Die langgestreckten Gebäude fügen sich unaufdringlich in die Landschaft ein. Die Fassade aus Naturstein harmoniert mit dem satten Grün der umliegenden Wiesen. Auf dem Dach der flachen Baukörper sorgen Solarmodule für Energie. Wir befinden uns in Serravalle Sesia, einem kleinen Ort im Piemont im Nordwesten Italiens. Genauer gesagt: im Parco Gessi, dem Firmensitz des Badspezialisten Gessi.

Design als Statement

So zurückhaltend sich die Architektur der Fabrik zeigt, das Design der Produkte der italienischen Nobelmarke ist es nicht. Als Umberto Gessi und sein Sohn Gian Luca 1992 einen kleinen Betrieb gründeten, traten sie in einen etablierten Markt ein. Armaturen waren vor allem funktionale Produkte. Gessi wollte sie stärker als Teil der Raumgestaltung positionieren. Die frühe Kollektion „Diverso“ stand für diesen Anspruch: Das Design sollte sich bewusst von der gewohnten Formensprache abheben. Mit „Rettangolo“ setzte das Unternehmen einige Jahre später auf klare, eckige Formen und neue Möglichkeiten, Wasser aus Wand, Boden oder Decke zu führen.

Jaqueline von Gessi
Jaqueline: Die Außenhaut besteht aus Bambuswurzeln, das Innere aus Edelstahl. © Gessi

Gessi sieht seine Stärke darin, Design und Technik zusammenzuführen – und das in sehr hoher Qualität. Die Produkte sollen nicht als Einzelstücke wirken, sondern sich in ein abgestimmtes Raumkonzept einfügen. Das Unternehmen denkt das Badezimmer als umfassenden Lebensraum: Armaturen, Waschbecken, Duschen und weitere Elemente folgen einer gemeinsamen gestalterischen Linie.

Design und Qualität

„Gessi steht für italienisches Design und höchste Qualität“, sagt Nino Hauenstein, verantwortlich für Business Development bei Gessi in Österreich. Man offeriert der Kundschaft zudem eine beachtliche Vielfalt. „Wir bieten 20 Produktlinien mit mehr als 30 verschiedenen Oberflächen“, erläutert Hauenstein weiter.

Parca Gessi im Piemont
Parco Gessi im Piemont: Die Fassade der Fabrik besteht aus Natursteinen. © Gessi

Die gut betuchte Klientel der Nobelmarke findet sich laut Christian Leitner vor allem in der gehobenen Hotellerie, dem hochwertigen Wohnbau und im Yachtbau. Leitner verantwortet beim Netzwerk für Gebäudetechnik (NFG), die bei der GC-Gruppe Österreich für das Projektgeschäft zuständig ist, den westösterreichischen Markt. Er betreut damit auch das Geschäft mit dem Hersteller aus dem Piemont, der in Österreich und Deutschland exklusiver Partner der GC-Gruppe ist.

Luxus geht immer

Und dieses Geschäft läuft gut. „Luxus geht immer“, meint Leitner. Er beobachtet eine Polarisierung am Markt: Viele Kunden schauen verstärkt auf den Preis, das mittlere Segment verliert, das hochwertige legt dagegen weiter zu. „Das Klientel für hochwertige Produkte ist vorhanden“, so Leitner. Der Umsatz mit Gessi-Produkten ist bei der GC-Gruppe Österreich im Vorjahr um mehr als zehn Prozent gewachsen und entwickelt sich auch heuer gut.

Das soll auch in Zukunft so bleiben. Gessi setzt dabei auf Innovationen und geht dabei immer wieder neue Wege, die den Markt überraschen. Dazu gehören Armaturen in Tropfenform, der Einsatz neuer Materialien wie Bambus oder eine Armatur, aus der man Kaffee beziehen kann. Sie soll demnächst auf den Markt kommen. Hauenstein: „Wir haben den Mut, neue Ideen umzusetzen und diesen Weg konsequent zu gehen.“