Johann Rettenbacher kurz und bündig zur Lage im Geschäft.

Wir hatten 2025 ein sensationelles Jahr. Der Start in 2026 war holprig, aber ich bin zuversichtlich für das Gesamtjahr.  

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Was heisst sensationell?

Was er genau unter „sensationell“ versteht …

Wir haben im Vorjahr unsere ambitionierten Ziele erreicht und in einigen Bereichen sogar übertroffen. Und das war gar nicht so einfach, weil wir ein umsatzstarkes Produkt – eine Großmaschine – aus dem Sortiment genommen haben. Wir sind dennoch um knapp zehn Prozent gewachsen. In unserer Branche, also im Bauzulieferbereich, ist das ein sehr gutes Ergebnis. Im Geschäft mit dem Fachhandel konnten wir 2025 besonders stark zulegen. Auch das Geschäft mit Slowenien, das über Österreich abgewickelt wird, hat sich hervorragend entwickelt.

… und was unter „holprig“:

Die ersten Monate im laufenden Jahr waren schwierig. Der Winter war stark, viele Baustellen standen still, und im Handel war eine gewisse Zurückhaltung spürbar. Dazu kam bei uns ein Sondereffekt: Einige größere Kunden haben ihre Bilanzstichtage auf den 31. März verschoben und zunächst Lagerbestände abgebaut, statt neu zu bestellen. Dadurch hatten wir im ersten Quartal ein Minus. Im April hat sich das aber deutlich verbessert. Wir konnten den Rückstand aufholen und liegen inzwischen wieder ungefähr auf Vorjahresniveau.

Ob er eine Verunsicherung durch den Irankrieg und dessen Folgen bei den Kunden spürt:

Teilweise schon, aber nicht dramatisch. Natürlich merken wir die steigenden Energiekosten und die Diskussionen rund um Preiserhöhungen. Gleichzeitig gilt in unserem Geschäft: Was kaputtgeht, muss ersetzt werden. Solange gearbeitet wird, werden Maschinen benötigt. Positiv wirkt sich derzeit aus, dass der Tiefbau und viele Sanierungsprojekte gut laufen. Straßen-, Tunnel- oder Brückensanierungen sorgen für Beschäftigung. Schwieriger bleibt der klassische Wohnbau. Dort fehlt derzeit einfach die Dynamik.

Welche Ziele er sich für Husqvarna in Österreich in den kommenden Jahren gesetzt hat:

Wir wollen den Marktanteil, den wir uns in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, halten und weiter auszubauen. Gleichzeitig müssen wir effizienter werden. Deshalb arbeiten wir zunehmend grenzüberschreitend. Kolleg*innen aus Deutschland unterstützen beispielsweise österreichische Regionen, wenn das geografisch sinnvoller ist. Damit sparen wir Zeit, Reisekosten und zusätzliche Personalkosten. Das ist Teil einer stärker vernetzten Organisation innerhalb des Konzerns.

Warum er keine Angst vor der Konkurrenz aus Fernost hat:

Wir müssen uns über Qualität differenzieren. Gerade im Wettbewerb mit günstigeren Importen aus Fernost ist es entscheidend, dass sich Kundinnen auf unsere Produkte verlassen können. Deshalb investieren wir stark in Entwicklung und Produktmanagement. Gleichzeitig erwarten die Kundinnen immer besseren Service und schnelle Unterstützung vor Ort. Das ist ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil europäischer Anbieter.

Was Husqvarna bei den Produkten plant:

Wir werden bis Ende des Jahres den neuen Abbruchroboter DXR 705 auf den Markt bringen. Mit ihm erweitern wir unser Portfolio nach oben. Bislang bieten wir drei verschiedene Größen von 600 Kilo bis zwei Tonnen an. Der DXR 705 ist eine deutlich größere Maschine mit fünf Tonnen Einsatzgewicht. Sie hat mehr Reichweite und Leistung. Außerdem bringen wir eine neue Generation großer Fugenschneider auf den Markt – mit einfacherer Bedienung, moderneren Motoren und zusätzlichen Sicherheitsfunktionen. Gleichzeitig reduzieren wir unser Sortiment gezielt. In manchen Bereichen haben wir zu viele Varianten, die wirtschaftlich wenig Sinn ergeben haben. Wir werden zum Beispiel unser Angebot bei den Power-Cuttern, wo wir weltweit die absolute Nummer eins sind, die „Komplexitätsreduzierung“ spürbar umsetzen.

Warum er für die kommenden Jahre zuversichtlich ist:

Natürlich ist die Stimmung in vielen Bereichen derzeit angespannt, aber wir dürfen nicht alles schwarzsehen. Wer heute stabil bleibt, effizient arbeitet und nah an den Kund*innen ist, hat gute Chancen. Ich glaube weiterhin daran, dass sich Qualität, Service und eine klare Strategie durchsetzen werden. Wichtig ist, dass wir realistisch bleiben und gleichzeitig positiv in die Zukunft schauen.