Die Zukunftsagentur Bau (ZAB) wollte es genau wissen: „Warum scheitern digitale Tools und KI am Bau oft schon an der Einführung, obwohl die Technik längst ausgereift ist? Das war die Fragen, mit man sich im Rahmen einer aktuellen Studie befasst hat. Die Ergebnisse liegen nun vor: „Es liegt selten an der Software selbst, sondern daran, wie ein Betrieb mit Veränderung umgeht“, so ZAB-Geschäftsführer Harald Kopececk. Mit dieser Studie befasst sich auch die Brennpunkt-Story in dieser Ausgabe auf den Seiten 18 und 19.
Nur acht Prozent
Die Bauzeitung hat die Studie zum Anlass genommen, das Thema KI am Bau in ihrer aktuellen Leser*innen-Umfrage aufzugreifen. „Wir arbeiten in unserem Betrieb bereits sehr intensiv mit KI“, lautete die erste Aussage, die abgefragt wurde. Die Antworten sind eher verhalten: Nur acht Prozent der Befragten stimmen ihr voll zu, 21 Prozent meinen, dass das eher zutrifft. 29 entscheiden sich für die Antwort „Teils/Teils“, die übrigen 42 Prozent für „trifft eher nicht zu“ oder „trifft überhaupt nicht zu“. Das bedeutet: Ein knappes Drittel der befragten Betriebe arbeitet bereits mehr oder weniger intensiv mit der KI, der Rest eher weniger oder viel weniger.
Warum sich die Unternehmen noch eher relativ zurückhaltend beim Einsatz der KI verhalten, könnte mit den Antworten auf die nächste Aussage zusammenhängen. Diese lautete: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über ausreichende Kenntnisse, um KI-Anwendungen sinnvoll einzusetzen.“ 42 Prozent reagieren auf diese Aussage mit „trifft überhaupt nicht zu“ (17 Prozent) oder „trifft eher nicht zu“ (25 Prozent). Weitere satte 37 Prozent entscheiden sich für „Teils/Teils“. Einigermaßen zufrieden mit der KI-Kompetenz der Belegschaft sind 17 Prozent. Sie wählen die Antworten „trifft eher zu“. „Trifft vollkommen zu“ wird nur von vier Prozent angeklickt. Fazit: Die KI-Kenntnisse der Mitarbeiter*innen sind noch ziemlich ausbaufähig.
Technisch besser
Etwas besser schaut es bei den technischen und organisatorischen Voraussetzungen für den Einsatz von KI in den Unternehmen aus. 37 Prozent und damit ein rundes Drittel stimmen der Aussagen, dass diese vorhanden sind, voll (acht Prozent) oder eher (29 Prozent) zu. 21 Prozent geben „Teils/Teils“ an, 29 Prozent „trifft eher nicht zu“ und 13 Prozent „trifft überhaupt nicht zu“.
Die Ergebnisse der Umfrage decken sich somit ziemlich genau mit jenen der ZAB-Studie: Der Einsatz der KI scheitert eher selten an der Technik, sondern vor allem an den Menschen, die sie einsetzen sollen. Das spiegeln auch die Antworten auf die letzte Frage wider: „Welche Hindernisse oder Risiken erschweren derzeit den Einsatz von KI in Ihrem Unternehmen?“
Faktor Mensch
Einige Antworten beziehen sich auf technische Aspekte oder den Datenschutz. Ein Beispiel dafür ist diese: „Hardware-Kosten, Einsatz von lokalen KI-Modellen wegen Datenschutz.“ Die meisten Aussagen sprechen aber den Faktor Mensch an: „Zu wenig Hintergrundwissen“, lautet eine Antwort, „mangelnde Grundlagenkenntnisse, zu schnelle und unübersichtliche Entwicklung, Interesse“ eine andere, „Angst vor der Veränderung bzw. vor ‚Unbekanntem‘, unterschiedliche Ausbildungsgrade“ eine weitere.
In einem Statement werden Zweifel an der Sinnhaftigkeit der KI deutlich: „Führungsebene und Mitarbeiter, Notwendigkeit“. Aus weiteren spricht glatte Ablehnung: „Keine Zeit, kein Interesse. Alles Blödsinn“, meint eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer. „Wir haben kein Vertrauen in KI. Es wird vor all den anderen von Betrügern eingesetzt“, lautet eine weitere Stellungnahme. Kürzer fällt diese aus: „Wir arbeiten nicht mit KI.“