Die Zahl der Baubewilligungen für Wohnungen in Österreich ist 2025 weiter gesunken. Insgesamt wurden 47.800 Wohneinheiten in neuen und bestehenden Gebäuden bewilligt. Das entspricht einem Rückgang von drei Prozent gegenüber 2024 und liegt um ein Drittel unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Das geht aus der Wohnbauförderungsstatistik hervor, die der Fachverband der Stein- und keramischen Industrie gemeinsam mit dem Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) erstellt hat.

Noch deutlicher fällt der Rückgang bei Wohnungen in neuen Gebäuden aus: Hier lagen die Bewilligungszahlen 2025 um 42 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Für 2026 rechnen die Studienverantwortlichen mit einem weiteren Minus von sieben bis acht Prozent. Besonders betroffen sei der freifinanzierte Geschoßwohnbau.

Werbung
WICONA: Fenstersanierung im laufenden Betrieb
An der Eschersheimer Landstraße 60–62 in Frankfurt wurde die Fassade eines elfgeschossigen Bürogebäudes im laufenden Betrieb saniert. Zum Einsatz kam dabei ein projektspezifisch zugeschnittener Sanierungsflügel.

Mehr Zusicherungen für Eigenheime

Bei der Wohnbauförderung zeigt sich eine andere Entwicklung. Für insgesamt 19.800 Wohneinheiten wurden 2025 Förderungen zugesichert, um drei Prozent mehr als im Vorjahr. Davon entfielen 14.600 auf den Geschoßwohnbau und 5.200 auf Eigenheime. Während die Eigenheimförderung um rund ein Drittel zulegte, lag der Geschoßwohnbau leicht unter dem Vorjahreswert. Insgesamt blieb die Zahl der Zusicherungen um 13 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt.

Die Ausgaben der Wohnbauförderung stiegen gegenüber 2024 um sieben Prozent auf 2,68 Milliarden Euro. Seit 2022 ergibt sich damit ein Zuwachs von 41 Prozent. Nominell erreichten die Ausgaben laut Studie wieder das Niveau der 2000er- und frühen 2010er-Jahre. Der Fachverband sieht darin einen Beitrag zur Stabilisierung des Wohnbaus. Den Rückgang im freifinanzierten Bereich könne die Förderung allerdings nicht vollständig ausgleichen. Dafür seien unter anderem bessere Finanzierungsbedingungen erforderlich

Sanierung gewinnt an Bedeutung

Die Sanierungsförderung der Länder erhöhte sich 2025 auf 740 Millionen Euro. Zusammen mit der Umweltförderung des Bundes wurden laut Studie 2,3 Milliarden Euro für die Wohnhaussanierung aufgewendet. Das entspricht nahezu dem Zweieinhalbfachen des Zehnjahresdurchschnitts und liegt deutlich über den Ausgaben für die Neubauförderung.

Der Fachverband fordert langfristig planbare Fördermittel. Die in der Aussendung angeführte Sanierungsoffensive 2027 mit 321 Millionen Euro für thermische Sanierungen bewertet er als wichtigen Impuls. Die Finanzierung müsse jedoch auch über 2027 hinaus gesichert sein. Das IIBW spricht sich zudem für Anpassungen im Wohnrecht aus und verweist auf die angekündigte Wohnrechtsnovelle mit Dekarbonisierungs- und Sanierungsschwerpunkt.

Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern

Die Wohnbaurate, also die Zahl der Wohnungsbewilligungen je 1.000 Einwohner*innen, lag 2025 österreichweit bei 3,5. Über diesem Wert lagen Tirol mit 6,2, das Burgenland mit 4,9, Vorarlberg mit 4,8 und Wien mit 4,4. Niedrigere Werte verzeichneten Niederösterreich mit 2,2, Kärnten mit 2,4, die Steiermark mit 2,6 und Salzburg mit 2,7.