Alexander Sollböck über das Geschäft in 2025:
Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir 2025 in allen Hauptproduktgruppen gewachsen sind. Es war ein sehr erfolgreiches Jahr mit einem zweistelligen Plus – in einem Umfeld, das nicht einfach war. Besonders bei der dynamischen und statischen Druckhaltung konnten wir stark zulegen. Das war für uns am Ende des Tages auch der Erfolgsgarant.
Besser als die Branche
Warum es bei Reflex Austria besser lief als bei vielen anderen Anbietern in der Branche:
Wir konnten viele Projekte realisieren – gemeinsam mit unseren Partnern, vor allem Planern und Anlagenbauern. Wir waren breit in Ausschreibungen vertreten und konnten mit unserer technischen Kompetenz überzeugen. Ein zusätzlicher Erfolgsfaktor war, dass wir Projekte im Ausland realisieren konnten, vor allem in Deutschland und den nordischen Ländern
Wie er das Jahr 2026 sieht:
Positiv. Ich denke, dass wir die erwarteten Investitionszuwächse im Bereich Bau und Ausrüstung von rund 2,5 Prozent leicht übertreffen können. Ich rechne mit moderatem Wachstum. Auch im Ein- und Zweifamilienhausbereich sehe ich Bewegung – weniger im Neubau, mehr in der Sanierung, etwa beim Generationenwohnen.
Welche strategischen Ziele Reflex Austria bis 2030 verfolgt:
Unser Ziel ist ein kontinuierliches, gesundes Wachstum – nicht nur beim Umsatz, sondern auch bei der Zahl der Mitarbeitenden. Wir wollen unsere TOP-Position im Markt und in einzelnen Segmenten weiter ausbauen. Auch das Servicegeschäft wollen wir stärken, denn unsere Anlagen sind wartungsintensiv und sicherheitsrelevant. Zudem setzen wir weiter auf das Projektgeschäft – etwa bei Großanlagen, in der Industrie oder in Rechenzentren.
In welchen Produktgruppen er besonderes Potenzial sieht:
Neben der Druckhaltung sehen wir Chancen im Bereich Speicher – also Pufferspeicher, Warmwasserspeicher – und bei Abscheidern. Unser Ziel ist es, als technischer Komplettanbieter in Heizzentralen wahrgenommen zu werden.
Was er vom Ende der Förderungen für thermische Sanierungen hält:
Das ist nicht sinnvoll. Ich sehe eine gewisse Kurzfristigkeit: Heute wird thermische Sanierung gefördert, morgen Wärmepumpen – aber nie im Gesamtkontext. Ich halte es für essenziell, Gebäude als Ganzes zu betrachten und Maßnahmen sinnvoll aufeinander abzustimmen. Einzelmaßnahmen bringen langfristig wenig. Es braucht mehr Kontinuität, Berechenbarkeit und Ganzheitlichkeit. Der Förderföderalismus und das Gießkannenprinzip bringen uns nicht weiter. Es geht nicht immer nur um Wärmepumpe rein, alte Heizung raus. In manchen Fällen reicht ein hydraulischer Abgleich oder der Tausch von Radiatoren. Jede Maßnahme muss zum Gebäude und zur Nutzung passen.
Wie die Förderungen besser gestaltet werden könnten:
Die Förderstrukturen müssen einfacher und verständlicher werden. Ich kann mir unkomplizierte Mehrwertsteuererleichterungen oder Sockelbeträge vorstellen. Sanierung muss auch über mehrere Jahre möglich sein, nicht jede und jeder kann alles auf einmal stemmen. Wichtig ist: einfache Einreichung, schneller Abruf, gezielte Wirkung.
Ein Beispiel für einen Fehler im aktuellen Förderansatz:
Wenn eine Wärmepumpe in ein unsaniertes Haus eingebaut wird, das noch Kastenfenster aus den Fünfzigern hat, ist der Effekt minimal. Ich vergleiche das gerne mit einem Auto: Wenn drei Reifen alt sind, tausche ich nicht nur einen. Es braucht eine ganzheitliche Sanierung – abgestimmt auf das Haus und seine Bewohner*innen.
Was er sich als Obmann des VIZ wünscht:
Ich wünsche mir, dass die Branche näher zusammenrückt – etwa durch eine gemeinsame Fachmesse, in welcher Form auch immer. Der Neustart der Zusammenarbeit mit der Messe Wels ist ein erster Schritt. Vor Weihnachten haben erstmals alle relevanten Verbände und die Messe Wels an einem Tisch gesessen. Das neue Messekonzept ist ein positives Signal.
Warum ein Zusammenrücken der Branche gut wäre:
Wenn die gesamte Branche mit einer Stimme spricht, erreichen wir mehr – auch gegenüber der Politik. Es geht darum, die Interessen gemeinsam zu vertreten und für ein gemeinsames Ziel zu arbeiten: sinnvolle Lösungen für eine nachhaltige Energiewende.