateur-Badezimmer legen.