Zwischen der grundsätzlichen Kritik an industrialisierten Nahrungssystemen und den konkreten architektonischen Konsequenzen spannt die Ausstellung „Convivium“ einen weiten Bogen. Dabei wird deutlich, dass Lebensmittelproduktion längst nicht mehr nur eine Frage von Landwirtschaft und Technologie ist, sondern auch von Raum, Gestaltung und gesellschaftlicher Wahrnehmung. Wie sehr diese Entwicklungen bereits die gebaute Umwelt verändern, zeigt sich besonders im Wandel landwirtschaftlicher Architektur.
Die Verknüpfung der Themen Architektur bzw. Raumplanung und Nahrungssysteme ist ein wichtiger und meist vernachlässigter Aspekt. Wie sind Sie auf diese Fragestellung für die Ausstellung gekommen?
Seit der Grünen Revolution Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Nahrungsmittelproduktion aus den Städten verlagert. Hybridsaatgut, Mechanisierung, Düngemittel und Chemikalien ermöglichten Massenproduktion, führten jedoch zur Erschöpfung der Böden und zu Treibhausgasemissionen. Städte sind dennoch gut aufgestellt, um ein kritisches Bewusstsein zu schaffen und alle verfügbaren Mittel einzusetzen: Transportwege zu verkürzen, gerechtere politische Rahmenbedingungen zu gewährleisten und neue Esskulturen einzuführen – durch Biodiversität, Technodiversität, indigene Landwirtschaft und soziale Vielfalt.
Mit dem Aufstieg des Konsums und der Monokultur-Industrien sehen wir uns heute mit scheinbar herkunftslosen Lebensmitteln konfrontiert, während die für den Anbau erforderlichen Arbeitsprozesse in Vergessenheit geraten. Diese unsichtbare Landschaft prägt Städte stärker, als gemeinhin angenommen wird – nicht nur durch Standorte, sondern auch durch Logistik und Arbeitskräfte. Gewächshäuser etwa verloren ihre ambivalente Eleganz als öffentliche Orte und wurden zu operativen Infrastrukturen. Für die Ausstellung wählten wir einen kritischen Ansatz, der das Kernproblem aufzeigt: die Entfremdung der Bürger:innen von den Orten der Lebensmittelproduktion – ein langfristiger Prozess, der sich im Norden seit dem Zweiten Weltkrieg schrittweise vollzogen hat. Was nicht gesehen wird, kann nicht verbessert werden.

Wie wirkt sich die industrialisierte High Tech Landwirtschaft auf die Architektur aus? Alte europäische Bauernhof-Architektur passt heute eher in Museumsdörfer. Sie vermittelt noch den Eindruck einer Art Zusammenlebens von Menschen und Tieren, die natürlich auch damals letztlich zuungunsten der Tiere ausging. Welche funktionalen Parameter sind heute ausschlaggebend? Gibt es auch ästhetische Maßstäbe?
Heute sind nicht mehr Flüsse oder fruchtbare Böden die entscheidenden Faktoren, sondern Logistik, Energiequellen und wissenschaftliche Erkenntnisse. Der Beruf des Landwirts scheint keine Folgegeneration mehr zu finden. Mit zunehmender Urbanisierung werden natürliche Abläufe – Jahreszeiten, Kreisläufe, Ernte und Bodenbearbeitung – durch automatisierte Systeme ersetzt, gesteuert durch Datenmanagement in Gebäuden, die als Hardware in Vororten, auf Brachflächen und in Nischen von Ballungsräumen fungieren.
Die zwölf Ausstellungsgeschichten zeigen die Spannung zwischen Hightech-Systemen und traditionellen Vorstellungen von Landwirtschaft und werfen offene Fragen auf: Woher kommt die Energie für Hightech-Systeme? Wer sammelt Daten? Was ist der Apparat hinter großstädtischen Lebensmittelclustern – Netzwerke aus Regierungen, Institutionen und Unternehmen? Wie steht es um Arbeitsmigrant:innen?
