In ihren ersten Jahren bei Gebrüder Haas hat sie die gesamte Prozessvielfalt in der Metalltechnik miterlebt. „In der Werkstatt habe ich alles umgesetzt vom Zuschneiden, Heften, Schweißen bis zum Schleifen“, erinnert sich Annabelle Haas. Die notwendige Theorie dafür erhielt sie mit dem Zweig Wirtschaftsingenieurwesen am TGM in Wien Brigittenau. „Der Zweig befasst sich sowohl mit technischen als auch mit wirtschaftlichen Fächern, man erlangt umfangreiches Fachwissen in beiden Sparten“, informiert die 34-jährige. Wieso sie sich dafür entschieden hat? „Nachdem wir einen Metallbaubetrieb haben, war es das naheliegendste, dass ich diesen Zweig absolvierte.“ Annabelle Haas ist mit Metall aufgewachsen: „Mein Vater hat meine Schwestern und mich immer wieder in die Werkstatt mitgenommen und uns diverse Arbeiten gezeigt, ebenso die fertigen Metallwerke. Zu Hause hat er uns bei kleinen Reparaturen helfen lassen.“ Für Haas, die in Stammersdorf aufgewachsen und der Region treu geblieben ist – sie wohnt mit ihrem Ehemann und den beiden Töchtern auch heute noch dort – liegt die Faszination von Metall in der Gestaltungsvielfalt.

Breites Spektrum

„Nach dem TGM habe ich mich für die Meisterprüfung Metalltechnik angemeldet. Während des Kurses habe ich im elterlichen Betrieb in der Werkstatt gearbeitet“, erinnert sie sich und zeigt stolz auf einen Raumteiler im Büro. „Diese Edelstahl-Grünwand war mein Meisterstück. Der Raumteiler ist komplett aus Edelstahl gefertigt, bepflanzt und mit einer Wanne für eine automatische Bewässerung ausgestattet.“ Nach dem Abschluss sammelte Haas zunächst Erfahrung beim Metallbaubetrieb Stahl- und Portalbau Ing. Richard Mayer. „Ich war für Angebote und Ausschreibungen zuständig und habe diverse Baustellen begleitet.“ Bei der Strabag war sie anschließend für den Einkauf verantwortlich und hat Ausschreibungen für die Baustellen erstellt. Schließlich kehrte sie in den Familienbetrieb zurück. „In dieser Zeit wurde unser Betrieb nach EN1090 zertifiziert, ich habe die Ausbildung zum International Welding Specialist (IWS) absolviert.“ Sie fuhr mit Technikern auf die Baustellen, Projekte wurden gemeinsam abgewickelt. Später hat sie Projekte auch allein abgewickelt – der Betrieb arbeitet hauptsächlich für Bauträger und Hausverwaltungen, fertigt und montiert Stahl- und Glasgeländer, Stiegen, Pergola-Überdachungen, Lüftungseinhausungen, aber auch Sonderkonstruktionen. „Wir haben beispielsweise einen großen Buchstaben, der als Designlogo im Eingangsbereich angebracht war, mit lasergeschnitten Blechen verkleidet.“

Werbung
RICON® Edelstahl-Verbinder für Outdoor-Anwendungen
Knapp Holzverbinder in Edelstahl A2, Nutzungsklasse 3 für alle bewitterten Pfosten-Riegel/Haupt-Nebenträger Verbindungen. Auch für acetyliertes Holz. Unsichtbar, Selbstspannend, Zerlegbar.
Verkleidung eines Designlogos mit lasergeschnitten Blechen und die Gestaltung eines Geländers mit floralem Muster. © Geha
Eine Edelstahl-Grünwand, das Meisterstück von Annabelle Haas, bildet heute einen Raumteiler im Büro des Metallbauers Gebrüder Haas. © Geha

Gelebte Vielfalt

Seit 2018 ist Annabelle Haas mittlerweile Geschäftsführerin bei Geha. „Wir sind im Büro eher schlank aufgestellt, dadurch arbeitet jeder in jedem Bereich.“ Sie erstellt Angebote und Abrechnungen, setzt Bestellungen um, rechnet Ausschreibungen und ist für das Personalmanagement verantwortlich. Die tägliche Arbeit ist sehr vielseitig und macht ihr viel Spaß. „Der Weg zum fertigen Projekt ist faszinierend, also vom Zeitpunkt der Ausschreibung, dem Anfertigen der Pläne bis zur Ausführung.“ Das Finish, egal ob Geländer oder Überdachung, erfüllt sie mit Stolz. In der Umsetzung ist die Ingenieurin heute nur mehr im Bedarfsfall aktiv. „Durch meine 2-jährigen Töchter bin ich im Moment Teilzeit im Büro.“ Die beiden bestimmen auch ihr Hobby Lesen. Eigentlich liebt sie Krimis, aus aktuellem Anlass stehen Ratgeber für Kinder on top. „Derzeit informiere ich mich über die Körpersprache der Kinder“, lacht sie. Einfluss haben die Töchter natürlich auch bei der Urlaubsgestaltung. „Früher sind wir sehr gern wandern gegangen, dafür sind die Kinder noch zu klein. Daher waren wir heuer am Attersee, am Strand, schwimmen und auf Spielplätzen. Es gab auch ein Heidelbeerfeld, das haben die Kinder geliebt.“ Die Botanik begleitet sie auch daheim. Der Garten ist derzeit für sie Ort der Entspannung.

[Metall 04/2026 E-Paper]