Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hat im Nationalrat die Eckpunkte des Doppelbudgets 2027/28 präsentiert. Demnach sollen ab 2027 die Fördermittel für den Austausch von Heizsystemen und für thermisch-energetische Sanierungen in getrennten Budgets geführt werden. Das Zukunftsforum SHL bewertet diese Trennung als positiven Schritt, verweist jedoch auf die aus seiner Sicht weiterhin bestehende Unsicherheit bei der Finanzierung.
Für den Kesseltausch sind laut Budget 2027 Fördermittel in Höhe von 180 Millionen Euro vorgesehen. Gleichzeitig soll der Fördersatz von bisher 30 Prozent auf 20 Prozent sinken. Das Zukunftsforum SHL sieht darin ein Risiko für die Planbarkeit von Investitionen in klimafreundliche Heizsysteme.
Sanierungsmittel bereits weitgehend ausgeschöpft
Als Beleg für den hohen Bedarf verweist die Organisation auf die laufende Sanierungsoffensive 2026. Anfang Juni seien bereits mehr als 90 Prozent der verfügbaren Mittel abgerufen worden. Förderungen für thermische Sanierungen seien seit Februar ausgesetzt. Die bloße Aufteilung der Fördermittel auf zwei getrennte Töpfe werde daher aus Sicht des Zukunftsforums SHL nicht ausreichen, um künftige Förderstopps zu verhindern.
Das Zukunftsforum SHL fordert eine mehrjährige Finanzierung, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert. Gleichzeitig verweist die Organisation auf die angespannte Budgetlage, die den Spielraum für Förderungen einschränke.
Reformen sollen zusätzliche Anreize schaffen
Neben einer langfristigen Förderstrategie spricht sich das Zukunftsforum SHL für begleitende Reformen im Miet-, Wohn- und Steuerrecht aus. Diese sollen dazu beitragen, den Umstieg auf moderne Heizsysteme auch unabhängig von Förderprogrammen attraktiver zu machen.
„Unsere Installateur*innen und ihre Kund*innen brauchen Planungssicherheit, keine Förderpolitik im Jahrestakt. Wer den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme ernst meint, muss verlässliche Rahmenbedingungen schaffen – nicht die Mittel kürzen, während die Nachfrage das Gegenteil verlangt“, sagt Andreas Rotter, Obmann des Zukunftsforum SHL und stellvertretender Bundesinnungsmeister bei der Bundesinnung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker in Wien.