Wir plädieren nicht dafür, das industrielle Agrar- und Ernährungssystem zu stoppen – es hat seinen Nutzen und trägt zur Verringerung des Welthungers bei. Aber es muss erheblich verbessert werden, da es enorme Umweltauswirkungen hat und vorwiegend profitorientiert betrieben wird. Um es zu verbessern, müssen wir uns seiner Funktionsweise bewusst werden – politisch, öffentlich und räumlich. Ästhetische Kriterien fehlen in Hightech-Entwicklungen weitgehend: Wäre die Architektur der Lebensmittelproduktion weniger maschinenhaft und mehr ein Knotenpunkt verschiedener Funktionen, würde dies ihre öffentliche Wahrnehmung verändern – denn Form ist ein Mittel, um in der Architektur politisch zu werden.

Hightech- Gewächshäuser mit „Controlled Environment Architecture“ versprechen Unabhängigkeit von klimatischen und geografischen Einschränkungen und sollen einen transformativen Wandel des Lebensmittelanbaus vorantreiben. Ausgefeiltes Knowhow und technologieintensiven Systeme werden inzwischen als Gesamtpaket „Klima als Dienstleistung“ international vermarktet. Wie kann man deren Architektur beschreiben und wie nachhaltig ist sie aus Ihrer Sicht?
Gewächshäuser entstanden in ihrer heutigen Form im Europa des 17. Jahrhunderts, in den Niederlanden und England – als Produkt der Kolonialmacht, deren Eliten tropische Arten in kältere Klimazonen einführen wollten. Sie waren zugleich Prunkstätten in Adelsgärten und wurden im 19. Jahrhundert Teil öffentlicher Parks und internationaler Ausstellungen. Parallel dazu dienten sie als Versuchsräume, die sich mit der Wissenschaft weiterentwickelten: Newtons Optik lehrte, wie Licht Innenräume beheizen kann. Nach 400 Jahren dieser Entwicklung wurden die Niederlande zu einer wichtigen globalen Kraft in der Lebensmittelproduktion – Vorbild für die Minimierung von Wasser- und Pestizidverbrauch bei maximalen Erträgen. Sie entwickelten das weltbekannte Venlo-Modell mit hoher Lichtdurchlässigkeit, riesigen überdachten Flächen und schneller Dachbelüftung – eine Bauform, die heute als globales Exportprodukt Ernährungssicherheit verspricht.
In der Ausstellung untersuchen wir gemeinsam mit Víctor Muñoz Sanz, Gent Shehu und Grace Abou Jaoude die Anatomie dieses Gebäudes: wie es in Bezug auf Licht, Luft, Wasser und Arbeitskraft funktioniert. Das Thema Luft etwa zeigt, wie komplex die Schaffung einer perfekten Atmosphäre war – durch Belüftungssysteme, CO₂-Zufuhr aus lokalen Heizwerken und Filterung gegen Außenorganismen. Dieser Prozess hat historische Wurzeln: Experimente unter Glasglocken zeigten, dass Pflanzen – anders als Tiere – die Umgebungsluft positiv beeinflussen. Das anfängliche Experimentieren mit Ölverbrennung trübte das Glas; Gas bot eine sauberere Alternative, und das dabei entstehende CO₂ ließ Pflanzen schneller wachsen – ein Zufallsbefund, der die Entwicklung bis heute prägt, etwa bei Unternehmen wie PRIVA, die von Heizgeräten zu Klimacomputern wurden.
Licht, Luft, Wasser und Arbeit werden heute durch Klimacomputer gesteuert: Drahtlose Sensornetzwerke erfassen Echtzeitdaten und melden sie an cloudbasierte Systeme, die überwachen, steuern und prognostizieren. So entstehen cyber-physische Systeme – „Climate as a Service“ –, in denen alle Parameter präzise optimiert werden, um exakte Erntemengen zu erzielen. Dieses Modell wird als „Org-Ware“ weltweit exportiert, durch Verträge mit Regierungen und Universitäten.
Weder pastoraler Sozialismus noch Nostalgie sind vielversprechende Antworten auf die Fragen der Nahrungsmittelproduktion. Hightech-Gewächshäuser sind keine nicht-nachhaltige Lösung – aber ihre Mechanismen müssen öffentlich transparent gemacht und politisiert werden. Wir brauchen Gewächshäuser, müssen sie aber verstehen und so umgestalten, dass sie zu lebenswerteren Räumen werden – durch die Vorstellungskraft von Architekt:innen, Stadtplaner:innen und Entscheidungsträger:innen.

