„Vor allem das Badezimmer bietet ein enormes Potenzial für Energie- und Wassereinsparungen: 40 Prozent des häuslichen Wasserverbrauchs und ein bedeutender Anteil der Energiekosten für Warmwasserbereitung fallen hier an.“ Michael Plachy, Leader B2B bei Lixil Europe, dem Mutterkonzern von Grohe, bringt auf den Punkt, warum das Thema Energieeffizienz im Bad so wichtig ist – und was die Hersteller von Armaturen dazu beitragen können: „Mit innovativen Technologien schaffen wir Lösungen, die Komfort und Ressourcenschonung vereinen.“
120 bis 160 Liter am Tag Wasserverbrauch
Im Durchschnitt verbrauchen jede Österreicherin und jeder Österreicher täglich zwischen 120 und 160 Liter Wasser. Fast die Hälfte davon im Bad – beim Duschen, Baden, Händewachsen oder Zähneputzen. Dazu kommt der Energieaufwand für das Erwärmen des Wassers. Das Einsparungspotenzial ist dementsprechend groß: Wie groß, das verdeutlicht eine von Hansgrohe initiierte Studie. „Unsere Berechnungen zeigen, dass sich der Gesamtenergiebedarf durch den Einsatz von Wasserspar- und Energieeffizienztechnologien in Brausen und Armaturen um bis zu sechs Prozent senken lässt. Wenn die Trinkwassererwärmung über dezentrale Durchlauferhitzer erfolgt, steigt das Einsparungspotenzial sogar auf bis zu 12 Prozent“, sagt Studienautor Professor Bert Oschatz vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung, ITG Dresden.
Die Hersteller sind sich der Aufgabe bewusst und reagieren mit innovativen Lösungen. Hansgrohe setzt unter anderem auf Handbrausen mit der Eco Smart-Technologie, die nur sechs Liter Wasser pro Minute bei drei bar verbrauchen – im Vergleich zu 15 Litern bei herkömmlichen Brausen.
Lixil-Manager Plachy verweist auf wassersparende Armaturen und Brausen mit der Grohe Eco Joy Technologie, die den Wasserverbrauch beim Händewaschen und Duschen um bis zu 50 Prozent reduziert und den Energiebedarf für die Warmwasserbereitung senkt. Die Eco Mode Kartuschen des Herstellers lassen in ausgewählten Armaturen in der Mittelstellung des Armaturenhebels nur Kaltwasser fließen und verhindern so unnötigen Warmwasserverbrauch. Ein weiteres Highlight ist das Unterputz-Duschsystem Grohe Rapido Heat Recovery, das Wärme aus dem Duschwasser zurückgewinnt.
Design mit Konnektivität
Bei Hansa antwortet man auf die Forderung nach mehr Energieeffizienz mit der neuen Armaturenserie Hansa Electra. „Sie kombiniert schlankes, modernes Design, Hochleistungswerkstoffe und innovative Konnektivität, die unter anderem eine digitale Überwachung und Steuerung von Ressourcenverbrauch oder Spülvorgängen möglich macht“, so Country Manager Bernhard Ahrer. „Von zentraler Bedeutung wird zukünftig sein, wie sich die Daten aus Verwendung oder Betriebs-Status erfassen, auslesen und auswerten lassen.“ Die Hansa 360 App ermöglicht neben der klassischen Parameter-Einstellung die Auswertung einer Vielzahl an gewünschten Daten.
Geberit will unter anderem mit der „neuesten Entwicklung im Bereich WC-Systeme“ punkten: die Turbo Flush Spültechnik. Durch die Weiterentwicklung der Innengeometrie der Keramik wird erreicht, dass das Wasser aus dem Spülkasten präzise in die Keramik geleitet und ohne Einschränkung in einer optimalen Ausspülung umgesetzt wird. „Dadurch erzielen wir eine sehr hohe Flächenspülung und Spülleistung. Die Keramik ist in der Regel bereits nach dem ersten Spülvorgang sauber ausgespült, was zur Reduktion des Wasserverbrauchs bei der WC-Spülung beiträgt“, meint Reinhard Riedl, Leiter Produktmanagement & Marketing bei Geberit Österreich.
„Energieeffizienz im Bad beginnt für uns dort, wo sie im Alltag wirklich wirkt: im öffentlichen und gewerblichen Bereich, weil hier Wasser- und Energieverbrauch ein wesentlicher Kostenfaktor sind“, meint Walter Berger, Geschäftsführer von Schell Armaturen Austria. „Mit berührungslosen Schell Waschtisch-Armaturen lassen sich bis zu 70 Prozent Wasser sparen – bei höchstem Nutzerkomfort – sowie zusätzlich Energiekosten für die Warmwasserbereitung. Zur einfachen Nachrüstung bestehender Armaturen – auch im Privatbad – empfiehlt sich unser Eckregulierventil: Damit reduziert sich der Wasserverbrauch ohne Komfortverzicht um bis zu 40 Prozent.“
Der sparsame Umgang mit Wasser und Energie im Bad steht natürlich auch im Großhandel ganz oben auf der Prioritätenliste. Holter setzt auf ein breites Sortiment von Produkten. Dazu zählen wassersparende Armaturen und Brausen, effiziente Dusch-WCs, moderne Spültechniken sowie intelligente Steuerungs- und Regelungssysteme. „Energieeffizienz im Bad bedeutet für uns bei Holter, Verantwortung zu übernehmen, für den täglichen Komfort der Nutzerinnen und Nutzer und ebenso für kommende Generationen“, sagt Monika Horvath, Geschäftsbereichsleitung Bad. „Mit intelligenten, ressourcenschonenden Produkten und einer starken Beratung unterstützen wir unsere Installateur*innen.“
Ihr Branchenkollege Christian Kummer, Leiter Sanitär bei der GC-Gruppe Österreich, nennt eine ganze Reihe von Produktlösungen, mit denen man die Installateure beim Thema Energieeffizienz unterstützt: Dazu gehören Enthärtungsanlagen, die Kalk reduzieren und damit Heizstäbe, Boiler und Durchlauferhitzer deutlich effizienter arbeiten lassen sowie Duschköpfe, die den Wasserverbrauch um bis zu 50 Prozent reduzieren oder Thermostatarmaturen, die unnötiges Nachregeln verhindern und somit Warmwasser sparen. Ebenfalls im Angebot: Handtuchheizkörper mit Zeitschaltuhr und Fußbodenheizungen mit intelligenter Regelung.
„Wir setzen auf hochwertige Produkte namhafter Hersteller, die Wasser sparen, Energieeffizienz und modernes Design miteinander verbinden“, erläutert Raphael Langer, Leiter Bad & Energie Perchtoldsdorf bei der Frauenthal Handel Gruppe. Die Palette reicht von Sensor-Armaturen, Duscharmaturen mit geringeren Durchflussmengen bis hin zu WC-Systemen mit spezieller Spültechnologien und intelligenter Regel- und Steuerungstechnik für Heizungen. Ein weiteres Beispiel: Armaturen mit integrierter Sparfunktion. Hierbei wird Luft beigemischt, um den Wasserverbrauch zu senken, aufgrund der geringeren Durchflussmenge. Langer: „Sie reduzieren den Wasserverbrauch spürbar und sorgen gemeinsam mit Thermostaten dafür, dass die gewünschte Temperatur schnell erreicht wird.“