Der Klimaaktiv-Gebäudestandard zählt laut Aussendung weiterhin zu den führenden Zertifizierungssystemen für nachhaltiges Bauen und Sanieren in Europa. Bis Ende 2025 wurden insgesamt 2.163 Gebäude ausgezeichnet, innerhalb weniger Monate kamen weitere hinzu. Allein im Jahr 2025 erhielten 363 Gebäude ein Zertifikat in Gold, Silber oder Bronze, was einem Zuwachs von rund 20 Prozent entspricht.

„Der Erfolg des Klimaaktiv Gebäudestandards zeigt, dass sich Qualität und Wirtschaftlichkeit am Bau nicht widersprechen, sondern ergänzen“, sagt Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus in Wien. Effiziente Gebäude würden laut Zehetner laufende Kosten senken und zur Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten beitragen.

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Mehrfamilienhäuser dominieren das Segment

Ein Großteil der zertifizierten Projekte entfällt auf großvolumige Wohnbauten. Im Jahr 2025 wurden 242 Mehrfamilienhäuser mit einer Bruttogeschoßfläche von mehr als 600.000 Quadratmetern nach dem Standard bewertet. Insgesamt summiert sich die zertifizierte Fläche bis Ende 2025 auf rund 6,4 Millionen Quadratmeter. Gemessen an der Fläche entspricht dies laut Aussendung mehr als dem Zweieinhalbfachen der Wiener Seestadt Aspern. Die Zahlen verdeutlichen die zunehmende Bedeutung des Standards im großvolumigen Wohnbau.

Gold-Zertifizierungen überwiegen

Mehr als die Hälfte der zertifizierten Gebäude erreicht die höchste Qualitätsstufe Gold. Insgesamt wurden bisher 831 Gebäude mit rund drei Millionen Quadratmetern in dieser Kategorie ausgezeichnet. Als ein Grund für diese Entwicklung wird genannt, dass Förderprogramme sowie gesetzliche Vorgaben zunehmend auf die Kriterien des Klimaaktiv-Standards Bezug nehmen. Damit gewinnt das Zertifizierungssystem laut Aussendung auch für Investitionsentscheidungen an Bedeutung.

Regionale Verteilung – europäische Vorgaben

Regional liegt Tirol bei der Anzahl zertifizierter Gebäude vor Wien und Niederösterreich. Bei der Gesamtfläche führt hingegen Wien, wo sich knapp die Hälfte der zertifizierten Fläche befindet. Mit dem aktualisierten Kriterienkatalog 2025 wurde der Standard zudem stärker an europäische Vorgaben wie die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) sowie die EU-Taxonomie angepasst. Nachweise aus der Zertifizierung könnten damit direkt in entsprechende Prüfungen einfließen, wie es in der Aussendung heißt.

Standard als Instrument

Der Klimaaktiv-Gebäudestandard basiert auf einem Bewertungssystem mit 1.000 Punkten und definierten Mindestanforderungen. Seit 2020 ist der Einsatz fossiler Energieträger bei zertifizierten Gebäuden ausgeschlossen, zudem wurden die Anforderungen an die Energieeffizienz weiter verschärft. Viele der zertifizierten Gebäude verfügen laut Angaben über eigene Energieerzeugungssysteme wie Photovoltaik oder Solarthermie sowie über Speicherlösungen. Diese könnten zur Entlastung der Energienetze beitragen und die Flexibilität im Energiesystem erhöhen.