Wenn man industrielle Landwirtschaft und Architektur miteinander in Kontakt bringen will, fällt auf, dass die Gebäude für erstere sich eher außerhalb der Sichtweite befinden. Weder Mastbetriebe noch Schlachthäuser wollen gesehen werden. Kaum jemand weiß genau, wie diese Infrastrukturbauten aussehen. Wie würden Sie die Gestaltung dieser Bauten beschreiben, und warum sind sie Orte, die eher am Rande stehen?
Im Ausstellungsbereich „The Animal Is Present“ zeigen wir, gemeinsam mit Sofia Nannini und Víctor Muñoz Sanz, zahlreiche Handbücher, die unter dem Einfluss von Tierzuchtunternehmen in Europa und Nordamerika entstanden sind. Sie enthalten Schemata zur Gruppierung und Kontrolle von Rinderbeständen – meist weder von Architekt:innen verfasst noch gelesen, obwohl ihre Grundrisse in europäischen Betrieben überall umgesetzt werden. Der Raum der industriellen Tierfarm wurde so zu einem einheitlichen Raum, bestimmt von der Zootechnik – dem Konzept der Züchtung und Verbesserung von Haustieren, das im Frankreich des 19. Jahrhunderts seinen Ursprung hat. Diese Umgebungen funktionieren durch Standardisierung: Holz wurde durch Stahlrohre und Beton ersetzt, technische Vorrichtungen ersetzen das natürliche Melken, Gummimatten und Wasserbetten erhöhen den Komfort der Tiere – und damit die Milchleistung. Der Körper der Kuh wurde so angepasst, dass er sich in Melkroboter einfügt; Kontakt zum Landwirt ist kaum noch nötig.
Landwirtschaftliche Betriebe sind keine absichtlich versteckten Orte, aber es ist problematisch, dass sie nicht Teil des öffentlichen Lebens sind. Sie sind Orte voller Widersprüche: traditionelle Familienbetriebe und zunehmend automatisierte Systeme zugleich, zwischen Umweltverschmutzung und Tierschutz, zwischen Weideidyll und industrieller Realität. Würden Landwirt:innen mit Architekt:innen zusammenarbeiten, entstünde sicher eine tierfreundlichere Architektur – doch dafür bräuchte es entweder investitionsbereite Unternehmen oder kommunale Vorschriften, die entsprechende Standards fördern.
Wir brauchen neue Richtlinien, damit Betriebe weniger Teil der globalen „Fleischifizierung“ – wie Nikos Katsikis es nennt – werden und stattdessen Teil einer Strategie zur Reduzierung des Fleischkonsums. Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir Fleischkonsum zulassen können, wenn wir besser mit Tieren zusammenleben – sondern ob Menschen im 21. Jahrhundert noch Fleisch in dieser Menge essen müssen. Bei Milch sollte es Wege geben, Arten besser zu integrieren und Modelle der Koexistenz zu entwickeln.

Man erfährt: „Garnelen werden in einem mechanisierten und geschlossenen Aquakultursystem gezüchtet und leben in einer Welt mit kontrollierten Temperaturen, künstlicher Intelligenz und künstlich angesiedelten Lebensformen. Diese Methode setzt zwar auf Gentechnik und ist energieintensiv, doch sie ist auch effizient und verspricht eine Entlastung der natürlichen Ökosysteme. Gleichzeitig steht sie für die zunehmende Loslösung der Lebensmittelproduktion von bestimmten Landschaften und Orten.“ Diese Loslösung von lebendigen Umgebungen klingt dystopisch, ist aber in weiten Bereichen tierbasierter Lebensmittelgewinnung Realität. Doch wie steht es um die menschlichen Lebensumgebungen? Ähneln sie nicht auch mitunter der Käfighaltung?
