Mit dabei ist Drohnenscan Huber aus Allhartsberg – ein Unternehmen, das mit Inspektionsdrohnen längst zum festen Bestandteil der Bauwirtschaft gehört. Im dreijährigen, über das Förderprogramm Take Off unterstützten Projekt arbeiten die Firma sowie die FH OÖ Forschungs & Entwicklungs GmbH (Koordinator), Schoeller-Bleckmann Precision Technology, das Ingenieurbüro Dendl und Fotec an einer modularen Drohne aus 3D-gedrucktem Carbonfaser-Material. Ziel ist ein kostengünstigeres System als bestehende Lösungen – die Marktreife wird bis 2028 angestrebt.

Navigation ohne Satellit

Der technische Kern liegt in der Navigation: In Gebäuden funktioniert kein GPS, weshalb die Drohne über Kameras, Sensoren und SLAM-Verfahren (Simultaneous Localization and Mapping) selbst kartieren muss. „In Innenräumen funktioniert GPS gar nicht. Die Drohne muss ihre Umgebung selbst verstehen“, erklärt Johannes Huber, Firmengründer und Geschäftsführer von Drohnenscan Huber. Während des Flugs erstellt sie eine eigene räumliche Karte und bestimmt zugleich ihre Position darin. „Sie muss in Echtzeit erkennen, wo Wände, Decken, Träger, Kabel oder Maschinen sind, stabil fliegen und Hindernissen ausweichen“, so Huber. Auf Baustellen sei das anspruchsvoll, weil sich die Umgebung laufend ändere.

Werbung
Fassadensanierung frischt optisch auf und steigert den Wert
Eine Fassadensanierung wertet Gebäude optisch auf und trägt zum Werterhalt bei. Die Silikonharz Fassadenfarbe Baumit StarColor sorgt für Schutz und eine frische Optik.
mehr erfahren

Johannes Huber, Firmengründer und Geschäftsführer von Drohnenscan Huber

„Die Drohne sammelt Daten, die Software markiert auffällige Stellen, geprüft wird weiterhin von Fachleuten.“

Der Nutzen liegt auf der Hand: weniger Zeitaufwand, weniger Risiko für Mitarbeiter*innen und eine bessere digitale Planungsgrundlage. „Der größte Mehrwert entsteht nicht nur durch das Fliegen selbst, sondern durch die Kombination aus Drohne, Geodaten, KI-Auswertung und nachvollziehbarer Dokumentation“, betont Huber.

Werkzeug statt Ersatz

Auch bei der Schadenserkennung setzt das Projekt zunächst auf eine teilautomatisierte Lösung: „Die Drohne sammelt Daten, die Software markiert auffällige Stellen, geprüft wird weiterhin von Fachleuten. So wird die Inspektion schneller, aber die fachliche Verantwortung bleibt nachvollziehbar“, sagt Huber.

Angesichts von Fachkräftemangel und wachsenden Dokumentationspflichten ist Huber überzeugt, dass autonome Inspektionsdrohnen in zehn Jahren zum Standardwerkzeug werden – ähnlich wie Laserscanner oder Vermessungsdrohnen heute. „Sie werden den Menschen aber nicht ersetzen. Die Drohne übernimmt die sicherheitsrelevante, wiederholbare und datenintensive Erfassung. Der Mensch bewertet, entscheidet und trägt die Verantwortung.“, so Huber.

Erste Prototypen sollen noch während der Projektlaufzeit an Drohnenscan Huber und das Ingenieurbüro Dendl für reale Einsätze gehen. Ein weiterer Use Case bei Schoeller-Bleckmann zur Inspektion von Produktionsanlagen ist ebenfalls vorgesehen.