Der Österreichische Staatspreis Holzbau 2026 wurde erstmals vergeben. Ausgezeichnet wurden Projekte, die laut Veranstaltern neue Maßstäbe für qualitätsvolles und ressourcenschonendes Bauen setzen. Insgesamt standen 41 nominierte Projekte aus allen Bundesländern zur Auswahl. Die Preisverleihung fand am 28. Mai in den Sofiensälen in Wien statt.

Der Staatspreis wird vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gemeinsam mit proHolz Austria ausgelobt und mit Mitteln des österreichischen Waldfonds unterstützt. Zusätzlich wurde erstmals ein Innovationspreis Holz vergeben.

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Holzbau als Beitrag zur klimafitten Baukultur

Die internationale Fachjury vergab drei Hauptpreise sowie zwei Anerkennungen. Bewertet wurden unter anderem architektonische Qualität, materialgerechter Einsatz von Holz, ressourceneffiziente Konstruktionen sowie Beiträge zur CO2-Reduktion und Kreislaufwirtschaft.

„Die mit dem Staatspreis Holzbau prämierten Bauten verdeutlichen auf vorbildhafte Weise das Potenzial des modernen Holzbaus: Sie verbinden hohe architektonische Qualität mit dem ökologischen, ressourcenschonenden und innovativen Einsatz von Holz“, erklären Nicole Kerstin Berganski, Architektin und Professorin an der TU Berlin, Annette Hafner, Architektin und Professorin an der Ruhr-Universität Bochum, sowie Tragwerksplaner Pirmin Jung als Jury des Staatspreises Holzbau 2026.

Zu den Hauptpreisträgern zählt die Erweiterung der Firmenzentrale von Windkraft Simonsfeld in Ernstbrunn. Der Holz- und Lehmbau ergänzt ein bestehendes Plusenergiebürogebäude und setzt auf bauteilaktivierte Stampflehmkerne sowie eine Holzkonstruktion mit Brettsperrholzdecken.

Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld, Erweiterung.
Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld, Erweiterung. © Patrick Johannsen

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das neue Rathaus in Hohenems. Die Jury hob insbesondere die reversible Konstruktion, die flexible Nutzbarkeit sowie die konsequente Integration des „Cradle to Cradle“-Prinzips hervor. Das Gebäude wurde von der Stadt Hohenems als Bauherrin umgesetzt.

Rathaus Hohenems.
Rathaus Hohenems. © Adolf Bereuter

Der dritte Hauptpreis ging an die Aufstockung der HTL Bau und Design in Innsbruck. Das Projekt erweitert einen Schulbau aus den 1970er Jahren um zusätzliche Klassenräume in Holzhybridbauweise. Laut Jury zeige das Projekt beispielhaft, wie bestehende Gebäude mit Holz erweitert und aufgewertet werden können.

HTL Bau und Design Innsbruck, Aufstockung.
HTL Bau und Design Innsbruck, Aufstockung. © David Schreyer

Anerkennungen für Wohn- und Bildungsbauten

Eine Anerkennung erhielt das Ronald McDonald Kinderhaus in Salzburg. Der Holzhybridbau mit 16 Wohneinheiten für Familien mit kranken Kindern wurde insbesondere für seine wohnliche Atmosphäre und die räumliche Qualität gewürdigt.

Ronald McDonald Kinderhaus.
Ronald McDonald Kinderhaus. © Albrecht Schnabel

Eine weitere Anerkennung ging an den Schulcampus Hittisau in Vorarlberg. Die Jury hob die innovative Tragwerksplanung hervor, die eine übereinanderliegende Anordnung von Aula und Turnhallen ermöglicht.

Schulen Hittisau.
Schulen Hittisau. © Adolf Bereuter

„Der Staatspreis Holzbau macht sichtbar, auf welch hohem Niveau in Österreich mit Holz gebaut wird“, sagt Richard Stralz, Obmann von proHolz Austria in Wien. Holz sei ein Schlüssel für die Transformation des Gebäudesektors.

Laut den aktuellen Daten der Statistik Austria liegt der Holzbauanteil in Österreich derzeit bei 11,6 Prozent. Im mehrgeschossigen Wohnbau beträgt der Anteil laut den Veranstaltern lediglich 4,4 Prozent.

Innovationspreis Holz erstmals vergeben

Parallel zum Staatspreis wurde erstmals der Innovationspreis Holz verliehen. Prämiert wurden drei Projekte mit Fokus auf materialtechnische Entwicklungen und Kreislaufwirtschaft.

Den ersten Preis erhielt das Projekt „Elektrisch leitende Holzoberfläche durch Atmosphärendruck-Plasma“ von Jürgen M. Lackner und dem Projektteam rund um Joanneum Research Materials. Entwickelt wurde ein Verfahren, das Holzoberflächen ohne metallische Leiterbahnen elektrisch leitfähig macht.

Der zweite Preis ging an das „Wood Vision Lab“ in Weiz. Das Projekt beschäftigt sich mit der Entwicklung von Hochleistungswerkstoffen aus Laubholz und soll laut Einreichung neue industrielle Anwendungen ermöglichen.

Mit dem dritten Preis wurde „Glulam2NewProduct“ ausgezeichnet. Das Projekt entwickelt Verfahren zur Wiederverwertung rückgebauter Holztragwerke für neue Holzbauprodukte und verfolgt einen kreislauffähigen Ansatz.

„Wer mit Holz baut, schützt das Klima und schafft durch die Bindung von CO2 gewissermaßen einen zweiten Wald“, sagt Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft in Wien.