Menschliche Lebensräume unterscheiden sich weltweit stark, doch überall verhalten wir uns gegenüber der nichtmenschlichen Welt als dominante Kraft: Wir vermenschlichen Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen und schaffen künstliche Umgebungen für die Fisch- und Nutztierzucht. Die Hauptkritik an diesen Systemen ist ihre Ortsungebundenheit – sie ignorieren lokale Umgebungen ebenso wie das gewachsene Erfahrungswissen traditioneller Tierzucht.
Im Fall der Fischzucht zeigen wir mehrere Varianten. Stefan Pielmeiers Werk befasst sich mit geschlossener Garnelenzucht in Industriegebieten – sogenannten RAS-Anlagen, in denen künstliches Meerwasser erzeugt, erwärmt und zirkuliert wird, während KI-gestützte Systeme Wachstum und Fütterung in Echtzeit steuern. Diese Garnelen legen keine langen Transportwege zurück – was positiv ist – erzielen aber einen höheren Preis. Als Prototypen sind solche Einzelgebäude noch vertretbar, doch ihre generelle Unsichtbarkeit bleibt problematisch: Sie führt zum Zögern, die Künstlichkeit eines Systems zu akzeptieren, in dem es keine „natürliche Vorstellung vom Meer“ gibt.
Dabei ist das Meer selbst kein natürliches Phänomen. Wie Callum Roberts in „The Unnatural History of the Sea“ zeigt, begann die intensive Ausbeutung der Ozeane nicht in der Moderne, sondern bereits im elften Jahrhundert. Der entscheidende Wandel vollzog sich aber in den 1970er Jahren durch Kältetechnik, Fabrikschiffe und die Ausweitung der Fischereizonen auf 200 Meilen – was zur Globalisierung des Marktes führte.
Schon im Mittelalter wurden Karpfen künstlich in die Teiche des fränkischen Aischgrunds eingeführt und an die Rituale der umliegenden Klöster und Dörfer angepasst – ähnlich wie heute bei der Garnelenzucht. Der entscheidende Unterschied: Damals war die Fischzucht organisch mit menschlichen Siedlungen verflochten, beide spiegelten sich gegenseitig wider. Mit dem Verlust dieser Verflechtung verlieren wir die Möglichkeit, neue Formen in das öffentliche Bewusstsein und die Rituale des Alltags zu integrieren. Menschliche Siedlungen spiegeln die industrielle Tierzucht, die sie stützt, nicht wider – aber vielleicht sollten sie es.

Welche Informationen sind speziell für Architekt*innen und solchen Personen wichtig, die sich mit Bodenverbrauch und Klima befassen?
Der Klimasektor erstellt seine Daten wissenschaftlich – doch Architekt:innen eignen sich Technologie eher symbolisch an, wie der Historiker Alan Colquhoun argumentiert. Sie arbeiten mit Diskursen, interpretieren Daten künstlerisch und verfolgen ästhetische Ansprüche. Interessanterweise wurden einige der erfolgreichsten Städte, wie Barcelona oder Paris, städtebaulich nicht von Architekt:innen, sondern von Ingenieur:innen und Wissenschaftler:innen geprägt. Der gesellschaftliche Diskurs über Architektur, der in den 1960er Jahren dominant war, ist mit dem Ende des Wohlfahrtsstaates weitgehend in den Hintergrund getreten – auch weil das Versprechen egalitärer Städte und bezahlbaren Wohnraums nicht eingelöst wurde.
Der Wandel in der Landnutzung und bei Klimafragen geht nicht von Architekt:innen aus, sondern von kommunalen Forderungen nach umwelt- und gesellschaftsfreundlichen Strategien. Relevante Daten – Verbrauchsraten, Lebensmittelmeilen, Netzwerke infrastruktureller Räume, Bodenqualität – müssen von Stadtverwaltungen gesammelt und weitervermittelt werden, um neue städtische Strategien für die Lebensmittelproduktion zu ermöglichen. Es braucht neue Institutionen und Netzwerke, die Architekt:innen beauftragen, Vorschläge räumlich zu gestalten und als neue Modelle sichtbar zu machen – nicht utopisch, sondern schrittweise, auf Basis des bestehenden Systems. Denn Veränderungen haben bessere Chancen, wenn sie nicht durch Reibung mit Vertrautem entstehen.

