Zu Herbstbeginn möchte ich mich diesmal mit den aktuellen Wirtschaftsdaten unseres Landes beschäftigen. Nach einer längeren Stagnations- und Krisenphase verzeichnet Österreichs Wirtschaft auch 2026 bisher leider nur ein sehr verhaltenes Wachstum von rund 0,7 bis 0,9 Prozent. Im zweiten Quartal 2026 ist das BIP minimal um 0,1 Prozent geschrumpft.
Nach schwachen Vorjahren erwarten das WIFO und die Bank Austria für 2026 ein leichtes BIP-Wachstum von ca. 0,7 bis 0,9 Prozent. Für das Jahr 2027 wird eine leichte Erholung mit einem Plus von etwa 1,2 Prozent prognostiziert. Die Inflation lag im Sommer 2026 bei rund 2,9 %. Für das kommende Jahr wird eine Inflationsrate von 2,3 % erwartet. Globale Energiepreisvolatilitäten und geopolitische Risiken belasten die Unternehmen weiterhin. Angesichts der gedämpften Dynamik fordern der Wirtschaftsbund und Interessenvertretungen daher ein sofortiges Aussetzen unnötiger Berichtspflichten und einmal mehr einen Abbau der Bürokratie.
Während das Neubaugeschäft in der SHK-Branche aufgrund der anhaltenden Baukrise stark eingebrochen ist, stellt das Sanierungs- und Bestandsgeschäft den wichtigsten Rettungsanker dar. Derzeit verzeichnen mehr als die Hälfte der Betriebe leider Umsatzrückgänge. Der Erlösdruck kann teilweise nur durch steigende Preise und eine höhere Wertschöpfung pro Auftrag abgefedert werden. Über 83 % des Umsatzes werden mittlerweile im Bestand erwirtschaftet. Großprojekte wie die Sanierungsoffensive mit einem Budget von 360 Millionen Euro für den Kesseltausch und thermische Sanierungen wurden extrem stark nachgefragt. Die Bundesmittel für den Kesseltausch wurden aufgrund des enormen Ansturms von rund 53.000 umstiegswilligen Haushalten vorzeitig ausgeschöpft. Auch kommunale Großinvestitionen wie die umfassende Erneuerung von rund 100 Wohnhausanlagen mit einem Volumen von 1,37 Milliarden Euro unterstützen die SHK-Betriebe spürbar.
Hinzu kommt, dass die starke Generation der Babyboomer in Pension geht, während zu wenige junge Arbeitskräfte nachrücken. Der Beruf des Installateurs ist weiterhin offiziell als bundesweiter Mangelberuf gelistet.
Das ist keine besonders erfreuliche Bestandsaufnahme, aber es gibt zumindest einige Hoffnungsschimmer für das nächste Jahr.
