Rund zehn Prozent der Bewohner*innen und Beschäftigten haben sich an der Mobilitätsumfrage im Grazer Stadtteil Reininghaus beteiligt. Von 23. Jänner bis 27. März 2026 nahmen 552 Personen teil, wie der Verein Stadtteil Graz Reininghaus am 7. Mai bei einer Präsentation in der Tennenmälzerei bekannt gab. Initiiert wurde die Befragung vom Verein, durchgeführt von verkehrplus ZT GmbH.

„Das ist eine außergewöhnlich hohe Beteiligung. Sie zeigt nicht nur das große Interesse und die Bereitschaft zur Mitwirkung, sondern auch, dass Stadtentwicklung ein kontinuierlicher Transformationsprozess ist“, sagt Alexander Daum, Vorstand des Vereins Stadtteil Graz Reininghaus. Die Zufriedenheit der Befragten mit ihrem Stadtteil liegt bei 71 Prozent. Zwei Drittel stehen einem verkehrsberuhigten Stadtteil klar positiv gegenüber.

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ÖV und Fahrrad auf Augenhöhe mit dem Auto

Die Umfrage zeichnet das Bild eines vielfältigen Mobilitätsmixes. Rund zwei Drittel der Befragten besitzen ein Auto, genutzt wird es jedoch nur von etwa einem Viertel täglich. 84 Prozent der Teilnehmenden gehen mindestens wöchentlich zu Fuß, 72 Prozent nutzen öffentliche Verkehrsmittel, 62 Prozent das Auto und 54 Prozent das Fahrrad.

Für den Arbeits- oder Ausbildungsweg setzen 71 Prozent auf umweltfreundliche Transportmittel: 44 Prozent auf öffentliche Verkehrsmittel, 22 Prozent auf das Fahrrad und fünf Prozent auf das Gehen. Das Auto liegt hier mit 27 Prozent deutlich dahinter. Zwei Drittel der Befragten besitzen eine Zeitkarte für den öffentlichen Verkehr.

„Umso erfreulicher ist, dass das Zukunftsszenario ‘verkehrsberuhigter Stadtteil‘ die Erwartungen übertroffen hat, in dem der ÖV-Anteil bei 44 und die PKW-Nutzung nur bei 26 Prozent liegt. Gleichzeitig befinden wir uns weiterhin in einem Transformationsprozess, denn der Stadtteil ist vom Verhalten der Menschen vor Ort und von globalen Entwicklungen abhängig“, sagt Birgit Leinich, Vorstand des Vereins Stadtteil Graz Reininghaus.

Konkrete Maßnahmen geplant

Aus den Ergebnissen werden nun Maßnahmen abgeleitet. Geplant sind unter anderem ein kommunikatives Leitsystem für Besucher:innen sowie die Weiterentwicklung der Esplanade zu einer konsequent autofreien Zone. „Ziel ist es, unerlaubtes Befahren zu verhindern. Ein Punkt, den viele Befragte als störend empfinden und strengere Kontrollen fordern“, so Bettina Thaller, Vorstand des Vereins Stadtteil Graz Reininghaus.

Ab Herbst soll ein Mobilitätsfolder mit Informationen zu Parkmöglichkeiten und Postabholstationen an alle Neu-Zuziehenden verteilt werden. Zudem wird ein Whiteboard eingerichtet, auf dem Fragen zu anderen Themen gesammelt werden.

Spannungsfeld Parkplatzsituation

Trotz der positiven Ergebnisse zeigt die Umfrage auch Konfliktfelder auf. „Wir sehen in der Parkplatzsituation eine deutliche Diskrepanz zwischen Nutzung des PKWs und dem Bedarf an Stellplätzen. 56 Prozent verfügen über einen solchen, jedoch nur 23 Prozent nutzen ihr Auto täglich. Zudem verteuert die Errichtung von Tiefgaragen den Wohnraum“, sagt Leinich.

„Damit Mobilität und Verkehr gelingen können, braucht es ein Zusammenspiel von Bauträger:innen, der Politik und den Bewohner*innen. Es geht darum, die richtigen Hebel zu finden, die den Stadtteil noch lebenswerter und zukunftsfitter machen“, ergänzt Daum.