Welche Lösungen zum Thema Bodenverbrauch und Klimawandel sehen Sie als die wichtigsten momentan und welche sind derzeit bereits im Einsatz?
Die Leistungsfähigkeit natürlicher Systeme – Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen, Böden – nimmt durch ständige Ausbeutung ab. Das letzte Ausstellungskapitel widmet sich der Bedeutung des Bodens, seiner Degradation und seiner Regeneration. In Zusammenarbeit mit Sinan von Stietencron und dem Projekt „Soil: Our Invisible Ally“ erfuhren wir, dass zwischen 2015 und 2019 jährlich 100 Millionen Hektar Boden verloren gingen – vier Fußballfelder pro Sekunde. Dabei sind Lösungen längst bekannt: kleinere Maschinen, Mischkulturen, Agroforstsysteme, Hülsenfrüchte als Zwischenfrüchte, begrenzte Herdengrößen, Feuchtgebiete. All dies erfordert mehr Arbeitskräfte und macht Lebensmittel teurer – es ist also eine politische Entscheidung, welche Wirtschaftssysteme wir fördern. Im Kern läuft alles auf Vielfalt hinaus, die sowohl in der Gesellschaft als auch in der Natur stets zu guten Ergebnissen führt. Der Boden ist das Paradigma dieser Vielfalt: Regenwürmer etwa können durch ihre Ausscheidungen jährlich 2,5 cm neuen Boden bilden.
Städte sind hingegen hauptsächlich versiegelte Flächen, dabei könnte urbane Landwirtschaft bis zu 20 % der Nahrungsmittelproduktion erbringen. Architektonische Lösungen von Leberecht Migge über die Gartenstadt bis zur botanischen Architektur, wie wir sie in der vorangegangenen Ausstellung „Trees, Time, Architecture “ unter der Kuration von Ferdinand Ludwig und Kristina Pujkilović untersucht haben, sind konkrete Lösungen, um Bäume oder Obstgärten in Städte zu integrieren. Doch es geht nicht nur um Städte, sondern auch um die Gebiete, die sie versorgen. In der Ausstellung fungieren diese nicht mehr als Hinterland, sondern als „Hinterglobes“ – wie das Werk von Nikos Katsikis zeigt: globale Agrarlandschaften, Bewässerungsnetze, Monokulturen, Logistikinfrastrukturen, die Umweltverschmutzung, Macht und Kontrolle erzeugen und dabei meist unsichtbar bleiben.
Die Umweltfrage ist vor allem eine politische, erst dann eine wissenschaftliche. Es geht nicht darum, neue Methoden zu erfinden, um den Kapitalismus am Laufen zu halten, sondern darum, ihn zu hinterfragen – durch neue Institutionen, die der Gesellschaft emanzipatorische Antworten ermöglichen. Die Lebensmittelproduktion ist einer der wenigen verbliebenen Gründe, noch immer neue Architektur und neue Gebäude zu realisieren.
Zur Person

Andjelka Badnjar Gojnić ist Architektin (Universität Belgrad, UPC Barcelona) und Forscherin. In ihrer Doktorarbeit (RWTH Aachen, Prof. Axel Sowa) untersucht sie Mikrogeschichten von Baustellen in Zeiten gesellschaftlicher Modernisierung. Sie hat an Fakultäten in Montenegro, Barcelona und Aachen gelehrt sowie in verschiedenen Büros in Deutschland und Belgrad gearbeitet. Ihr Projekt zum Umbau einer sozialistischen Fabrik zur Kunstuniversität in Montenegro ist dabei besonders hervorzuheben. Sie hat auf der Biennale Venedig ausgestellt und in Fachzeitschriften publiziert. Ihr Buch Praxis of Collective Building erscheint im JOVIS Verlag. Seit 2023 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Architekturmuseum der TUM und am Lehrstuhl von Prof. Andres Lepik.
Die Ausstellung „Convivium – Nahrungssysteme am Limit“ wird im Architekturmuseum der TUM in der Pinakothek der Moderne in München gezeigt und läuft noch bis zum 18. Oktober 2026