Vor zwei Jahren stand das Unternehmen kurz vor dem Verkauf. „Die Gespräche mit dem potenziellen Käufer waren schon weit fortgeschritten“, erinnert sich Georg Noë. Doch es kam anders. Die Übernahme zerschlug sich. Der Eigentümer der Lux Bau GmbH, Erich Lux, wandte sich daraufhin an die Belegschaft. „Herr Lux hat verschiedene langjährige Mitarbeiter angesprochen und uns gefragt, ob wir uns vorstellen können, das Unternehmen zu übernehmen“, so Noë. „Das war keine einfache Entscheidung. Schließlich handelt es sich nicht um eine kleine Firma, bei der man so einfach sagt: Klar, probieren wir es mal.“

Vier sagten zu

Vier der Angesprochenen sagten zu. Seit diesem Sommer gehört Lux Bau mit Sitz im niederösterreichischen Hainfeld vier Mitarbeitern, die schon seit geraumer Zeit im Unternehmen tätig sind: Zu Ihnen zählt Willibald Gruber der bereits seit 36 Jahren mit dabei ist und die Lux Bau seit 15 Jahren als Geschäftsführer leitet. Diese Funktion übt er weiter aus. Polier Roman Birkner gehört seit mehr als 20 Jahren zur Mannschaft. Kalkulant Georg Noë und Philipp Rohrer, der sich um die Bauleitung und das technische Personal kümmert, sind seit mehr als zehn Jahren an Bord. „Wir kennen das Unternehmen schon lange und sind eng mit ihm verbunden“, meint Noë. „Wir sind keine Investoren, die irgendwo sitzen und Vorgaben machen.“

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Mit etwas mehr als 100 Mitarbeitenden und rund 25 Millionen Euro Gruppenumsatz ist Lux Bau ein regional verankertes mittelständisches Bauunternehmen. Das Kerngeschäft bildet das klassische Baumeistergeschäft, hinzu kommen eine Zimmerei, eine Planungsabteilung und ein Baumarkt. Auch ein Team für eine eigene Bausoftware gehört zum Unternehmen. Regional konzentriert sich die Lux Bau neben dem Heimatmarkt rund um Hainfeld vor allem auf das Wiener Umland, insbesondere auf die Regionen Baden und Mödling. Auch in Wien ist das Unternehmen tätig, bevorzugt dabei die logistisch günstig gelegenen Bezirke im Süden und Westen. Für langjährige Kund*innen werden auch weiter entfernte Projekte übernommen.

Wichtiger Wohnbau

Beim Umsatz spielte in den vergangenen Jahren vor allem der Wohnbau eine wichtige Rolle, vor allem Projekte, die Lux Bau als Generalunternehmer abwickelt. Die breite Aufstellung habe sich angesichts der schwachen Baukonjunktur durchaus als Vorteil, sagt Noë. Neben dem Wohnbau ist das Unternehmen im Industriebau sowie bei Umbauten und Sanierungen aktiv. Dazu kommen öffentliche Aufträge, etwa für Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäude.

Gerade diese Mischung half, den starken Rückgang im privaten Neubau auszugleichen. Besonders das klassische Einfamilienhaus hat nach Angaben von Noë deutlich an Bedeutung verloren. „Bauvorhaben mit einem Volumen von 300.000 bis 400.000 Euro sind für viele private Bauherr*innen immer schwieriger zu finanzieren. Das spüren wir.“ Kompensieren konnte man das in den vergangenen Jahren durch öffentliche Aufträge wie dem Bau von Kindergärten. Rückgänge im geförderten Wohnbau wurden wiederum teilweise durch Industrieprojekte aufgefangen.

Neue Rolle

Die größte unmittelbare Herausforderung nach der Übernahme war jedoch nicht die Auftragslage, sondern die Finanzierung des Eigentümerwechsels. Die vier neuen Eigentümer mussten sich mit Banken, Finanzierung und Themen auseinandersetzen, die für sie als bisherige Angestellte neu waren. „Man muss erst einmal umdenken und in diese neue Rolle hineinwachsen“, sagt Noë. Der Prozess von den ersten konkreten Gesprächen im September bis zur Unterzeichnung im Juni dauerte rund neun Monate.

Die Finanzierung prägt nun auch die nächsten Schritte. Das wichtigste Ziel der neuen Eigentümer ist, in den kommenden drei bis vier Jahren wieder unabhängiger von Banken zu werden und finanzielle Reserven aufzubauen. „Liquidität und Cashflow stehen weit oben auf der Agenda“, verdeutlicht Mitgesellschafter Noë. „Große Expansionsschritte oder eine möglichst rasche Steigerung des Umsatzes sind nicht geplant. Stattdessen konzentrieren wir uns darauf, die bestehende Kundenbasis gut zu betreuen und die internen Abläufe zu verbessern.“

Georg Noe
Miteigentümer Georg Noë © Manuela Horny

„Das war keine einfache Entscheidung. Schließlich handelt es sich nicht um eine kleine Firma, bei der man so einfach sagt: Klar, probieren wir es mal.“