Am 15. und 16. Oktober 2026 lädt das Orte Architekturnetzwerk Niederösterreich ins Schloss Reichenau. Unter dem Titel „Zweitwohnsitze – Fluch oder Segen für den ländlichen Raum?“ stehen die Folgen von Zweitwohnsitzen für Gemeinden und Regionen im Mittelpunkt. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Vertreter aus Politik und Verwaltung auf Gemeinde- und Landesebene.
Nach Angaben der Veranstalter übersteigt die Zahl der Nebenwohnsitzmeldungen mittlerweile in 20 österreichischen Gemeinden die Bevölkerungszahl. Als Gründe für die steigende Nachfrage nach zusätzlichem Wohnraum im ländlichen Raum nennt das Architekturnetzwerk unter anderem die Corona-Pandemie, die zunehmende Zahl an Hitzetagen sowie Immobilieninvestments. Gleichzeitig werde zusätzlicher Wohnraum häufig nur sporadisch genutzt.
Auswirkungen auf Wohnraum und Ortskerne
Die Folgen können je nach Region unterschiedlich ausfallen. In Gemeinden, die bereits von Abwanderung und Leerständen betroffen sind, könne die zeitweise Nutzung von Immobilien das soziale Leben und die Entwicklung der Ortskerne zusätzlich beeinflussen. In anderen Regionen wiederum könne eine hohe Nachfrage nach Zweitwohnsitzen das verfügbare Wohnraumangebot für die lokale Bevölkerung verknappen und zu steigenden Immobilienpreisen beitragen.
Auch die kommunale Infrastruktur spielt eine Rolle. Gemeinden müssen Ver- und Entsorgungsstrukturen bereitstellen, während Einnahmen, die an Hauptwohnsitze gekoppelt sind, fehlen können. Niederösterreich, Burgenland und Wien sind laut Orte die drei österreichischen Bundesländer, in denen derzeit keine Zweitwohnsitzabgabe eingehoben wird.
Raumplanung und neue Wohnformen
Bei der zweitägigen Veranstaltung sollen unterschiedliche fachliche Perspektiven zusammengeführt werden. Diskutiert wird unter anderem, wie Gemeinden Angebote für Menschen mit Zweitwohnsitz und für die dauerhaft ansässige Bevölkerung miteinander vereinbaren können. Dabei sollen auch Klima- und Bodenschutz berücksichtigt werden. Weitere Themen sind Baukultur, Wohntypologien, neue Wohnformen und mögliche Anpassungen in der Raumplanung.
Zu den angekündigten Vortragenden zählen unter anderem Margarete Haderer von der Technischen Universität Wien mit Schwerpunkt Umwelt- und Raumsoziologie, Paul Hahnenkamp vom Institut für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Wien sowie Arthur Kanonier, Leiter des Forschungsbereichs Rechtswissenschaften an der Technischen Universität Wien mit Schwerpunkten im Boden- und Raumordnungsrecht. Ebenfalls angekündigt sind der Raumplaner Andreas Falch, Architekturjournalist Maik Novotny (ÖGFA Vorstandsvorsitzender) sowie Vertreter aus Gemeinden und der Dorf- und Stadterneuerung.
Vorträge, Workshops und Film
Das Programm kombiniert Impulsvorträge mit Workshops. Die Fragestellungen sollen im Verlauf der beiden Halbtage vertieft werden, weshalb die Veranstalter eine Teilnahme an beiden Tagen empfehlen. Am Donnerstag ist außerdem eine Vorführung des Films „Alpenland“ von Robert Schabus aus dem Jahr 2022 vorgesehen.
Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 15. Oktober, um 14 Uhr und endet um 18.30 Uhr. Am Freitag, 16. Oktober, läuft das Programm von 9 bis 13 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich, die Veranstalter empfehlen eine Zimmerreservierung. Veranstaltungsort ist das Schloss Reichenau in Reichenau an der Rax.
Zweitwohnsitze – Fluch oder Segen für den ländlichen Raum?
Termin: 15. und 16. Oktober 2026
Ort: Schloss Reichenau, Schlossplatz 9, 2651 Reichenau an der Rax
Veranstalter: Orte Architekturnetzwerk Niederösterreich
Teilnahme: kostenfrei, Anmeldung erforderlich
Weitere Informationen und Anmeldung: Orte Architekturnetzwerk Niederösterreich