Zum Start öffneten sich bereits um neun Uhr die Türen beim Maschinenhersteller Holz-Her in Voitsberg. Im Anschluss lud die Tischlerei Maurer in Köflach zur Besichtigung ein und gewährte spannende Einblicke hinter die Kulissen des zwölf Mitarbeiter zählenden Betriebs.

LIM Rupert Christian Zach dankte Familie Maurer für die Einladung zur Betriebsbesichtigung, die bei den zahlreichen Besucher*innen großen Anklang fand. © Christine Tropper

Nach einer mittäglichen Stärkung und der Möglichkeit, sich bei der Fachgruppenausstellung über neue Produkte und Lösungen für die Branche auszutauschen, startete die eigentliche Fachgruppentagung im Volksheim Köflach.

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WICONA: Fenstersanierung im laufenden Betrieb
An der Eschersheimer Landstraße 60–62 in Frankfurt wurde die Fassade eines elfgeschossigen Bürogebäudes im laufenden Betrieb saniert. Zum Einsatz kam dabei ein projektspezifisch zugeschnittener Sanierungsflügel.

Neues aus Bund und Land

Zu berichten gab es so einiges, den Anfang machte Bundesinnungsmeister Gerhard Spitzbart: Im Zentrum seiner Ausführungen stand der neue Kollektivvertrag für Angestellte im Tischlergewerbe, der mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten soll. Es werde statt wie bisher acht nur mehr zwei Gehaltsvorrückungen geben. Das bedeute zwar ein höheres Einstiegsgehalt, allerdings flache die Kurve im Laufe des Beschäftigungsverhältnisses spürbar ab. „Damit ist uns ein großer Wurf gelungen und wir werden in Kürze über alle zu beachtenden Details informieren“, so Spitzbart.

Landesinnungsmeister Rupert Christian Zach ging in seinem Rück- und Ausblick u.a. auf die vielfältigen Aktionen zur (frühen) Förderung des Tischlerhandwerks ein. Ein besonders erfolgreiches Format ist die Tischler Trophy, an der es 2025/2026 eine Rekordbeteiligung von 35 Schulen und einen starken „Klick“-Erfolg beim erstmals durchgeführten Online-Publikumsvoting gab. Die Vorbereitungen für den nächsten Durchgang sind bereits am Laufen und versprechen eine ebenso hohe Beteiligung.

Handwerk mit Herz

Der neue Weg der Bundeswerbung, der weg vom TV und hin zu einer starken Präsenz in den sozialen Medien geht ist einer, den die Steiermark schon länger beschreitet. Dennoch verzichtet man nicht auf klassische Werbeformate, sondern setzt auf eine Kombination, so Zach. Ein Beispiel dafür ist die neue Aktion „Handwerk mit Herz“. Hier werden Betriebe mit individuellen Werbematerialen wie professionellen Fotos, Videos, Plakaten und Foldern vorgestellt. Gleichzeitig entsteht eine gemeinsame Kampagne für das regionale Handwerk. Nach einem Probelauf geht die ganzheitliche Werbestrategie 2027 offiziell an den Start. Die Kosten von 3.000 Euro je Betrieb werden für die ersten 15 Teilnehmer mit 50 Prozent gefördert, Zach benannte den regulären Vergleichspreis am Markt mit rund 5.000 Euro. Anmeldungen sind unter tischler@wkstmk.at möglich.

Enorme Medienpräsenz

Landeslehrlingswart Wolfgang Hasenburger berichtete über Herausforderungen und Aktivitäten im Lehrlingswesen und freute sich über das erfolgreiche Abschneiden der steirischen Teilnehmerinnen beim BLWB 2026 in Graz – der zudem die größte Medienwirksamkeit eines Bundeslehrlingswettbewerbs „ever“ erzielt hatte.

Neue Heimat für Holzkompetenz

Josef Herk, Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark, berichtete über die bevorstehende Eröffnung des Holzkompetenzzentrums, dessen Errichtung im Zuge der Sanierung des Wifi Niklasdorf kurz vor der Fertigstellung steht. Die modern ausgestatteten Werkstätten werdenu.a. für die Vorbereitungskurse auf Lehrabschluss- und Meisterprüfung nutzbar sein. Als Werkstättenleiter konnte Wolfgang Fank gewonnen werden. Der Tischlermeister bildet gemeinsam mit Wolfgang Ramminger das Trainer-Team für die österreichischen World-Skills-Teilnehmer (siehe Seite 18), beide konnten selbst bei diversen Skills-Bewerben große Erfolge erzielen.

Über den Tellerrand

Weitere Höhepunkte waren die Präsentation der steirischen Tischlertracht, der Bericht von Berufsgruppensprecher der Holzgestalter Erwin Eiletz über den internationalen Fassbindertag in der Steiermark sowie drei spannende Vorträge: Oliver Kröpfl, Franz Krugfahrt, Gestütmeister am Lipizzanergestüt Piber und Unternehmensberater Joachim Reitbauer sorgten für interessante Denkanstöße über die Grenzen des Tischlerhandwerks hinaus.