Generative Werkzeuge haben in Vorentwurf und Entwurf einen festen Platz gefunden. Volumenstudien, Grundrissoptionen und Kennwerte zu Fläche und Belichtung lassen sich mit KI sehr viel schneller erstellen. Die Auswahl, die Prüfung und die Verantwortung für das Ergebnis bleiben beim Architekten. In den vergangenen zwei Jahren hat sich der Werkzeugkasten der frühen Leistungsphasen umgebaut. Neben die Bildgeneratoren, die aus einem Textbefehl Stimmungsbilder erzeugen, sind Programme getreten, die auf Geometrie rechnen, ganze Geschosse mit Wohnungen füllen und dabei Flächen, Belichtung und Kosten mitliefern. Beide Gattungen werden im Marketing unter demselben Begriff verkauft, im Büro haben sie wenig miteinander zu tun. Ihre Trennung ist die Voraussetzung für einen sinnvollen Einkauf, denn ein Bildmodell liefert Stimmung, ein Rechenwerkzeug liefert Kennwerte, und beides zusammen gibt es bislang in keinem einzelnen Produkt.

Die Lage in den Architekturbüros

Das Royal Institute of British Architects hat im Sommer 2026 zum dritten Mal seine Mitglieder zum Einsatz künstlicher Intelligenz befragt. Drei Viertel der Büros setzen KI inzwischen in der Mehrzahl ihrer Projekte ein, im Vorjahr waren es noch knapp sechs von zehn. Aber nur eine kleine Minderheit gibt an, die eigenen Entwürfe seien dadurch besser geworden. Der Zuwachs an Produktivität fällt dagegen breit aus, ebenso der Anteil derer, die einen wirtschaftlichen Vorteil sehen.

Beschrieben ist damit eine Verschiebung, die jeder Bürochef kennt, der einmal einen Vorentwurf mit mehreren Varianten abgeliefert hat. Die Systeme nehmen die mechanische Arbeit ab, also das Aufziehen von Volumen, das Verteilen von Wohnungen, das Auszählen von Flächen und das Erzeugen von Perspektiven, und sie liefern Kennwerte gleich mit, die früher aus einer getrennt geführten Tabelle kamen und dort oft veraltet waren. Über die Frage, welche der Varianten dem Ort, dem Bauherrn und dem Programm gerecht wird, entscheidet weiterhin der Planer, der das Grundstück begangen hat.

Bemerkenswert ist ein weiteres Ergebnis der Untersuchung. Eine deutliche Mehrheit der Befragten rechnet damit, dass Berufseinsteiger es schwerer haben werden, Erfahrung aufzubauen, da genau die Arbeitsschritte automatisiert werden, an denen bisher gelernt wurde. Für die Personalplanung in kleinen und mittleren Büros ist das der praktisch wichtigste Punkt der ganzen Erhebung. Eine Mehrheit rechnet darüber hinaus damit, dass die Zahl der Stellen im Berufsstand sinkt.

Bildmodelle für die Ideensuche

Den schnellsten Einstieg bieten die Bildmodelle. Ein Screenshot aus dem Kartendienst zeigt das Grundstück häufig in unbrauchbarer Auflösung, ein Bildmodell macht daraus in Sekunden eine Schrägaufnahme, die für die erste Besprechung ausreicht und die Lage im Straßenraum verständlich macht. Der größere Nutzen liegt eine Stufe weiter. Ein grobes Volumen und einige räumliche Verben genügen, um Baukörper zu variieren, ohne am Modell selbst etwas zu verändern. Die Anweisung, ein Volumen additiv aus einzelnen Körpern zusammenzusetzen, führt zu völlig anderen Ergebnissen als die Anweisung, aus einem geschlossenen Block Teile herauszuschneiden.

Architekt*innen arbeiten dabei in Serien von zwanzig bis dreißig Bildern pro Sitzung. Übrig bleibt am Ende oft ein einzelner Dachwinkel, eine Staffelung der Obergeschosse oder eine Idee zur Adressbildung, die anschließend in die eigene Skizze übernommen wird. Da jedes weitere Bild praktisch nichts kostet, fällt der hohe Ausschuss wirtschaftlich nicht ins Gewicht. Ein und dasselbe Volumen lässt sich anschließend in eine skizzenhafte Charakteristik überführen, in ein Rendering, in eine Nachtansicht oder in eine andere Kameraperspektive, was den Blick auf Proportion und Sockelausbildung verändert.

