Die Hitzewelle ist da. Zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe litt Österreich unter Rekordtemperaturen. Das Thermometer stieg bis an die 40 Grad. Laut einer aktuellen Studie der Initiative World Weather Attribution (WWA) beschert uns der Klimawandel die schlimmste Hitzeperiode seit Aufzeichnungsbeginn. Die Kernaussage dieser Studie: Vor 50 Jahren, als das Klima im globalen Schnitt noch um 1,1 Grad kühler war, wäre eine derartige Hitzeperiode bei uns undenkbar gewesen. Und die Hitze hat Folgen. Allein im Jahr 2022 starben in Europa nachweislich mehr als 60.000 Menschen an den Folgen der Hitze.
Nachfrage steigt
Kein Wunder also, dass die Nachfrage nach Klima- und Lüftungsanlagen stetig steigt – auch und gerade auch bei Sanierungen. „Im vergangenen Jahr wurden von Daikin mehr als 20.000 Split-Klima-Außengeräte in Österreich verkauft“, meint Almir Karagic, Sales Manager Residential Daikin Österreich. Die ersten Monate dieses Jahres seien etwas unter dem Vorjahr gelegen, aber das werde sich nun im Sommer ändern. Karagic: „Wir gehen von einer stabilen Nachfrage aus. Nicht zuletzt unsere aktuelle Studie zeigt: Knapp jede sechste Person plant innerhalb der kommenden fünf Jahre die Anschaffung eines Geräts“, so der Daikin-Manager. „Das deutet darauf hin, dass Klimatisierung vor dem Hintergrund zunehmender Hitzetage weiter an Bedeutung gewinnt.“

„Die Nachfrage nach Klimatisierungslösungen ist traditionell stark temperaturabhängig. Sobald die erste längere Hitzeperiode einsetzt, steigt das Interesse an Klimageräten jedoch sprunghaft an – das beobachten wir Jahr für Jahr“, bestätigt Peter Kapeller, Gebiets-Verantwortlicher Region West bei Panasonic Österreich. Langfristig rechnet man auch bei Panasonic mit einem steigenden Wachstum.
Heiße Tage und Nächte
„Die Zahl der heißen Tage und Tropennächte nimmt kontinuierlich zu, wodurch Kühlung zunehmend von einem Komfort- zu einem Gesundheitsthema wird“, so Kapeller weiter. „Besonders ältere Menschen, Kleinkinder, Personen mit Vorerkrankungen oder Menschen, die im Homeoffice arbeiten, legen immer größeren Wert auf ein angenehmes und gesundes Raumklima.“ Gleichzeitig wachse das Bewusstsein dafür, dass moderne Klimageräte weit mehr leisten als nur zu kühlen. Kapeller: „Sie können die Luftqualität verbessern, die Luftfeuchtigkeit regulieren und ganzjährig für Komfort sorgen.“

Auch Lüftung profitiert
Von der allgemeinen Entwicklung profitieren auch die Anbieter von Lüftungsanlagen. „Wir können im ersten Halbjahr auf eine weiterhin starke Entwicklung zurückblicken“, berichtet Wolfgang Hucek, Geschäftsführer Trox Austria und CEE. „Neben unseren Klassikern, den Brandschutzklappen und Volumenstromreglern und frei konfigurierbaren großen Lüftungsgeräten, zeigt sich besonders bei den zentralen und dezentralen Lüftungsgeräten kompakter Bauart ein positiver Trend.“ Das spüre man vor allem auch im Schullüftungsbereich, wo die Raumklimatisierung laut Hucek „durchaus angekommen scheint“.

