Die Baustelle ist der Ort, wo eine Vielzahl von Ansprüchen an die Be- bzw. Ausleuchtung aufeinandertreffen. Hier wird entladen, an- oder abtransportiert, gelagert und montiert. Zusätzlich spielen die Wetterbedingungen eine Rolle. Sind Lauf- oder Verkehrswege schlecht ausgeleuchtet, kann es bei Regen, Sturm, Glätte oder Schnee schnell zu Unfällen kommen. Möglicherweise wird das Material beschädigt oder es entstehen Mängel, die wiederum Nacharbeiten erfordern.

Die Ansprüche definieren

Gerade für die Baustelle gilt es, die Erfordernisse im Vorfeld genau zu definieren. Hier geht es darum, herauszufinden, welche Ansprüche im Detail abgedeckt werden müssen. Wie sieht das Umfeld der Baustellen aus? Ist eine Beleuchtung beim Ent- bzw. Beladen möglicherweise erforderlich? Ist auch beim parkenden Transporter ein Netzbetrieb möglich oder ist man teilweise auf eine autarke Energieversorgung über ein Akkusystem angewiesen? Wird die Baustelle möglicherweise über einen Dienstleister mit entsprechendem Equipment ausgeleuchtet? Gibt es Beleuchtungssysteme, die hybrid, also sowohl mit der vorhandenen Akku-Technik als auch mit Netzstrom, betrieben werden können? Alles Fragen, die man sich vor einer Investition in eine Beleuchtungsanlage stellen sollte.

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Baustelle ist nicht gleich Baustelle

Es ist kein Geheimnis, dass der Tischlerberuf einer der vielseitigsten Handwerksberufe ist. So müssen auch beim Thema Baustellenbeleuchtung viele unterschiedliche Ansprüche abgewogen werden. Werden zum Beispiel Fenster in einem Rohbau montiert, bestehen weitaus andere Ansprüche an eine Arbeitsbeleuchtung wie bei einer Fensterrenovierung im bewohnten Objekt.

In einem Rohbau, mit meist unverputzten Wänden, tritt fast keine Reflexion auf. Sind die Wände geweißt, wirkt derselbe Raum mit derselben Ausleuchtung um ein Vielfaches heller. So ist bei vielen Renovierungsarbeiten oft eine Notbeleuchtung bestehend aus einer Lampenfassung mit LED-Leuchtmittel ausreichend.

Eine ähnliche Situation findet man im Außenbereich vor. Während Gebäude, die renoviert werden, über Außenbeleuchtung verfügen, sind nur wenige Rohbauten im Außenbereich ausreichend ausgeleuchtet. Auch die Verkehrswege rund um den Rohbau sind oft alles andere als tadellos. Kommen dann noch die üblichen, in der dunklen Jahreszeit vorherrschenden Wetterbedingungen hinzu, muss man in Sachen Beleuchtung schon gut aufgestellt sein, um alle Ansprüche abdecken zu können. Weiterhin gilt es neben der Beleuchtung auch Material, Hilfsmittel und Werkzeug zu transportieren. So muss auch mit dem Platzbedarf im Transporter entsprechend gehaushaltet werden.

Schattenwurf und Überstrahlen vermeiden

Lange her sind die Zeiten, in denen Halogenstrahler die einzige Lichtquelle auf der Baustelle waren. Die Kombination aus einer sehr empfindlichen Lichtquelle mit gleichzeitiger massiver Wärmeentwicklung war nicht nur äußerst störanfällig. Einer der größten Nachteile bestand darin, dass man beim Heraustreten aus dem sehr intensiven Lichtkegel stark geblendet war. Daher ist der Einsatz von Lichtquellen ratsam, die einen großen Bereich, im besten Fall 360 Grad, ausleuchten. Sind jedoch bereits Strahler vorhanden, können diese so platziert werden, dass sie möglichst indirekt zur Beleuchtung beitragen. So werden Schatten reduziert und die Mitarbeiter nicht direkt geblendet. Viele Systeme verfügen zudem über eine Stufenschaltung, sodass die Lichtintensität entsprechend angepasst werden kann. So lässt sich nicht nur das Blenden vermeiden, auch wertvolle Akku-Leistung kann eingespart werden.

