Das Onlineportal für die Kesseltauschförderung öffnet am 2. November wieder. Wie der Österreichische Biomasse-Verband mitteilt, wird der Umstieg von fossilen Heizsystemen auf Biomasseheizungen in der nächsten Förderperiode mit 6.000 Euro unterstützt. Zuvor waren dafür bis zu 8.500 Euro vorgesehen. Für Anschlüsse an Biomasse-Nahwärme beträgt der Zuschuss 4.000 Euro. Auch heuer bereits gestellte Anträge, die wegen der vorzeitigen Schließung der Förderung nicht berücksichtigt wurden, können laut Verband ab 2. November wieder zum Zug kommen. Bei rechtzeitiger Umsetzung sei eine Auszahlung der Kesseltauschprämie noch heuer möglich.
Verband fordert höheres Austauschtempo
Mit dem Förderbudget von rund 180 Millionen Euro sollen nach Angaben des Verbandes etwa 30.000 fossile Heizungsanlagen durch erneuerbare Heizsysteme ersetzt werden. Aus Sicht der Interessenvertretung reicht das derzeitige Austauschtempo allerdings nicht aus, um einen vollständigen Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen bis 2035 zu erreichen.
Der Verband beziffert den Bestand auf rund 440.000 öl- und 840.000 gasbetriebene Heizungsanlagen. Für einen vollständigen Austausch innerhalb von acht Jahren bis 2035 müssten seiner Berechnung zufolge jährlich durchschnittlich etwa 160.000 Anlagen ersetzt werden. Als Alternativen nennt er Scheitholz-, Pellets- und Hackgutheizungen, Nah- und Fernwärmeanschlüsse sowie Wärmepumpen.
Sorge wegen sinkender Verkaufszahlen
„Mit der Wiederaufnahme der Kesseltauschförderung stellt die Bundesregierung Kontinuität her und vermeidet ein Kesseltauschloch“, erklärt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes in Wien. Das bereits Mitte des Jahres ausgeschöpfte Förderbudget wertet er als Zeichen für die Nachfrage nach Biomassekesseln.
Zugleich warnt Titschenbacher vor den Auswirkungen der reduzierten Förderhöhe: „Wir hoffen, dass sich die Förderhöhenkürzungen nicht weiter negativ auf die Gesamtverkaufszahlen auswirken, diese haben sich im Vergleich zum Vorjahr in einigen Segmenten halbiert, während der Verkauf fossiler Kessel konstant geblieben ist.“
Bei den Brennstoffkosten sieht der Verband weiterhin Vorteile für Holzheizungen. Für September 2026 nennt er rund 8,5 Cent je Kilowattstunde für Pellets, sieben Cent für Brennholz und vier Cent für Waldhackgut. Die Vergleichswerte für Heizöl und Erdgas liegen laut Verband bei rund 18 beziehungsweise 15 Cent je Kilowattstunde. Diese Angaben beziehen sich auf die Brennstoffkosten, nicht auf die gesamten Kosten eines Heizsystems.
