„Das Thema Generationenbad hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, nicht nur im Neubau. Gerade bei Renovierungen steht immer häufiger die Frage im Raum, wie ein Bad gestaltet sein muss, um bis ins hohe Alter ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden führen zu können.“ Christian Babinetz, Verkaufsleiter bei Laufen in Österreich, verdeutlicht eine Entwicklung, die in der Branche stark an Bedeutung gewonnen hat. Christian Kummer, Leiter Sanitär bei der GC-Gruppe Österreich, formuliert es so: „Das Generationenbad hat sich vom Nischenthema zum neuen Standard entwickelt.“
Bad für Generationen
Bäder, die von mehreren Generationen über viele Jahre hinweg gemeinsam benutzt werden können, sind zunehmend gefragt. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch den demografischen Wandel. „Blick man auf die Gesamtentwicklung der Bevölkerung – mit den sinkenden Geburtenraten und der steigenden Lebenserwartung – so wird der Anteil an älteren Menschen weiterhin steigen“, sagt Harald Hofko, Schulungsleiter und Experte für barrierefreies Bauen bei Geberit. „Für uns ist dieses Segment ganz klar ein Zukunftsmarkt. Die Menschen werden älter und möchten möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben“, ergänzt Christopher Fischer, Leiter Bad & Energie Österreich bei der Frauenthal Handel Gruppe. „Gerade im Renovierungsbereich sehen wir daher großes Potenzial.“
Immer mehr Sanierungen
Den Sanierungsmarkt spricht auch Monika Horvath, Leiterin des Geschäftsbereichs Bad bei Holter, an: „Viele Bäder sind 20 bis 30 Jahre alt und werden modernisiert. Dabei wird heute deutlich vorausschauender geplant als früher“, meint sie. „Gefragt sind komfortable Lösungen, die unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigen. Generationengerechte Bäder, so Horvath, „entwickeln sich vom Nice-to-have zum Planungsstandard“. Ähnlich sieht das Florian Haude, Produktmanager bei Hewi. Er ortet ein „wachsendes Bewusstsein für Komfort und Selbstständigkeit im eigenen zu Hause“. Haude weiter: „Barrierefreie oder -arme Lösungen werden dabei zunehmend nicht nur als altersbedingt notwendig, sondern als genereller Mehrwert wahrgenommen.“
Nicht nur Ältere
Andreas Kamptner, Vertriebsleiter von SFA Österreich, betont ebenfalls, dass es beim Generationenbad „längst nicht mehr nur um ältere Menschen oder Pflegefälle“ geht. „Immer mehr Bauherren suchen Bäder, die Sicherheit, Komfort und langfristige Nutzbarkeit vereinen“, sagt Kamptner. Er sieht zudem eine „wachsende Bereitschaft, das Bad frühzeitig an veränderte Lebensphasen anzupassen“.
Vom „Zukunftsbad“ spricht in diesem Zusammenhang Erdogan Demirci, Verkaufsleiter bei HSK in Österreich. Das altersgerechte Bad, so Demirci, gewinne zunehmend als Wertfaktor an Relevanz: „Ein durchdachtes Generationenbad vereint Komfort, Sicherheit und Design und steigert damit nachhaltig den Wert der Immobilie“, so der HSK-Manager. „Moderne, aufeinander abgestimmte Produkte machen eine optimale Raumausnutzung, sowohl optisch als auch technisch, möglich.“
Anforderungen an Installateure
Die geänderten Wünsche der Kundschaft stellen natürlich auch die Installateure vor neue Anforderungen. Darauf weist Gerhard Rummerstorfer, Marketingleiter bei Artweger, hin: „Für Installateur*innen bedeutet das eine veränderte Beratungssituation. Kund*innen denken in der Planung nachhaltig und erwarten heute Lösungen, die sich an unterschiedliche Lebensphasen anpassen, ohne dass später aufwendig umgebaut werden muss“, so Rummerstorfer. „Bei generationenübergreifenden Badkonzepten ist es entscheidend, dass sich diese Lösungen wirtschaftlich umsetzen und technisch zuverlässig installieren lassen.“
Barrierefreiheit ist gefragt
Aber welche Lösungen werden derzeit besonders verlangt, wenn es um das Generationenbad geht? Es geht natürlich um Barrierefreiheit. Aber was heißt das in der Praxis? „Gefragt sind vor allem bodengleiche Duschen mit rutschhemmenden Oberflächen, großzügige und offen gestaltete Duschbereiche, höhenverstellbare Traggerüste sowie Waschtischlösungen, die bei Bedarf unterfahrbar sind“, fasst Frauenthal-Manager Fischer stellvertretend für seine Kolleginnen und Kollegen zusammen.
