Vor 15.000 Fans wurden in der Mercedes-Benz-Arena von Shanghai vier österreichische Fachkräfte zu Vizeweltmeistern gekürt, sechs weitere Bronzemedaillen gingen an das Team Austria. Die Breite der rot-weiß-roten Leistung unterstreichen zusätzlich 20 „Medals for Excellence“. Diese werden an Teilnehmer vergeben, die mindestens 700 von 800 möglichen Punkten erreichen und damit internationales Exzellenzniveau beweisen.  32 der 48 österreichischen Teilnehmer dürfen sich damit über eine Medaille oder ein „Medal for Excellence“ freuen.

Nochmal verbessert

Österreich verbesserte sich damit noch einmal gegenüber der Performance bei der letzten Weltmeisterschaft: In Frankreich holte das Nationalteam insgesamt sieben Medaillen. Die Nationenwertung ging an Gastgeber China, Österreich wurde Siebter. Damit ist die Alpenrepublik das dritterfolgreichste Land Europas – hinter der Schweiz und Frankreich, knapp vor Deutschland.

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Marcel Riener
Marcel Riener © Skills Austria-Wieser-Slovencik

Silber gewannMarcel Riener: Der Sanitär- und Heizungstechniker aus Reingers in Niederösterreich sicherte sich den zweiten Platz. Riener ist beim Raiffeisen-Lagerhaus Gmünd-Vitis beschäftigt. Schon bei der WM 2022 holte Österreich in diesem Beruf Gold. Gecoacht wird Riener von Herbert Gabauer von der Berufsschule Linz 8, der die Anforderungen aus eigener Erfahrung kennt: Gabauer wurde 2013 selbst Weltmeister und führte Österreich im Vorjahr bei EuroSkills zum Europameistertitel.

Betonbauer Julian Gintner und Michael Pomassl
Betonbauer Julian Gintner und Michael Pomassl © Skills Austria/Wieser/Slovencik

Zu den Medaillen-Gewinner zählen auch die Betonbauer Julian Gintner und Michael Pomassl aus Vitis in Niederösterreich. Sie sicherten sich im Teambewerb den dritten Platz. Das Duo von Leyrer + Graf sorgte damit für die nächste Medaille in Österreichs Paradedisziplin: Nach fünf Weltmeistertiteln in Folge stand Rot-Weiß-Rot auch in Shanghai auf dem Podium und holte die sechste WorldSkills-Medaille in Serie. Hochbauer Noah-Samuel Trettenbrein (BM-Haus) sichert sich eine „Medal for Excellence“ für außergewöhnliche Leistungen.

Bester Österreicher

Zum erfolgreichsten Teilnehmer des Team Austria krönte sich Andreas Landl: Der Fliesenleger aus Wartberg an der Krems in Oberösterreich holte Silber und wurde zusätzlich als bester österreichischer Teilnehmer mit dem prestigeträchtigen Titel „Best of Nation“ ausgezeichnet. Die Fachkraft der Alfred Schnellnberger GmbH musste sich auf der größten Bühne der Welt lediglich einem Konkurrenten geschlagen geben. Gleichzeitig setzte Landl Österreichs Erfolgsserie im Fliesenlegen fort: Nach WM-Gold 2022, EM-Gold 2023 und WM-Gold 2024 ist es bereits das vierte internationale Edelmetall in Folge.

Österreichs außergewöhnliche Erfolgsserie bei den Malern setzte Luca Ladler fort: Der Vorarlberger aus Fußach pinselte sich zum Vizeweltmeistertitel und holt bei der 21. österreichischen WorldSkills-Teilnahme in diesem Beruf bereits die 16. Medaille – 13 davon glänzen in Gold.

Für eine weitere Silbermedaille sorgte Vincent Track. Der Verfahrenstechniker aus Breitenbach am Inn in Tirol trat als erster Österreicher überhaupt im WorldSkills-Bewerb Wassertechnologie an – und schafft auf Anhieb den Sprung auf Platz zwei.

Bronze gewwann neben den Betonbauern der Zimmerer Luca Reitböck aus Oberösterreich, der Niederösterreicher Benedikt Pritz in der Schienenfahrzeugtechnik, der Vorarlberger René Bitschnau in der Chemielabortechnik den dritten Platz, der Vorarlberger Keanu Frick in der Maschinenbautechnik und der Wiener Jonas Baltuska in der Optoelektronik.

Skills Austria-Präsident Josef Herk zeigt sich begeistert: „Was für ein Abend, was für ein Team und was für eine Leistung! Zehn Medaillen und 20 ‚Medals for Excellence‘ bei den größten WorldSkills aller Zeiten sind ein gewaltiger Erfolg“, meint er. „Unsere jungen Fachkräfte haben Österreich auf der größten Bühne der beruflichen Bildung mit Können, Leidenschaft und unglaublichem Kampfgeist vertreten.“