Materialstudien laufen nach demselben Muster. Ein Referenzfoto einer Ziegeloberfläche oder einer Holzschalung reicht aus, um dieselbe Ansicht in mehreren Ausführungen zu sehen, ohne dass ein Texturensatz angelegt werden muss. Visualisierungsprogramme, darunter D5 Render, bringen dafür eigene Funktionen mit, die aus einem Referenzbild ein anwendbares Material erzeugen und es direkt auf das Modell legen. Eine Übersichtsarbeit zur generativen KI in der Architekturausbildung ordnet den belegbaren Nutzen ebenfalls den frühen Entwurfsstufen zu.

Aus dem Volumen werden Grundrisse

Die zweite Gattung rechnet direkt auf der Geometrie des Modells. Autodesk hat im Juni 2026 den Building Layout Explorer für Forma Site Design freigegeben, vorerst als Versuchsfunktion. Das Programm erzeugt aus einem Massenmodell Grundrissoptionen und berücksichtigt dabei Kubatur, Gebäudetyp und Tragwerksmaterial. Verändert der Architekt die Form des Baukörpers, rechnet das System Stützenraster und Grundriss neu und hält die Elemente fest, die zuvor gesperrt wurden. Ein Erschließungskern oder eine Mittelgangbreite bleiben also an ihrem Platz, auch wenn sich das Volumen darum herum ändert.

Finch aus dem schwedischen Malmö verfolgt dasselbe Ziel über Graph-Technologie, also über hinterlegte Regeln zu den Beziehungen zwischen Räumen. Die Plattform wurde von den Architekten Pamela Nunez Wallgren, Jesper Wallgren und Martin Kretz aus der eigenen Büropraxis heraus entwickelt. Aus dem übergebenen Volumen füllt Finch die Geschosse mit Wohnungen und Erschließungsflächen und meldet Flächenverteilung, Wohnungsschlüssel, Belichtungssituation und CO₂-Bilanz zurück, verbunden in beide Richtungen mit Rhino, Grasshopper und Revit, sodass die Massenstudie im gewohnten Programm bleiben kann. Eine neuere Ausbaustufe der Grundrissberechnung lässt vorgeben, wie viele Kerne und Erschließungswege der Algorithmus prüfen soll, und sie begründet, warum ein gewünschter Wohnungsschlüssel in einem bestimmten Volumen nicht aufgeht.

Rund um die Vorprüfung von Grundstücken hat sich eine eigene Gattung gebildet. TestFit rechnet Bebauungsvarianten, Stellplatzanordnung und Wohnungsmix gegen die wirtschaftlichen Eckwerte und zeigt dem Bauträger im selben Fenster, ob sich ein Ankauf rechnet. ARCHITEChTURES prüft Wohnungsgrundrisse gegen örtliche Vorschriften. Der Anbieter Snaptrude beschreibt den Zeitvorteil an einem Wohngebäude mit zwanzig Einheiten samt regelkonformem Wohnungsschlüssel und Erschließung und stellt vier Stunden Modellierarbeit in Revit einer halben Stunde mit KI-Unterstützung gegenüber. Es handelt sich dabei aber um eine Eigenangabe des Herstellers ohne unabhängige Prüfung, die als grobe Orientierung taugt und die jedes Büro am eigenen Projekt nachrechnen sollte. Ein Test der Lösung macht aber aus unserer Sicht durchaus Sinn.

Werkzeuge und ihre Aufgaben

Die Zuordnung ist derzeit eindeutig. Kein einzelnes Produkt deckt die frühen Phasen vollständig ab, weshalb Büros in der Regel zwei oder drei Programme kombinieren, eines für die Standortbetrachtung, eines für die Belegung des Volumens und eines für die Darstellung gegenüber dem Bauherrn.

  • Autodesk Forma: Standortanalysen zu Sonne, Wind und Lärm, dazu Grundrissoptionen aus dem Massenmodell und die Übergabe an Revit.
  • Finch belegt ganze Geschosse aus dem Volumen heraus und meldet Flächen, Belichtung und CO2 sofort zurück, geprüft gegen die hinterlegten Regeln von Büro, Bauherr und Gemeinde.
  • TestFit: Machbarkeitsstudien, Stellplatzkonfiguration und Ertragskennzahlen in einer Oberfläche, mit Export nach Revit, Rhino und CAD.
  • ARCHITEChTURES prüft Wohnungsgrundrisse gegen örtliche Bauvorschriften.
  • Veras erzeugt Renderings aus vorhandener Geometrie in Revit, SketchUp, Rhino, Archicad und Forma, ohne die Kubatur anzutasten.