Kein Krankenhaus
Neben „Barrierefreiheit“ fällt in den Statements der Branchenvertreter häufig ein weiterer Begriff: „Krankenhaus“ – und zwar als Beschreibung dessen, was nicht mehr gefragt ist. Generationenbad werde heute „nicht mehr mit rein funktionalen oder gar ‚krankenhausartigen‘ Erscheinungsbild verbunden“ meint etwa Fischer. Das Bad solle „jedoch keinen ‚Krankenhaus-Charme‘ versprühen, sondern ein elegantes und zeitloses Design mit durchdachten Funktionen verbinden“, sagt Laufen Österreich-Verkaufsleiter Babinetz. Funktional und schön – so könnte man es auch formulieren. Hewi-Produktmanager Haude drückt es folgendermaßen aus: „Ein zentraler Trend ist die Verbindung von Design und Funktionalität. Produkte sollen nicht mehr rein funktional wirken, sondern sich harmonisch in moderne Badkonzepte integrieren.“
Modularer Waschtisch
Hewi bespielt das Thema Generationenbad unter anderem mit seinem modularen Waschtisch, der sich konfigurieren lässt: „Unterschiedliche Ablagen, Haken oder auch Seifenspender können angebracht werden und sorgen dafür, dass alle wichtigen Utensilien in unmittelbarer Reichweite sind“, so Haude. Ein Haltegriff im Frontbereich bietet zusätzliche Sicherheit und kann gleichzeitig als Handtuchhalter genutzt werden. „So entsteht eine Lösung, die sich an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen lässt, intuitiv nutzbar ist und Funktionalität mit einem hohen gestalterischen Anspruch verbindet“, meint Haude.
Neu im Sortiment
Geberit hat heuer die Linienentwässerung für Duschen Geberit Clean Line 30 neu im Sortiment. Die Duschrinne aus Edelstahl ist in vier Längen und zwei Farben erhältlich – Edelstahl gebürstet und Schwarz. „Als Nachfolger unserer bewährten Duschrinne Clean Line 20 überzeugt sie mit einem schlankeren Design, einer noch einfacheren Reinigung und einer besonders schnellen Installation“, meint Geberit-Experte Hofko. „Mit einer Breite von nur 43 mm fügt sich die neue Clean Line 30 Duschrinne harmonisch in jede Duschfläche ein und kann beim Einbau flexibel in der Länge angepasst werden.“ Wandbündig oder frei im Raum montiert, ist sie auch für das Befahren mit einem Rollstuhl geeignet.
Standard im Neubau
Das gilt auch für die Solutions 2.0 Duschwannen von Laufen. Bodenebene Duschen sind aus Sicht von Österreich-Verkaufschef Babinetz „fast schon Standard im Neubau“. Sie sind für jede Altersgruppe höchst komfortabel und in der richtigen Dimension gewählt, auch für Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, geeignet“, meint er. Die Laufen Solutions 2.0 Duschwannen sind in zahlreichen Abmessungen erhältlich. „Darüber hinaus überzeugen sie durch modernes Design und einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Einbau ist für Fachinstallateure sehr einfach und unkompliziert“, so Babinetz.
Zwei Lösungen
SFA Kinedo bietet mit der Komplett-Duschkabine Kinemagic Royal+ und der Dusch-Badewanne Duo zwei Lösungen, die das Generationenbad angehen: Die Kinemagic Royal+ ist eine Komplett-Duschkabine, „ideal für eine schnelle, altersgerechte Badmodernisierung, etwa beim Austausch einer Badewanne“, sagt Vertriebsleiter Kamptner. Sie bietet eine extraflache Duschwanne mit 3,8 Zentimetern Einstiegshöhe, eine rutschfeste Oberfläche, einen ergonomischen Haltegriff, einen durchgehenden Handlauf, eine Magnethandbrause und einen Klappsitz mit großer Sitzfläche. Die Dusch-Badewanne Duo wiederum vereint Badewanne und Dusche in einem System.
