Austrian Standards will sich künftig stärker in die Diskussion über Entbürokratisierung und Vereinfachung einbringen. Als nationale Organisation für Standardisierung hat sie die Gründung des Dialogforums „Gemeinsam vereinfachen“ beschlossen. Eingeladen sind Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft. Die erste Veranstaltung findet am 24. September 2026 am Standort von Austrian Standards in der Wiener Heinestraße statt.
Während die Organisation an neuen Standards für Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz und Quantencomputing arbeitet, sollen im Rahmen des Forums jene Bereiche analysiert werden, in denen Vereinfachungspotenziale innerhalb der Standardisierung bestehen
Vereinfachungen und Empfehlungen
Nach Angaben von Austrian Standards werden zwei Themenbereiche im Mittelpunkt der Gespräche stehen. Einerseits sollen Maßnahmen diskutiert werden, die unmittelbar im Verantwortungsbereich der Organisation umgesetzt werden können. Andererseits soll erörtert werden, wie Regelwerke, die von Behörden und Verwaltung unter Einbindung von Standards genutzt werden, verständlicher und schlanker gestaltet werden können.
In diesen Bereichen sieht Austrian Standards vor allem die Möglichkeit, Empfehlungen zu erarbeiten. Diese sollen gemeinsam mit konkreten Maßnahmen nach dem Dialogforum weiterentwickelt werden.
„Standards sind kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das Unternehmen in der Praxis unterstützt – sie sollen Prozesse vereinfachen, Orientierung geben, Sicherheit schaffen und Innovation ermöglichen. Mit dem Dialogforum ‚Gemeinsam vereinfachen‘ wollen wir deshalb ganz bewusst einen aktiven Beitrag leisten, um Vereinfachungen dort anzustoßen, wo sie wirklich Wirkung entfalten und ein einfacheres und damit attraktiveres Unternehmer in Österreich fördern“, sagt Valerie Höllinger, CEO bei Austrian Standards in Wien.
Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit
Austrian Standards verweist zudem auf die wirtschaftliche Bedeutung von Standards. Laut einer Studie tragen diese in Österreich rund 20 Prozent zum realen Bruttoinlandsprodukt-Wachstum bei, was etwa einer Milliarde Euro pro Jahr entspricht. Darüber hinaus sollen rund 30 Prozent des Wachstums der Arbeitsproduktivität sowie rund 6,5 Prozent des jährlichen Beschäftigungswachstums beziehungsweise rund 1.500 Vollzeitäquivalente auf Standards zurückzuführen sein.
Vor dem Hintergrund des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds sieht die Organisation verlässliche und verständliche Standards als wichtigen Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen und deren Zugang zu nationalen sowie internationalen Märkten.
Mit dem Dialogforum „Gemeinsam vereinfachen“ soll eine Plattform entstehen, auf der Herausforderungen diskutiert und Impulse für die Weiterentwicklung der Standardisierung erarbeitet werden können.