Vorteile für den Entwurfsablauf

Der größte Gewinn liegt in der Breite der Suche. Ein Vorentwurf, der bisher mit drei durchgearbeiteten Varianten in die Bauherrenbesprechung ging, lässt sich mit zwanzig geprüften Fassungen vorbereiten, von denen drei ausgearbeitet und siebzehn mit ihren Kennwerten dokumentiert verworfen werden, ohne dass der Zeitaufwand für die Phase steigt. Bei Gremien öffentlicher Auftraggeber ist das ein handfestes Argument, denn die Frage nach den Alternativen kommt dort verlässlich, und eine belegte Antwort verkürzt die Abstimmung um Wochen.

Als zweiter Vorteil kommen die Kennwerte hinzu. Flächenverteilung, Erschließungsanteil, Belichtung der ungünstigsten Wohnung und Kompaktheit der Hülle liegen unmittelbar nach der Erzeugung vor, ohne getrennte Auswertung in einer Tabelle. Damit lässt sich die Entwurfsentscheidung an denselben Größen ausrichten, die der Bauträger ohnehin rechnet, und die Diskussion über Wirtschaftlichkeit beginnt früher im Projekt.

Der dritte Vorteil betrifft die Standards des Büros. Finch legt eine Bibliothek aus früheren Grundrissen an, in der Barrierefreiheitsregeln, örtliche Vorschriften und interne Vorgaben hinterlegt sind, und erzeugt alle neuen Fassungen ausschließlich daraus. Der Aufbau kostet Zeit, zahlt sich aber ab dem dritten oder vierten Projekt aus. Danach liefern die Systeme Ergebnisse, die dem gewohnten Qualitätsanspruch entsprechen, statt einen Durchschnitt aus fremden Projekten zu reproduzieren.

Nachteile und ungelöste Punkte

Die auffälligste Schwäche der Bildmodelle liegt in der Ausgabe. Sie geben eine Rastergrafik aus, ohne Wandachsen, ohne Geschosshöhen und ohne jede Angabe zu Bauteilen. Beim Übergang nach ArchiCAD, Revit oder ELITECAD muss das Gebäude vollständig neu modelliert werden. Auch nachträgliche Stilübertragungen greifen in die Geometrie ein, Fensterachsen und Öffnungsgrößen verschieben sich dabei sichtbar, weshalb solche Ergebnisse für die interne Ideensammlung taugen und für die Bauherrenpräsentation ausscheiden.

Bei der Erzeugung dreidimensionaler Geometrie aus reinem Text zeigt sich eine harte Grenze zwischen Einrichtung und Gebäude. Ein Stuhl oder ein Esstisch lässt sich in einer Qualität erzeugen, die im Rendering durchgeht. Bei Baukörpern bleiben Details grob und Flächen verformt, sodass solche Objekte höchstens als Hintergrundkontext einer Szene taugen. Brauchbare Ergebnisse für die Ausführungsplanung liefert derzeit kein einzelnes System.

Hinzu kommt die Neigung der Modelle, fehlende Angaben selbst zu ergänzen. Fehlen im Raumprogramm die Quadratmeterzahlen, erscheinen im Grundriss Räume, die es im Projekt nicht gibt. Gegenmittel sind ausdrückliche Ausschlüsse in der Vorgabe, also Bedingungen dieser Art, keine Schlafräume neben der Garage, keine Öffnungen an der Ostfassade und keine Nassräume über dem Wohnbereich der darunterliegenden Einheit, denn erst solche Grenzen machen aus einem Wunsch eine messbare Bedingung. Eine strukturierte Übergabe im JSON-Format hat sich bewährt, da sich dieselbe Vorlage von Projekt zu Projekt weiterverwenden lässt. Ebenso wirksam ist die Anweisung, das Ergebnis von Beginn an auf getrennte Ebenen zu legen, denn ohne diese Vorgabe verbringt der Bearbeiter Stunden mit dem Sortieren. Offen bleibt die Frage nach der langfristigen Entwurfsqualität.