Zwei Nutzungsarten
Artweger bietet eine ähnliche Kombination mit dem Produkt Twinline an. „Beide Nutzungsarten sind komfortabel umgesetzt und für alle Altersklassen geeignet“, erläutert Marketingleiter Rummerstorfer. Das sei auch im Bestand ein Vorteil, weil vorhandener Raum effizient genutzt werden könne. In Verbindung mit dem Artlift, einem integrierten Lift zum Absenken und Anheben in der Wanne, wird die Nutzung zusätzlich erleichtert. Mit der Joice bietet der Hersteller zudem eine moderne barrierefreie Walk-in-Dusche an, die dank eines bodenebenen Einstiegs bei Wunsch auch das Baden ermöglicht.
An die Wand
HSK denkt bei der Gestaltung des Duschplatzes auch an die Wand. Mit Reno Deco bietet der Hersteller ein Wandverkleidungssystem, das großformatige Flächen nahezu fugenlos umsetzt und so eine hygienische Oberfläche schafft. „Unterschiedliche Dekore von Stein- über Holz- bis hin zu Metalloptiken bieten die Möglichkeit einer individuellen Gestaltung“, führt Österreich-Verkaufsleiter Demirci aus. „Darauf abgestimmt kommen gerne die Mineralgussduschwannen Reta und Apunto zum Einsatz.“ Beide Modelle bestehen aus robustem Marmor-Polymer und bieten eine flache Bauweise von nur wenigen Zentimetern.
Tausch der Badewanne
Der Tausch von der Badewanne zur Dusche spielt im Beratungsalltag bei Frauenthal eine große Rolle. Bad & Energie-Leiter Fischer weist auf zwei Produkte hin, die sich hoher Nachfrage erfreuen: „Ein gutes Beispiel ist der wegklappbare Eckeinstieg von Provex aus dem Sortiment Passion. Laut Önorm ist die Lösung ab einer Größe von 120 x 120 cm auch für Rollstuhlnutzer geeignet“, so Fischer. Ein weiteres gefragtes Produkt ist die bodenebene Brausetasse von Laufen aus Marbond, ebenfalls aus dem Passion-Sortiment. Sie ist rutschhemmend, in vielen Farben erhältlich und kann auf Maß gefertigt werden.
Sicherheit und Komfort
Holter-Bad-Expertin Horvath verweist auf bodengleiche Duschsysteme mit rutschhemmenden Oberflächen und nachrüstbaren Sitzmöglichkeiten: „Sie erhöhen Sicherheit und Komfort, ohne das Bad technisch wirken zu lassen.“ Zum anderen hält sie Dusch-WCs für eine passende Ergänzung, insbesondere mit Blick auf Selbstständigkeit. Funktionen wie Wasserreinigung, Warmlufttrocknung und komfortable Bedienung unterstützen Nutzer*innen und entlasten Pflegende. „Beide Produktbereiche zeigen, wohin sich das Generationenbad entwickelt, weg von einer reinen Barrierefrei-Logik, hin zu einem universell nutzbaren Komfortbad.“
Duschen im Sitzen
Mit zwei Produktneuheiten will die GC-Gruppe Österreich zeigen, „wie Funktionalität und Komfort weiterentwickelt werden“: Der unterfahrbare Waschtisch von Vigour Derby wurde für eine komfortable Nutzung im Sitzen konzipiert. Er ist in Keramik und in Mineralguss erhältlich. In der Mineralguss-Variante sorgen integrierte Griffmulden vorn und seitlich für zusätzliche Sicherheit und Unterstützung im Alltag. Das Vigour Derby WC mit Power Flush-Spülung soll laut Sanitär-Leiter Kummer „einen neuen Standard bei Hygiene und Reinigungsleistung“ setzen: „Vigour bietet als erster Hersteller ein WC mit Turbospülung im barrierefreien Bereich an.“








