Neben spannenden Fachvorträgen über Themen aus Technik, Forschung und Wirtschaft für die gesamte Fenster-, Türen- und Sonnenschutzbranche gab es dieses Jahr wieder zwei hochkarätig besetzte Diskussionsrunden. Kooperationspartner des Fenster-Türen-Treff waren wie gewohnt der Verein Plattform Fenster Österreich, die Bundesinnung Tischler und Holzgestalter sowie der Bundesverband Sonnenschutztechnik Österreich.

Der Fenster-Türen-Treff diente wieder der Netzwerkpflege, die Besucher*innen tauschten sich in der lockeren Atmosphäre der gut besuchten Fachausstellung aus. © Holzforschung Austria

Sicherheit & Nutzbarkeit

Nach der Veranstaltungseröffnung durch Seminarleiterin Julia Bachinger von der Holzforschung Austria und einer Rückschau auf die vergangenen Veranstaltungen erläuterte Patricia Rosenauer vom Kuratorium für Verkehrssicherheit anhand der Ergebnisse einer qualitativen Studie mit Einbrechern, welche Einbruchsprävention tatsächlich abschreckt.

Werbung
Schlankes, kantenloses Design: Geberit CleanLine30
Die neue Duschrinne CleanLine30 von Geberit punktet mit minimalistischem Design und verbesserter Funktionalität. Was bleibt, ist die bewährte Montagetechnik mit vormontiertem Dichtvlies.
mehr erfahren

Ganzheitliche Planung

Im Anschluss sprach Peter H. Spitaler (Team Spitaler – Studio für Universaldesign) über die barrierefreie Gestaltung von Türen und Räumen, damit diese von möglichst vielen Menschen ohne Sonderlösungen genutzt werden können. Laut Vortragendem zeichnen sich qualitative technische Lösungen nicht durch Komplexität aus, sondern durch einfache und intuitive Nutzung im Alltag. Der Vortrag leitete direkt in die nachfolgende Podiumsdiskussion über Anforderungen an Fenster und Türen beim Themenbereich Funktionalität, Ästhetik und Nutzbarkeit über. Andreas Distel von der Bundesinnung Tischler und Holzgestalter und Experte für barrierefreies Bauen plädierte dafür, gemeinsam wirtschaftliche und sinnvolle Lösungen zu finden. Klaus Helzel (TÜV Süd Industrie Service/D) ermahnte, dass es immer eine Abwägung geben müsse, ob es sinnvoller sei, bereits bestehende Systeme zu adaptieren oder mit einem Schritt zurück Lösungen völlig neu zu denken. Georg Schrattenecker vom Ingenieurbüro Schrattenecker – ZT wiederum ermutigte zum Überdenken der Ausführung von Standardlösungen bei Öffnungsmechanismen von Türen und Fenstern und zur Umsetzung der jeweils notwendigen Lösungen. Gemeinsames Fazit war, dass barrierefreie Zugänge und sichere Gebäude ganzheitlich geplant werden müssen, um auch technisch hochwertige Lösungen umsetzbar zu machen.

Bei der spannenden Podiumsdiskussion über Barrierefreiheit sprach Seminarleiterin Julia Bachinger mit ausgewiesenen Experten: Andreas Distel, Klaus Helzel, Georg Schrattenecker und Peter H. Spitaler (v.l.). © Holzforschung Austria

Einbau & Anschlüsse

Das zweite Fachgespräch widmete sich der heimischen Fensterbranche „im Umbruch“, diskutiert wurde etwa die richtige Reihenfolge der Sanierungsmaßnahmen beginnend bei der Außenhülle.

Danach zeigte Bernd Saß vom Forschungsinstitut ift Rosenheim seine Forschung zur schalltechnischen Bewertung kritischer Einbausituationen von Fenstern. Um hier Licht ins Dunkel für die Ausführenden zu bringen, stellte die Holzforschung Austria den gemeinsam mit den beteiligten Verbänden erarbeiteten neuen Leitfaden „Dicht ums Fenster“ vor.

Praxis & Recht

Der zweite Tage stand ganz im Zeichen der Praxis. Eröffnet wurde der Block von Karin Hauer und Martin Wieser, beide Holzforschung Austria, mit ihrem Vortrag über Mängel und Schäden bei der Ausführung von Fenstern und Türen. Sie zeigten Schadensfälle zu Eis und Kondensat im Falz, Risse in den Flügelprofilen und Verfärbungen der Oberflächen während der Bauphase. Um diese Fälle zu vermeiden, brauche es eine Abstimmung der Gewerke, detaillierte Planung, eine bedarfsorientierte Kommunikation sowie die konsequente werkseigene Produktionskontrolle.

Kastenfenster im Fokus

Im anschließenden Referat über die Luftdichtheit von Kastenfenstern stellten Roman Meixner und Alexander Stenitzer von der HFA gemeinsam mit Matthias Schuß von der Technischen Universität Wien die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „ErKa – Ertüchtigung von Kastenfenstern“ vor. Fazit: Die Untersuchungen zeigen, welche Maßnahmen aus der Praxis welchen Einfluss auf die Luftdichtheit, die Kondensatbewertung und den Schallschutz des Kastenfensters haben. Das Kastenfenster war auch Thema im Folgevortrag von HFA-Mitarbeiter Michael Truskaller, der sich im selben Forschungsprojekt die Verleimung, V-Fuge und Beschichtung der Eckverbindungen in Punkto Wasseraufnahme und Feuchteschutz genauer angesehen hat.

Für Tischlereien besonders interessant: Roman Meixner stellte gemeinsam mit Forschungspartnern die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „ErKa – Ertüchtigung von Kastenfenstern“ vor. © Holzforschung Austria

Wohin die rechtliche Reise für die Branche in Europa geht, behandelte im Abschlussvortrag der Veranstaltung Frank Koos, Generalsekretär bei EuroWindoor AISBL. Er zeigte die Herausforderungen für Fenster und Türen im Kontext der geplanten Europäischen Gesetzgebung auf.

Im Rahmen der Verabschiedung kündigte Seminarleiterin Julia Bachinger auch gleich den Termin für den nächsten Fenster-Türen-Treff an: Dieser wird am 4. und 5. März 2027 wie gewohnt in Salzburg stattfinden. (gh/hfa) www.holzforschung.at ■