Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus hat die neunte Ausschreibung für den Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit gestartet. Seit der erstmaligen Vergabe im Jahr 2006 wurden rund 630 Projekte eingereicht und insgesamt 40 Architektur- und Fachplanungsbüros ausgezeichnet. Der Preis gilt als europaweit einzigartig, da er architektonische Qualität und Nachhaltigkeit gleichwertig bewertet.
„Hochwertige Gebäudesanierungen und energieeffiziente Neubauten sind zentrale Hebel, um die Transformation des Gebäudesektors voranzutreiben und den Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig zu stärken“, sagt Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus in Wien.
Einreichfrist bis Anfang Juni
Einreichungen sind bis 5. Juni 2026, zwölf Uhr, möglich. Zugelassen sind Projekte in Österreich, die zwischen 2023 und April 2026 fertiggestellt wurden und sich erstmals für den Staatspreis bewerben. Teilnahmeberechtigt sind Bauherr:innen, Architekt:innen sowie Fachplanungsbüros.
Die Bewertung erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren durch eine sechsköpfige, international besetzte Jury unter Vorsitz des Architekten Matthias Hein. Architektur und Nachhaltigkeit sind dabei gleichwertig gewichtet. Nach einer Vorprüfung werden ausgewählte Projekte vor Ort besichtigt, bevor die finale Entscheidung getroffen wird. Die Preisverleihung ist für November 2026 in Wien geplant.
Fokus auf Sanierung und Kreislaufwirtschaft
Inhaltlich legt die Ausschreibung einen Schwerpunkt auf Bestandsentwicklung, Sanierung und kreislauffähiges Bauen. Neubauten können ebenfalls eingereicht werden, müssen die Anforderungen jedoch umfassend erfüllen. Gebäude mit fossilen Wärmesystemen sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Nachhaltigkeitsbewertung erfolgt auf Basis des klimaaktiv-Gebäudestandards, der als anspruchsvolles Instrument zur Beurteilung energieeffizienter und ressourcenschonender Bauweise gilt.
Der Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit wird im Rahmen der Klimaschutzinitiative klimaaktiv vergeben und versteht sich als Impulsgeber für zukunftsorientierte Baukultur. Ziel ist es, innovative Lösungen sichtbar zu machen und die Weiterentwicklung nachhaltiger Bauweisen in Österreich zu fördern.