Maschinen und Werkzeuge, die leuchten

Nicht nur auf der Baustelle können Maschinen, die über ein Arbeitslicht verfügen, ihre Vorteile ausspielen. Sie ermöglichen über das am Maschinengehäuse verbaute Arbeitslicht einen freien Blick auf das zu bearbeitende Material mit seinen spezifischen Eigenschaften und sämtlichen Anrissen. So lassen sich alle wichtigen Details erfassen – egal ob Astausriss, Materialfehler, Schraubenkopf, Längenanriss oder Eintauchpunkt. Der Arbeitsbereich ist immer ausreichend ausgeleuchtet, und der Mitarbeiter kann sich auf das Wesentliche konzentrieren: die Maschinenarbeit.

Freihändige Lichtführung

Ganz egal, welche Arbeiten auf der Baustelle zu verrichten sind: Die Hände werden in erster Linie zum Arbeiten und Transportieren benötigt. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Haustürschloss instand gesetzt, ein Fenster montiert oder ein Möbel aufgestellt wird oder ob Werkzeuge und Material aus dem Transporter zu holen sind. Um für den Auftraggeber solide Qualität abliefern zu können ist eine ausreichende Beleuchtung bei jeder dieser Tätigkeiten unverzichtbar. So kann auch der Einsatz von geeigneten Stativen die Baustellenbeleuchtung um ein Vielfaches praktikabler machen. Auch die Nutzung von Stirn-, Helm- und Nackenleuchten kann eine nicht zu unterschätzende Alternative sein. So bleiben die Hände für die Arbeit frei und das Blickfeld und die Laufwege sind immer gut ausgeleuchtet.

Zusatzfunktionen ausschöpfen

Viele der angebotenen Leuchten bieten nützliche Zusatzfunktionen wie Magnetfüße, Gürtelclips oder Stativaufnahmen. Dies gilt es bei einer Kaufentscheidung mit zu berücksichtigen. Aber auch vielfältige Dreh- und Verstellmöglichkeiten für die Baustellenbeleuchtung werden angeboten, sodass sich jeder individuell entsprechend seinen Anforderungen ausrüsten kann.

Das Fazit

Nur ausreichend ausgeleuchtete Arbeitsplätze ermöglichen ein ermüdungs- und unfallfreies Arbeiten. Licht ist Pflicht! Das gilt vor allem für die Baustelle, wo allzu oft widrige Arbeitsbedingungen wie ­Dunkelheit und schlechtes Wetter auf eine Vielzahl von komplexen Tätigkeiten, einen immensen Zeitdruck, ein hohes Aufkommen an Gewerken und den hohen Qualitätsanspruch der Auftraggeber treffen. ■

Stirn- und Nackenleuchten ermöglichen eine gleichmäßige Ausleuchtung des Arbeitsbereichs– auch dann, wenn man seine Position immer wieder verändern muss. Bei dieser Schulterleuchte lassen sich die beiden Leuchten frei positionieren und halten über einen Magnetfuß. Das rote Licht der Stirnlampe macht den Mitarbeiter von der Rückseite aus erkennbar. Sehen und gesehen werden lautet das Motto. © Böning
Wenn Renovierungsarbeiten anstehen, muss damit gerechnet werden, dass auch die Elektrik erneuert wird. © Metabo
© Metabo
Immer dann, wenn Flexibilität gewünscht ist, kann eine Beleuchtung, die mit einem Akku versorgt wird, schnell installiert werden. © Dewalt
Viele Hersteller bieten eine App-Steuerung für ihre Beleuchtungssysteme an. Ein großer Vorteil: Man ist immer über den aktuellen Ladezustand informiert und kann rechtzeitig reagieren. © Festool
Neben der App kann dieses Modell auch analog gedimmt werden, um eine Überblendung zu vermeiden. © Festool
Besonders an Orten, wo bekanntlich wenig Licht vorhanden ist, wie in einem Schrank, sind mobile Lichtquellen ein gutes Mittel. © Festool
Auf der Baustelle muss man schnell und flexibel Lichtquellen schaffen, die sich ohne großen Aufwand installieren und verschieben lassen. © Milwalkee
© Milwalkee
Auch bei Bauarbeiten in Innenräumen fehlt allzu oft eine ausreichende Beleuchtung. © Makita
Die Baustellenbeleuchtung ist immer eine Herausforderung. Besonders dann, wenn gleichzeitig sowohl im Außen- als auch im Innenbereich gearbeitet wird. © Bosch
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