Österreichische Anbieter und Anwender

In Österreich verläuft die Entwicklung eng entlang der vorhandenen Planungssoftware. Auf der KI Con 2026 im Mai 2026 bei der Buwog führten Anbieter ihre Lösungen in einem Tool-Parcours vor, darunter die Xeometric GmbH aus Linz. Deren Assistenz Luna sitzt direkt in der CAD-Umgebung Elitecad Architecture, erklärt dort Funktionen, greift Probleme im Modell auf, begleitet die Bearbeitung Schritt für Schritt und übernimmt nach ausdrücklicher Freigabe durch den Anwender einzelne Arbeitsschritte selbst (https://www.digitalfindetstadt.at/akademie/bigevents/ki-con-2026). Jeder dieser Schritte lässt sich am Bildschirm mitverfolgen. Ausprobieren lässt sich das in der kostenlosen Testversion von Elitecad Architecture 17. Für kleinere Büros ist dieser Weg naheliegender als eine weitere separate Plattform, da die Assistenz dort ansetzt, wo ohnehin gearbeitet wird.

Bei einer Veranstaltung des Verbands der Ziviltechniker- und Ingenieurbetriebe im Wiener Künstlerhaus haben Porr-Chef Karl-Heinz Strauss, Robert Neumayr Beelitz von der Fakultät für Architektur der Universität Innsbruck, Vesna Glatz von ServiceNow Austria und Herbert Mühlburger von AI-Trust ZT über generative Systeme in Planung und Bau diskutiert. Ihr gemeinsamer Befund lautet, dass sich Varianten schneller entwickeln lassen und die Entscheidung auf einer besseren Grundlage fällt, die Entscheidung selbst aber beim Menschen bleibt. Hubert Wetschnig, Vorstandsvorsitzender der Habau Group, berichtet aus der internen Forschungsabteilung von Versuchen, komplexe Tragwerksgeometrien generativ zu optimieren, und nennt Lastannahmen, Materialverhalten und Normen als Randbedingungen, die das System einhalten muss.

Auf Quartiersebene ist die Lage schwieriger. Fehlende interoperable Datenplattformen, uneinheitliche Schnittstellen und ungeklärte Haftungsfragen bremsen den Einsatz in der Verwaltung. Auffällig an der Berichterstattung über den deutschsprachigen Raum ist allerdings, dass Wien und Zürich immer wieder als Vorbild genannt werden, ohne dass ein Projektname, ein Auftraggeber oder ein überprüfbares Ergebnis dazugestellt wird. Für die eigene Bürostrategie sind solche Verweise selten sinnvoll, brauchbar sind aber die benannten Anwendungen aus Linz und die Tragwerksversuche bei Habau, da sich dort nachfragen lässt, was funktioniert hat.

Browserwerkzeuge und Prüfagenten

Auf der Fachkonferenz NXT BLD 2026 in London stand eine Gruppe schlanker Planungsumgebungen im Mittelpunkt, die vollständig im Webbrowser laufen, darunter Snaptrude, Qonic, Arcol, Motif und Hypar. Der Einsatz der großen BIM-Programme verschiebt sich dadurch nach hinten. Variantenbildung, Flächenermittlung und die ersten Modelle laufen in der leichten Umgebung, ArchiCAD oder Revit kommen ab der Einreichplanung zum Zug. Für kleine Büros senkt das die Einstiegshürde, denn es fällt keine Installation auf jedem Arbeitsplatz an und die Anforderungen an die Grafikhardware bleiben moderat.

Der zweite Themenblock der Konferenz waren Prüfroutinen, die selbstständig mitlaufen. Aaron Perry von Qonic hat die Echtzeitverbindung zum Agentensystem von Kope vorgeführt. In seinem Modell waren Wandflächen rot markiert, da drei Türen so eng nebeneinander lagen, dass die verbleibenden Wandstücke nicht mehr ausführbar waren, und sobald er die Türen auseinanderschob, verschwanden die Warnungen nacheinander. Die Baubarkeitsprüfung findet damit bereits im Entwurf statt und verbilligt Änderungen erheblich. Die Anbieter haben sich inzwischen auf Nischen verteilt, Arcol auf die frühe Phase, Qonic auf die Ausführungsunterlagen, Hypar auf Innenraumlayouts.

