Die Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat Anfang Juli beim traditionellen Konjunktur-Pressegespräch Zahlen der KMU Forschung Austria präsentiert. Sie zeigen für das Gewerbe und Handwerk insgesamt eine verhaltene Entwicklung mit ersten Lichtblicken im Baugewerbe, dessen Auftragsbestand um acht Prozent zulegte. Die branchenspezifischen Feindaten für die Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, die auf den Meldungen von 124 Betrieben mit 1.972 Beschäftigten basieren, zeichnen ein eigenes Bild: Die Branche liegt bei Auftragseingängen und Stimmung deutlich hinter dem Gesamtgewerbe, verfügt aber weiterhin über das dickste Auftragspolster im Vergleich.

Auftragseingänge deutlich rückläufig

Im ersten Quartal 2026 sind die Auftragseingänge der Installateurbetriebe gegenüber dem Vorjahresquartal nominell um 7,0 Prozent gesunken. Das Minus fiel damit geringer aus als im Vorjahreszeitraum (minus 8,4 Prozent), liegt aber weiterhin deutlich unter der Entwicklung des gesamten Gewerbes und Handwerks (minus 2,1 Prozent). 24 Prozent der Betriebe meldeten Steigerungen um durchschnittlich 7,3 Prozent, bei 30 Prozent lagen die Auftragseingänge auf Vorjahresniveau. Fast jeder zweite Betrieb (46 Prozent) verzeichnete jedoch Rückgänge, die im Schnitt 17,5 Prozent ausmachten. Die Verkaufspreise wurden im Branchendurchschnitt um 3,8 Prozent erhöht. Preisbereinigt ergibt sich damit ein reales Minus von 10,3 Prozent.

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Tabelle SHK Auftragseingang
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Neubau bleibt das Sorgenkind

Der Blick auf die Geschäftsbereiche zeigt, wo die Schwäche herkommt. In der Montage im Neubau – für 82 Prozent der Betriebe ein relevanter Geschäftsbereich – meldeten 57 Prozent sinkende Auftragseingänge, nur neun Prozent verzeichneten Zuwächse. Auch im Handel überwogen die Rückgänge klar: 46 Prozent der Betriebe meldeten dort ein Minus, lediglich drei Prozent ein Plus. Stabiler präsentiert sich das Geschäft mit Reparatur und Sanierung, das für praktisch alle Betriebe (99 Prozent) relevant ist: Hier meldeten 22 Prozent steigende und 50 Prozent gleichbleibende Auftragseingänge, 28 Prozent verzeichneten Rückgänge. Das Service- und Sanierungsgeschäft bleibt damit das verlässlichste Standbein der Branche.

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Beim Stimmungsbarometer liegen die Installateure klar unter dem Branchenumfeld. Im zweiten Quartal 2026 beurteilen 18 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut (Vorquartal: 14 Prozent), 33 Prozent als saisonüblich und 49 Prozent als schlecht (Vorquartal: 39 Prozent). Per Saldo überwiegen die Betriebe mit schlechter Geschäftslage um 31 Prozentpunkte – im gesamten Gewerbe und Handwerk liegt der Saldo bei minus acht Prozentpunkten. Im Vergleich zum Vorquartal ist das Stimmungsbarometer gesunken.

Auftragspolster OK

Trotz der gedrückten Stimmung verfügt die Branche über eine solide Auftragsreserve: Im Branchendurchschnitt sichert der Auftragsbestand im zweiten Quartal 2026 eine Vollauslastung für 14,0 Wochen. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 ist der durchschnittliche Auftragsbestand um 2,1 Prozent gesunken – nach einem Zuwachs von 7,9 Prozent im Vorjahr. Das gesamte Gewerbe und Handwerk hielt mit minus 0,2 Prozent nahezu das Vorjahresniveau.

Auffällig ist die Auftraggeberstruktur: 66 Prozent des Gesamtauftragsbestandes entfielen auf private und gewerbliche Auftraggeber, 24 Prozent auf öffentliche Bauprojekte über Generalunternehmer beziehungsweise Bauträger und zehn Prozent auf Direktvergaben durch Bund, Länder und Gemeinden. Die öffentliche Hand spielt für die Installateure damit eine deutlich größere Rolle als in anderen Gewerken.

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Bei der Auslastung zeigt sich eine breite Streuung: 37 Prozent der Betriebe meldeten einen Auftragsbestand von einer bis vier Wochen, bei 33 Prozent lag er bei fünf bis neun Wochen. 17 Prozent verfügten über eine Auslastung von zehn bis 19 Wochen, zehn Prozent über 20 und mehr Wochen. Drei Prozent der Betriebe hatten keinen Auftragsbestand. Freie Kapazitäten sind weiterhin vorhanden: 49 Prozent der Betriebe könnten sofort zusätzliche Aufträge ausführen, 39 Prozent innerhalb von drei Monaten. Im Vorquartal lag der Anteil der sofort verfügbaren Betriebe noch bei 61 Prozent.

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Pessimismus lässt leicht nach

Für das dritte Quartal 2026 rechnen 15 Prozent der Betriebe mit steigenden Auftragseingängen (Vorjahr: 8 Prozent), 52 Prozent erwarten keine Veränderung und 33 Prozent gehen von Rückgängen aus (Vorjahr: 26 Prozent). Per Saldo überwiegen die pessimistischen Einschätzungen um 18 Prozentpunkte – exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber dem Vorquartal (Saldo: minus 22 Prozentpunkte) hat der Pessimismus jedoch abgenommen. Im gesamten Gewerbe und Handwerk liegt der Erwartungssaldo bei minus elf Prozentpunkten.

Beim Personal zeigen sich die Betriebe trotz der angespannten Lage vergleichsweise einstellungsbereit: 30 Prozent planen für Juli bis September eine Aufstockung des Beschäftigtenstandes (Vorjahr: 40 Prozent), 65 Prozent wollen den Personalstand konstant halten, fünf Prozent planen einen Abbau. Die durchschnittlich geplante Erhöhung des Beschäftigtenstandes von 3,1 Prozent liegt unter dem Vergleichswert des Vorjahres (plus 4,4 Prozent).