Die Situation am österreichischen Immobilienmarkt hat sich heuer gravierend verändert. Dies bestätigt auch Michael Pisecky, Obmann der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Wien. Seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs, dem Anstieg der Inflation, den Gegenmaßnahmen der Europäischen Zentralbank und der national erlassenen KIM-Verordnung hat sich die Suche nach Immobilien drastisch verändert, so Pisecky: Mietwohnungen in Wien hatten immer einen Suchanteil von 60 bis 70 Prozent, Eigentumswohnungen von 30 bis 40 Prozent. Im dritten Quartal 2023 zeigte sich ein komplett anderes Bild. Nun entfielen 85 Prozent aller Suchanfragen auf Mietwohnungen. Nur mehr rund 15 Prozent entfallen auf Eigentum (gemessen von der Immobiliensoftware Justimmo).

Um den Wohnungsneubau anzukurbeln, muss aus Sicht von Pisecky, die in der KIM-Verordnung vorgeschriebene Schuldendienstquote von 40 Prozent angehoben werden. „Dann können sich auch wieder Einzelpersonen und Jungfamilien den Erwerb von Eigenheim mit bei heimischen Banken aufgenommenen Krediten leisten.“ Pisecky verweist darauf, dass in Deutschland die Schuldendienstquote bei immerhin 60 Prozent liege.

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