Vorgaben der KI-Verordnung

Den rechtlichen Rahmen bildet die KI-Verordnung, offiziell Verordnung (EU) 2024/1689, in Kraft seit 1.8.2024. Für ein Planungsbüro sind zwei Punkte unmittelbar wichtig. Nach Artikel 4 muss seit 2.2.2025 sichergestellt sein, dass die Mitarbeiter, die KI-Systeme bedienen, dafür ausreichend geschult sind. Ab 2.8.2026 greifen die Transparenz- und Kennzeichnungspflichten nach Artikel 50. Betroffen sind Bilder, die echten Objekten ähneln, also genau die fotorealistischen Renderings, die aus einem Entwurfsmodell erzeugt und danach für Wettbewerbe, Präsentationen und die eigene Website verwendet werden.

Das Änderungspaket Digital Omnibus hat den Zeitplan im Sommer 2026 verschoben. Das Europäische Parlament hat am 16.6.2026 zugestimmt, der Rat der Europäischen Union am 29.06.2026, womit die Pflichten für eigenständige Hochrisiko-Systeme nach Anhang III vom 2.8.2026 auf den 2.12.2027 rücken, also gut sechzehn Monate später greifen als ursprünglich vorgesehen. Entwurfswerkzeuge fallen ohnehin nicht in diese Kategorie, denn Anhang III erfasst Beschäftigung, Bildung, Kreditvergabe und Biometrie. Die Informationsseite der Bundeskammer der Ziviltechniker*innen zur künstlichen Intelligenz weist mit Stand Juli 2026 noch den ursprünglichen Fristenplan aus. Der aktuelle Stand ergibt sich daher am zuverlässigsten aus dem Verordnungstext.

Ein dritter Punkt wird in der Praxis regelmäßig übersehen. Rein maschinell erzeugte Bildteile stehen nach derzeitiger Rechtslage nicht unter Urheberrechtsschutz. Bei einem Wettbewerbsprojekt, dessen Perspektiven zu wesentlichen Teilen aus einem Bildgenerator stammen, hat das Folgen für die Verwendungs- und Verwertungsrechte, die jede Wettbewerbsordnung ausdrücklich regelt. Die maschinenlesbare Kennzeichnung steckt zudem in den Metadaten und geht beim Formatwechsel oder beim Export aus dem Bildbearbeitungsprogramm häufig verloren, weshalb sie nach jedem Bearbeitungsschritt zu kontrollieren ist.

Speicherort der Projektdaten

Der Zugang zu den leistungsfähigsten Funktionen hängt am Speicherort der Daten. Der Building Layout Explorer steht ausschließlich kommerziellen Nutzern von Forma Site Design offen, deren Daten in den Vereinigten Staaten liegen. Europäische Büros mit Auflagen zum Speicherort bleiben damit vorerst außen vor. Vergleichbare Einschränkungen finden sich bei anderen Anbietern in den Nutzungsbedingungen, in der Produktwerbung tauchen sie selten auf.

Für österreichische Büros hat das unmittelbare Folgen bei öffentlichen Auftraggebern. Wettbewerbsunterlagen, Grundstücksdaten und Bestandsaufnahmen unterliegen Vertraulichkeitsvereinbarungen, die eine Verarbeitung außerhalb der Europäischen Union ausschließen können. Vor der Werkzeugauswahl gehören daher drei Fragen geklärt, nämlich wo die Server stehen, wie der Auftragsverarbeitungsvertrag aussieht und ob der Anbieter hochgeladene Modelle für das Training weiterverwendet, was gerade bei Wettbewerbsbeiträgen über die Zulässigkeit des Einsatzes entscheidet. Anbieter mit zugesicherter Verarbeitung innerhalb der Union verschaffen sich damit einen Vorteil, der beim reinen Funktionsvergleich untergeht.

Fazit

Der Nutzen generativer KI liegt heute an drei Stellen der frühen Leistungsphasen, bei der Ideensuche mit Bildmodellen, bei der Belegung von Volumen mit sofortiger Kennwertrückmeldung und beim Vergleich mehrerer Fassungen nach vorher festgelegten Kriterien. Den größten Gewinn holen die Büros heraus, die ihre eigenen Standards als Regelsatz hinterlegen, die Bewertungskriterien vor dem ersten Rechendurchgang festlegen und die Bildgeneratoren auf die interne Ideensammlung begrenzen. Die Auswahl bleibt Sache des Architekten. In Österreich kommen der Blick auf den Speicherort der Projektdaten und die Kennzeichnungspflichten ab 2.8.2026 hinzu, die Wettbewerbsabgaben genauso erfassen wie die Selbstdarstellung des Büros.