Wie läuft das aktuelle Geschäftsjahr für Ihre Branche? Wann rechnen Sie mit einer nachhaltigen Erholung?
Das Geschäftsjahr läuft auf niedrigem Niveau. Der Wohnbau stagniert auf sehr geringen Zahlen, der Tiefbau hat die Marktlage im ersten Halbjahr gestützt, wie er sich aufgrund angespannter Gemeinden- und Länderbudgets entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Die Fertigteil-Bauweise hinkt der Marktentwicklung meist um rund drei Monate nach, da die Bauunternehmen zuerst ihre Auslastung auffüllen und zeitversetzt dann wieder in Fertigteilen denken.
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Was stimmt Sie zuversichtlich, was nachdenklich?
Zuversichtlich stimmen uns die anscheinend in manchen Bundesländern gestiegenen Kreditvergaben, nachdenklich die hohe Inflation mit steigenden Zinsen. Das ist nämlich kein gutes Vorzeichen für Immobilienkäufer. Wenn wir über Betonfertigteile sprechen, werden sie in wichtigen Bereichen für ein zukunftsfittes Österreich benötigt werden: Bahnausbau, Tunnelbau, Abwassermanagement, Trinkwasserbehälter, Wasserspeicherung, Versickerung, Umstellung von Asphalt auf Pflastersteinbeläge für Schwammstädte, Wohngebäude, die Naturgefahren wie Feuer, Hochwasser, Sturm, etc. gut standhalten können, sowie bauteilaktivierte Gebäude – sowohl im Wohnbau als auch im Bildungsbau usw.
Was erwarten Sie sich von der Politik? Welche Maßnahmen sollte sie dringend setzen, um die Bauwirtschaft zu unterstützen?
Von der Politik wünsche ich mir eine Konzentration der Kräfte in den Ministerien, die mit dem Bauen zu tun haben, um den ehemaligen Konjunkturmotor Bau wieder anzuwerfen. Die Politik muss sich auf die für Unternehmer wesentlichen Geschäftsbereiche konzentrieren, nicht auf die Nebenschauplätze des Unternehmentums. Einer davon ist die überbordende Bürokratie: Immer mehr Unternehmen können sich nicht mehr leisten, dass ihre Beschäftigte mehrere Stunden am Tag mit der Dokumentation ihrer Tätigkeiten beschäftigt sind. Wir benötigen die Fachkräfte, um die Produktion anzukurbeln, nicht um bürokratische Aufgaben zu erledigen.