Am 11. Oktober hat die Bundesregierung die Eckpunkte der Sanierungsoffensive 2027 präsentiert. Insgesamt sollen dafür 500 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Davon entfallen 321 Millionen Euro auf thermisch-energetische Sanierungen und 179 Millionen Euro auf den Austausch fossiler Heizsysteme. Damit liegt das Gesamtbudget um 140 Millionen Euro über dem ursprünglich für 2027 vorgesehenen Rahmen von 360 Millionen Euro. Die Aufstockung fließt allerdings vollständig in den Sanierungsbonus. Der bereits im Sommer angekündigte Topf für den Kesseltausch bleibt bei 179 Millionen Euro.

Für Installationsbetriebe ist eine zweite Ankündigung relevant: Nach Angaben der Wirtschaftskammer sollen neue Anträge für den Heizungstausch ab 2. November 2026 wieder möglich sein. Dafür werden rund 20 Millionen Euro eingesetzt, die aus dem Förderjahr 2026 frei geworden sind. Die regulären Mittel für thermische Sanierungen sollen ab 4. Jänner 2027 beantragt werden können.

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500 Millionen Euro sind kein Heizungstausch-Budget

Die plakative Gesamtsumme darf nicht falsch interpretiert werden. Für Wärmepumpen, Biomasseanlagen sowie Nah- und Fernwärmeanschlüsse sind 2027 nicht 500 Millionen, sondern 179 Millionen Euro vorgesehen. Die zusätzlichen 140 Millionen Euro gehen in die thermische Sanierung.

Dass der Markt auf neue Fördermittel rasch reagiert, zeigte bereits das laufende Jahr. Für die Sanierungsoffensive 2026 standen insgesamt 360 Millionen Euro zur Verfügung. Die Registrierung für den Kesseltausch wurde am 10. Juli geschlossen, weil die Mittel ausgeschöpft waren. Bestehende Registrierungen und Anträge bleiben gültig.

Die frühe Ausschöpfung ist für Betriebe ein deutlicher Hinweis: Auch die neuerliche Öffnung am 2. November könnte nur ein begrenztes Zeitfenster bieten. Die dafür genannten rund 20 Millionen Euro entsprechen lediglich einem kleinen Teil des für 2027 vorgesehenen Kesseltausch-Budgets.

Projekte vorbereiten, Förderung noch nicht versprechen

Installationsbetriebe können jetzt jene Kundinnen und Kunden ansprechen, deren Vorhaben seit dem Förderstopp im Juli zurückgestellt wurden. Sinnvoll ist es, die technische Planung, die Kostenschätzung und die erforderlichen Nachweise so weit wie möglich vorzubereiten.

Eine verbindliche Förderzusage sollten Betriebe derzeit aber nicht in Aussicht stellen. Auf der offiziellen Förderplattform war am 12. Oktober noch die beendete Aktion 2026 dargestellt. Detaillierte Richtlinien, technologiespezifische Förderhöhen und Fristen für die neue Förderperiode waren dort noch nicht veröffentlicht. Sanierungsoffensive

Für 2026 galt eine maximale Förderquote von 30 Prozent der förderungsfähigen Investitionskosten. Unterstützt wurde der Wechsel von einer fossilen Heizung zu Wärmepumpe, Holzzentralheizung oder Nah- beziehungsweise Fernwärme. Ob sämtliche Beträge, Zuschläge und technischen Voraussetzungen unverändert übernommen werden, lässt sich aus der aktuellen Ankündigung noch nicht ableiten. In Angeboten empfiehlt sich daher ein klarer Hinweis, dass die Förderfähigkeit von den endgültigen Richtlinien und der verfügbaren Budgetsituation abhängt. Förderungen sollten zudem nicht vorsorglich vom Angebotspreis abgezogen werden.

Mehr Planungssicherheit, aber weiterhin Stop-and-go-Risiko

Die getrennten Budgets für Sanierung und Heizungstausch sind grundsätzlich sinnvoll. Im Förderjahr 2026 waren die Mittel zunächst gemeinsam veranschlagt. Nachdem rund zwei Drittel des Antragsvolumens in den Sanierungsbonus geflossen waren, stoppte das Ministerium im Februar neue Sanierungsanträge und konzentrierte die verbleibenden Mittel auf den Kesseltausch.

Getrennte Fördertöpfe verhindern künftig, dass eine besonders stark nachgefragte Maßnahme automatisch die andere verdrängt. Sie beseitigen aber nicht das Grundproblem schwankender Förderfenster. Für Installationsbetriebe erschweren kurzfristige Öffnungen und Stopps die Personal-, Lager- und Montageplanung. Für Haushalte steigt zugleich der Zeitdruck, Investitionsentscheidungen an Förderterminen statt am tatsächlichen Sanierungsbedarf auszurichten.

Der Start am 2. November kann dem Heizungsmarkt noch im laufenden Jahr zusätzliche Aufträge bringen. Ob daraus ein stabiler Impuls wird, hängt jedoch von drei Punkten ab: von der raschen Veröffentlichung verbindlicher Richtlinien, einem transparenten Budgetstand und einer Abwicklung, die Betrieben und Auftraggebern ausreichend Zeit für seriöse Planung lässt.

Quellen