Steigende Baukosten, Anforderungen an Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG), regulatorische Vorgaben und veränderte Finanzierungsbedingungen erhöhen nach Angaben der IG Lebenszyklus Bau die Bedeutung des Gebäudebestands für die Bau- und Immobilienwirtschaft. Unter dem Leitthema „Der Bestand als Business Case – Geschäftsmodelle neu denken und gemeinsam umsetzen“ beschäftigt sich der 16. Kongress der Interessengemeinschaft (IG) Lebenszyklus Bau deshalb mit der wirtschaftlichen Weiterentwicklung bestehender Immobilien.
„Der Bestand ist nicht das Problem der Branche – er ist einer ihrer größten Zukunftsmärkte“, sagt Christoph Müller-Thiede, Vorstandssprecher der IG Lebenszyklus Bau in Wien. Beim Kongress sollen unterschiedliche Akteur*innen der Wertschöpfungskette zusammenkommen, darunter Projektentwickelnde, Eigentümer*innen, Investor*innen, Finanzierungsunternehmen, Planende, Ausführende, Betreiber*innen sowie Vertreter*innen der öffentlichen Hand.
Finanzierung und Transformation im Mittelpunkt
Das Programm umfasst Projektbeispiele, Kennzahlen und Diskussionsformate zur wirtschaftlichen Entwicklung von Bestandsimmobilien. Geplant sind unter anderem eine interaktive Keynote zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) von Wonderwerk sowie Beiträge zur Transformation und Finanzierung von Bestandsimmobilien mit der Greyfield Group und der Erste Group.
Praxisbeispiele kommen von ÖBB-Infrastruktur, Unicredit Bank Austria und Digital Findet Stadt. Eine branchenübergreifende Podiumsdiskussion soll der Frage nachgehen, unter welchen Voraussetzungen Bestandsprojekte wirtschaftlich tragfähig, finanzierbar und wettbewerbsfähig umgesetzt werden können.
Kreislaufwirtschaft und Wiederverwendung
Am Nachmittag präsentieren Studierende der Hochschule Campus Wien Ansätze zur zirkulären Bestandsentwicklung. Darüber hinaus stellen Arbeitsgruppen der IG Lebenszyklus Bau ihre Ergebnisse zu aktuellen Themen der Branche vor. Dabei geht es unter anderem um vergütbare Leistungsbilder für Sanierungen und Umbauten, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Wiederverwendung von Bauteilen sowie Geschäftsmodelle für Bestandsentwicklung und Kreislaufwirtschaft. Interaktive Arbeitsformate und ein gemeinsamer Reality-Check bilden den Abschluss des Kongresstages.
Der 16. Kongress der IG Lebenszyklus Bau findet in Kooperation mit der Hochschule Campus Wien, Bauen im Bestand und VÖPE Next statt.