Digitalbau trotzt Krise
Die Digitalbau 2026 erwartet ein deutliches Wachstum. Auf der Fachmesse in Köln werden vom 24. bis 24. März rund 300 Aussteller und 10.000 Besucher*innen erwartet.
Digitalisierung zieht – trotz Krise. Das kommt auch Digitalbau zugute. Die Fachmesse für digitale Lösungen in der Baubranche findet vom 24. bis 26. März in Köln statt. Der Veranstalter, die Messe München, erwartet ein Plus bei den Ausstellern von 270 beim letzten Mal im Jahr 2024 auf rund 300. Mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet. „Digitalisierung erweist sich als dynamischer Treiber für den Bausektor. Davon profitieren auch wir als Fachmesse und können somit den Besucherinnen und Besuchern ein breites Portfolio an Lösungen und Produkten bieten“, meint Projektleiterin und Senior Director Cornelia Lutz. „Die Digitalbau hat sich mittlerweile als führende Plattform etabliert und gilt als Pflichttermin in der Branche.“
300 Aussteller
Den hohen Stellenwert der Veranstaltung unterstreicht auch das durchaus hochkarätige Ausstellerfeld. Unter den rund 300 Unternehmen, die sich Ende März in Köln präsentieren werden, befinden Branchengrößen wie BRZ, Hottgenroth, Nemetschek Group, RIB Software oder der österreichische Anbieter Ishap.
Fachkräftemangel, Kostendruck, lange Planungsverfahren und die Dringlichkeit, nachhaltiger zu bauen: Die Baubranche steht aktuell vor umfangreichen Aufgaben. Die Macher der Digitalbau 2026 adressieren diese Herausforderungen mit vier Leitthemen, die sie in den Mittelpunkt des Messe-Programms stellen: Kreislaufwirtschaft, digitale Prozessoptimierung, Gamechanger KI und Digitalisierung für den Bestand.
Aus Sicht von Ishap-Geschäftsführer Jan Hehenberger ist das eine gute Wahl: „Die vier Leitthemen der Digitalbau 2026 treffen den Kern der aktuellen Branchenherausforderungen“, meint er. Ähnlich sieht das Mads Bording, Chief Strategy Officer, von RIB Software: “Alle diese Themen sind enorm wichtig“, meint er. „Vor dem Hintergrund des 500-Milliarden-Euro-Förderpakets für den Infrastrukturbau in Deutschland und einer prognostizierten Fachkräftelücke von bis zu 100.000 im Bauwesen wird deutlich: Digitalisierung ist unverzichtbar, um die hohen Anforderungen in Deutschland und auch in Österreich zu bewältigen und zugleich schneller, intelligenter und nachhaltiger zu bauen.“
„Die Zukunft des Bauens ist nachhaltig und ressourcenschonend“, meinen die Messe-Macher zum Thema Kreislaufwirtschaft. In der Kreislaufwirtschaft „werden Baumaterialien nach dem Rückbau nicht entsorgt, sondern in einer neuen Funktion wiederverwendet. Bauwerke werden so zu einem wertvollen Materiallager von Rohstoffen.“ Dabei sollen digitale Werkzeuge und neue Planungsansätze helfen – von Materialdatenbanken über BIM bis zur digitalen Baustelle. Auf der Messe werden zahlreiche innovative Lösungen gezeigt.
Effizienter planen, schneller bauen
„Effizienter planen, schneller bauen, nachhaltiger wirtschaften“: Die digitale Prozessoptimierung ist das zweite Schwerpunktthema – und aus Sicht des Veranstalters „der Schlüssel zur Zukunft des Bauens“. Im Fokus der digitalen Prozessoptimierung stehe die Integration digitaler Technologien und Methoden über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks: von der Konzeption und dem Entwurf über die Planung und Ausführung bis zum Betrieb, Umbau und Rückbau. „Das Ziel besteht darin, etablierte, aber analoge Prozesse zu optimieren. Darüber hinaus hilft sie, Fehlerquellen zu minimieren und die Zusammenarbeit der Planungsbeteiligten mithilfe passender digitaler Arbeitswerkzeuge zu verbessern.“
Die Digitalisierung des Bauwesens und die damit verbundene Automatisierung zahlreicher Planungs- und Bauprozesse gewinnen aus Sicht von Experten an Fahrt. Dennoch ist der Bausektor im Vergleich zu anderen Industriezweigen noch immer analog geprägt. Eine Fülle stets wiederkehrender Aufgaben – Tätigkeitsfelder, die beispielsweise im Automobilbereich längst von Robotern und digital gesteuert gelöst sind – müssen auf unseren Baustellen weiterhin in Handarbeit und mit dem Einsatz von Körperkraft erfüllt werden. Hier sollen KI und maschinelles Lernen helfen. Aus Sicht der Messe schaffen sie „eine wichtige Basis, um zukünftig das Planen und Bauen automatisierter, effizienter und noch qualitätsvoller werden zu lassen“.
Bauen im Bestand
Der vierte Schwerpunkt – Bauen im Bestand – ist auch Sicht der Messe „eine der wichtigsten Stellschrauben auf dem Weg zu einer nachhaltigen Zukunft: Hier liegt das größte Potenzial für ressourcenschonendes Bauen und für das Erreichen der Klimaziele.“ Die Digitalisierung nehme bei der Transformation bestehender Bauwerke damit eine Schlüsselrolle ein. Auch hier werden auf der Digitalbau die neuesten Entwicklungen präsentiert.
Für interessante Messetage dürfte gesorgt sein. Die Auswahl der Themen passt jedenfalls auch aus Sicht von Monika Ilg, Geschäftsführerin des österreichischen Bausoftware-Anbieters IB-Data: „Diese vier Leitthemen spiegeln genau die Herausforderungen und Chancen unserer Branche wider.“




