Die Sicherheit auf Baustellen tritt zunehmend in den Fokus, im Zuge dessen wachsen bislang getrennte Bereiche zunehmend zusammen. Die Bauzeitung sprach mit Jan Hehenberger, Geschäftsführer ISHAP, über Zutrittskontrolle, mobile Überwachungssysteme und welche Vorteile sich für Baustellenbetreiber*innen bieten.

Bauzeitung: Inwiefern wachsen Zutrittskontrolle, Videoüberwachung und andere Gewerke zu integrierten Systemen zusammen?

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Jan Hehenberger: Viele Baustellen arbeiten noch mit Einzellösungen. Sobald aber mehrere Firmen und Subunternehmer parallel tätig sind, fehlt schnell der Überblick – dann geht es nicht nur um ‚Zutritt ja/nein‘, sondern darum, wer wann tatsächlich vor Ort ist und ob Voraussetzungen erfüllt sind. Unsere Systeme, bestehend aus Software und Hardware, sind als Selbstkontrolle für die Baustelle gedacht und grundsätzlich offen ausgelegt, d.h. bestehende Drehkreuze können eingebunden werden – oder man bezieht das Gesamtsystem über ISHAP.

Jan Hehenberger
© ISHAP

Wie stark hat sich der Einsatz mobiler Überwachungssysteme auf Baustellen etabliert?

Mobile Überwachungslösungen sind deutlich präsenter geworden, weil Baustellen dynamisch sind und sich der Sicherheitsbedarf je nach Bauphase ändern. Wichtig ist hier: ISHAP liefert keine klassische Kamera- oder Schranken-Hardware. Wir sorgen viel mehr für eine übergeordnete Transparenz: Mit unserem System lässt sich exakt nachvollziehen, wer wann und wie lange auf der Baustelle war. Gleichzeitig rücken Funktionen näher an den Zutritt: Unser neuer Scan Terminal unterstützt bereits Foto- und Videofunktionen zur Personenidentifikation.

Welche Vorteile bieten elektronische Zutrittssysteme gegenüber klassischen Baustellenabsicherungen?

Elektronische Zutrittssysteme sind klassischen Baustellenabsicherungen bei Echtzeit, Automatisierung und Nachvollziehbarkeit überlegen. Bei ISHAP bilden Drehkreuze als physische Barriere und ISHAPCARD als digitale Zugangsberechtigung ein durchgängiges System: ISHAPCARD prüft automatisch und in Echtzeit, wer zutrittsberechtigt ist – und ob notwendige Voraussetzungen wie Sicherheitsunterweisungen vorliegen. Das reduziert manuelle Listen und Abstimmungsaufwand, gerade mit Subunternehmern, und entlastet die Baustelle im Tagesgeschäft.

Wie hat sich die Bedeutung der Baustellensicherheit in Österreich in den letzten Jahren verändert?

Baustellensicherheit wird in Österreich spürbar stärker als Management- und Compliance-Thema verstanden als noch vor einigen Jahren. Vor allem Haftungsfragen, ein wachsender Dokumentationsbedarf und Transparenz gegenüber Auftraggebern nehmen stark zu. Das führt dazu, dass Unternehmen mehr Wert auf standardisierte Abläufe legen – und darauf, dass Sicherheitsmaßnahmen nicht nur vorhanden sind, sondern nachweisbar umgesetzt werden.

Herr Hehenberger, herzlichen Dank für das Gespräch.