Nach Jahrzehnten intensiver Nutzung war die Konstruktion in einem desolaten Zustand: Feuchtigkeit und Korrosion hatten den Stahlprofilen zugesetzt, und die Einfachverglasung aus den 1950er Jahren war energetisch unzureichend. Da der Denkmalschutz bauliche Veränderungen an den originalen, schmalen Stahlprofilen ausschloss, war eine herkömmliche, dicke Dreifachverglasung keine Option.

Die Lösung bot die innovative „Fineo“ Vakuumverglasung von AGC. Auf einer Fassadenfläche von rund 850 Quadratmetern wurden 1.270 Glaselemente ausgetauscht. Die Wahl fiel auf die speziell für Denkmalschutzprojekte entwickelte „Fineo Heritage“-Serie. Diese Gläser sind mit einer Gesamtdicke von nur 13,5 Millimetern extrem schlank und passten perfekt in die filigranen Bestandsrahmen. Um die authentische Optik der 1950er-Jahre-Scheiben präzise nachzubilden, wurde ein vier Millimeter starkes Restaurierungsglas auf die Vakuumverglasung laminiert. Dadurch konnten die leicht unregelmäßige Oberflächenstruktur und die charakteristische Reflexion des historischen Glases exakt imitiert werden.

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Neben der originalgetreuen Optik überzeugte die energetische Leistung. „Fineo“ erreicht einen U-Wert von 0,7 W/m²K, ein Niveau, das sonst nur mit dicker Dreifachverglasung möglich ist. Dies wird durch einen 0,1 Millimeter dünnen Vakuumraum zwischen zwei Glasscheiben realisiert, dessen Ränder hermetisch verschmolzen sind. Diese Technik garantiert dauerhafte Dichtigkeit ohne Wartung. Zusätzlich konnten Anforderungen an Sonnen-, UV- und Schallschutz integriert werden, ohne die historische Erscheinung zu beeinträchtigen.

Die speziell für denkmalgeschützte Gebäude entwickelte Vakuumverglasung fügt sich dank ihrer geringen Glasdicke nahtlos in die historischen Stahlprofile ein. Ein laminiertes Restaurierungsglas reproduziert zudem die charakteristische Oberflächenstruktur der ursprünglichen Verglasung.
Die speziell für denkmalgeschützte Gebäude entwickelte Vakuumverglasung fügt sich dank ihrer geringen Glasdicke nahtlos in die historischen Stahlprofile ein. Ein laminiertes Restaurierungsglas reproduziert zudem die charakteristische Oberflächenstruktur der ursprünglichen Verglasung. © AGC Glass Europe

Auch unter Nachhaltigkeitsaspekten war die Entscheidung vorteilhaft. Vakuumglas kommt ohne Edelgase aus, benötigt deutlich weniger Material und besitzt als erstes Produkt seiner Art eine extern überprüfte Umwelt-Produktdeklaration (EPD) mit einem herausragend niedrigen CO₂-Fußabdruck. Langzeittests belegen eine Lebensdauer von über sechzig Jahren.

Die Sanierung, die bei laufendem Betrieb stattfand, umfasste auch die aufwendige Entrostung und Neubeschichtung der Stahlprofile. Das Projekt am Flughafen Bromma ist ein Paradebeispiel dafür, wie moderne Technologien es ermöglichen, den einzigartigen Charakter historischer Gebäude zu bewahren und sie gleichzeitig energetisch für die Zukunft zu rüsten.
(bt)