Ähnlich zufrieden mit dem Geschäftsverlauf zeigt sich Herbert Primig, Leiter Projektentwicklung – Betreuung Planer, Architekten & Bauträger bei Pichler Luft. „Das Geschäft entwickelt sich im laufenden Jahr insgesamt stabil. Insbesondere nachhaltige Lüftungslösungen mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung bleiben weiterhin gefragt“, berichtet er. „Die steigenden Anforderungen an Energieeffizienz, Komfort und Nachhaltigkeit tragen dazu bei, dass sowohl im Wohnbau als auch im gewerblichen Bereich integrierte Systemlösungen verstärkt berücksichtigt werden.“
Gesundes Raumklima
Im österreichischen Lüftungsmarkt sei zu erkennen, dass die Bedeutung einer kontrollierten Wohnraumlüftung weiter zunehme. „Insbesondere im Sanierungsbereich gewinnt dieses Thema an Relevanz. Gründe dafür sind strengere energetische Anforderungen, die Verbesserung der Gebäudehülle sowie das steigende Bewusstsein für ein gesundes Raumklima und einen hohen Nutzerkomfort“, sagt Primig.
Besonders nachgefragt seien Lösungen, die neben einer hohen Energieeffizienz auch eine einfache Installation und wirtschaftliche Betriebskosten bieten. Primig: „Darüber hinaus besteht weiterhin Interesse an dezentralen Lüftungssystemen, insbesondere bei Sanierungsprojekten, Schulen, Bürogebäuden und öffentlichen Einrichtungen.“ Hier würden eine rasche Umsetzbarkeit sowie die Möglichkeit der Nachrüstung ohne größere bauliche Eingriffe im Vordergrund stehen.
Kleiner aber feiner
Die von der Luftmenge her betrachtet eher kleineren dezentralen Geräte würden sich für die Nachrüstung sehr gut eignen, bestätigt Trox Österreich-Geschäftsführer Hucek, da sie in die Decke, Brüstung oder Fassade integriert werden können. Hucek: „Technikräume älterer Gebäude sind oft zu klein für die stetig gewachsenen Geräte, deshalb orientiert man sich hier eben in die Fassade, Decke oder auch fallweise als frei stehendes Gerät im Klassenzimmer oder im Büro.“
Die Bedürfnisse von Kunden und Installateuren haben sich aus seiner Sicht nicht groß geändert. „Geschwindigkeit, Erreichbarkeit und persönlicher Kontakt“ – das sind seiner Einschätzung nach unverändert die wichtigsten Faktoren. „Die Qualität der Produkte ist Voraussetzung für eine gute Beziehung“, sagt Hucek. Vereinzelt gebe es Nachfragen zur Gebäudeenergieeffizienz- oder auch ERP-Richtlinien. „Es gelten demnächst unter anderem neue Wirkungsgradanforderungen, und ein Projekt, das in den nächsten Monaten realisiert werden soll, sollte diese bereits erfüllen.“
Einfache Umsetzung
„Bei der Nachrüstung von Klimaanlagen stehen vor allem eine möglichst einfache Umsetzung, geringe bauliche Eingriffe und gute Planbarkeit im Vordergrund“, meint Daikin-Manager Karagic. Für Installateure seien flexible Systemlösungen, eine einfache Montage sowie verlässliche technische Rahmenbedingungen entscheidend. „Kundinnen und Kunden achten vor allem auf Kosteneffizienz in der Anschaffung und im laufenden Betrieb. Gleichzeitig spielen Komfortaspekte wie angenehme Raumtemperaturen, bessere Schlafqualität, leiser Betrieb, eine unauffällige Integration in den Wohnraum sowie Energieeffizienz eine wichtige Rolle.“
Ähnlich klingt die Einschätzung von Panasonic-Experte Kapeller: „Bei Kunden stehen heute vor allem Komfort, Energieeffizienz und eine hohe Raumluftqualität im Vordergrund“, betont er. Im Sanierungs- und Altbaubereich sei vor allem die Luftentfeuchtung ein wichtiges Thema. „Gerade in den Sommermonaten sorgt eine hohe Luftfeuchtigkeit oft für ein unangenehmes Raumgefühl. Moderne Klimageräte schaffen hier Abhilfe, indem sie nicht nur kühlen, sondern gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit reduzieren.“ Zunehmend relevant wird seiner Einschätzung nach das Thema Gesundheit. „Allergiker und sensible Personengruppen achten verstärkt auf saubere Raumluft und interessieren sich für Technologien, die zur Verbesserung der Luftqualität beitragen.“
Montage leicht gemacht
Für Installateure stünden neben der Produktqualität vor allem die einfache Montage im Fokus. „Gefragt sind Geräte mit großen Installationsöffnungen, gut zugänglichen Komponenten und einer servicefreundlichen Konstruktion“, so Kapeller. Man lege daher großen Wert auf eine durchdachte Bauweise, „die sowohl die Installation als auch spätere Wartungsarbeiten erleichtert und dadurch Zeit und Kosten spart“.