Ob 5-Achs-Simultanbearbeitung, Multi-Tasking-Maschinen, flexible Robotik, KI-gestützte Prozessoptimierung sowie Digitale Zwillinge – die Intertool X Schweissen 2026 zeigte, wie sich Maschinenbau, Automation und Software zu ganzheitlichen Produktionssystemen verbinden. Die Hersteller und Technologiepartner präsentierten dazu praxisnahe Lösungen.
5-Achs-Kompetenz und hybride Automationslösungen
Okuma Austria zeigte mit der MU 4000 ein Universal-5-Achs-Bearbeitungszentrum für anspruchsvolle Anwendungen im Werkzeug- und Formenbau sowie für komplexe Bauteile aus Luftfahrt, Medizintechnik und Maschinenbau. In Kombination mit der Automationslösung Promro Hybrid ID 50 entsteht ein praxisnahes Fertigungskonzept für Lohnfertiger mit wechselnden Bauteilen und Losgrößen. Herzstück ist ein Zentrischspanner von Gressel, der gleichzeitig als Greifer, Spannmittel und Palette fungiert und eine automatisierte 6-Seiten-Bearbeitung ermöglicht.
Komplettbearbeitung als Schlüssel zur Produktivität
Ein zentraler Trend der modernen Fertigung ist die Komplettbearbeitung in einer Aufspannung, um Durchlaufzeiten zu reduzieren und Prozesssicherheit zu erhöhen. Emco präsentierte seine Lösungen für die Komplettbearbeitung – von Dreh-Fräszentren über 5-Achs-Fräsmaschinen bis hin zu vielseitigen Universaldrehmaschinen. WFL Millturn Technologies stellte mit der M30-G Millturn eine Lösung für die Komplettbearbeitung komplexer Werkstücke vor. Die Maschine wurde speziell für Wellen- und Spannteile entwickelt und bietet hohe Steifigkeit sowie optimale Voraussetzungen für präzise Zerspanungsprozesse.
Multi-Tasking und flexible Produktionskonzepte
Mit der Integrex j-200S Neo präsentierte Yamazaki Mazak die Weiterentwicklung seiner Multi-Tasking-Serie. Die Maschine kombiniert Drehen und Fräsen in einer Aufspannung und adressiert aktuelle Herausforderungen wie Losgröße 1, Variantenvielfalt und steigende Anforderungen an Produktivität und Energieeffizienz. Ein wichtiger Bestandteil moderner Fertigungsstrategien ist zudem die Integration von CNC-Technologie, Automation und digitaler Vernetzung zu ganzheitlichen Produktionskonzepten.
Automatisierung für autonome Fertigungsprozesse
Hermle hatte am Messestand das 5-Achs-Bearbeitungszentrum C 12 in Kombination mit dem Robotersystem RS 05-2. Auf lediglich zwei Quadratmetern ermöglicht diese Lösung eine automatisierte 24/7-Bearbeitung kleiner und mittlerer Werkstücke.
Flexible Automation in der Blechbearbeitung
Auch in der Blechbearbeitung gewinnen flexible Automationskonzepte zunehmend an Bedeutung. Bystronic Austria zeigte mit der Mobile Bending Cell eine zukunftsweisende Lösung für den schnellen Wechsel zwischen manueller und automatisierter Blechbearbeitung. Die Kombination aus Abkantpresse und Roboter erlaubt es, innerhalb weniger Minuten zwischen beiden Betriebsarten zu wechseln. Trumpf Maschinen Austria demonstrierte auf der Messe eine durchgängige Prozesskette – vom Laserschneiden über Biegen bis hin zu digital unterstützten Produktionsabläufen.
Digitalisierung und Digitale Zwillinge
Die Digitalisierung entwickelt sich zunehmend zum zentralen Bestandteil moderner Fertigungsstrategien. Digitale Zwillinge, virtuelle NC-Steuerungen und KI-gestützte Analysewerkzeuge ermöglichen eine transparente und effiziente Produktionsplanung. DMG Mori Austria zeigte komplette Fertigungsprozesse – von der Programmierung über Simulation und Automatisierung bis hin zur digital vernetzten Produktion. Siemens präsentiert mit der Sinumerik One eine High-End-CNC-Steuerung mit Digitalem Zwilling. Damit lassen sich Maschinen virtuell in Betrieb nehmen, Programme simulieren und Prozesse optimieren, bevor der erste Span entsteht.
Digitale Fabrik: CAM, Simulation und virtuelle Fertigung
Mit der zunehmenden Komplexität moderner Bearbeitungsprozesse gewinnen CAD/CAM- und Simulationslösungen an Bedeutung. Dazu präsentierten Evolving Technology und Mait Austria mit TopSolid integrierte Lösungen für Konstruktion und Fertigung. Ergänzend zeigte Vericut eine NC-Simulationssoftware zur kollisionsfreien Programmprüfung. (gw)