Die Situation am österreichischen Arbeitsmarkt ist weiterhin herausfordernd. Für 88 Prozent ist es im Vergleich zum Vorjahr weiterhin schwierig, geeignetes Personal zu finden. Das geht aus der jüngsten Austrian-Business-Check-Umfrage des Kreditschutzverbands KSV1870 hervor. Insbesondere das „Mismatch“ zwischen der gesuchten, fachspezifischen Qualifikation und dem verfügbaren Personal ist aus Sicht des KSV1870 ein Knackpunkt. Darüber hinaus möchten im heurigen Jahr 57 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Mitarbeiterzahl halten. 12 Prozent wollen reduzieren und 13 Prozent planen einen Personalzuwachs. Zudem besetzen 74 Prozent der Befragten offene oder freiwerdende Stellen nicht vollständig nach – das sind laut dem Kreditschutzverband um fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Fachkräftemangel beschäftigt massiv

Der Fachkräftemangel zählt für jeden vierten Betrieb (23 Prozent) zu den größten Herausforderungen der unternehmerischen Gegenwart – und daran dürfte sich laut Einschätzung der Unternehmen in den kommenden Jahren auch nichts gravierend ändern. „Der Fachkräftemangel beschäftigt Österreichs Unternehmen weiterhin massiv. Noch stärker wirken derzeit nur das hohe Kostenniveau und die schwache Nachfrage in Form einer verhaltenen Auftragslage und deutlichen Konsumzurückhaltung“, meint Ricardo-José Vybiral, CEO des KSV1870

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Die angespannte Lage am Arbeitsmarkt zeigt sich auch daran, dass es im Vergleich zum Vorjahr für insgesamt neun von zehn Betrieben (88 Prozent) unverändert schwierig (64 Prozent) oder sogar schwieriger (24 Prozent) geworden ist, geeignete Mitarbeiter zu finden. Eine Verbesserung im Jahresvergleich konnten hingegen nur rund acht Prozent erkennen. „Der Mangel an Arbeitskräften ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern vielmehr ein strukturelles Problem, das auch dem demografischen Wandel geschuldet ist. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die Arbeit suchen, jedoch fehlen häufig die notwendigen Qualifikationen – auch in Anbetracht sich verändernder Berufsbilder. Diese Diskrepanz bremst Betriebe, erschwert ihre Entwicklung und kostet Wachstumspotenziale“, so Vybiral.

Baugewerbe betroffen

In Vorarlberg (insgesamt 97 Prozent) sowie im Gesundheits-/Sozialwesen (93 Prozent) und im Baugewerbe (91 Prozent) gestaltet sich die Personalsuche besonders schwierig. Als Hauptgründe für die komplizierte Personalsuche nannten die Befragten in erster Linie Defizite in puncto Qualifikation und Ausbildung, den Mangel an verfügbaren Fachkräften und eine sinkende Arbeitsmoral.

Laut der Austrian-Business-Check-Umfrage wollen 57 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiterzahl im laufenden Jahr unverändert lassen, während weitere zwölf Prozent einen Personalabbau in Erwägung ziehen. Besonders in der Bundeshauptstadt Wien zeigt sich ein Rückgang: Hier ziehen 16 Prozent der Betriebe eine Reduktion ihres Personalstands in Betracht. Aber auch die Branche Gastronomie und Beherbergung ist stark betroffen. Aufgrund finanzieller Engpässe planen dort 18 Prozent der Unternehmen einen (weiteren) Stellenabbau – trotz bereits bestehenden, erheblichen Arbeitskräftemangels. „Hohe Kosten und stagnierende Umsätze zwingen viele Unternehmen dazu, zusätzliche Ausgaben konsequent zu vermeiden. Das ist auch im Personalbereich spürbar“, sagt Vybiral. Im Gegensatz dazu rechnen österreichweit lediglich 13 Prozent der Betriebe mit einem Personalaufbau, während die Entwicklung bei den restlichen 18 Prozent von der wirtschaftlichen Lage im Jahresverlauf abhängt.

Kaum Spielraum

Dass finanzielle Spielräume vielerorts ausgeschöpft sind, zeigt sich aus Sicht des KSV1870 auch daran, dass 74 Prozent der Unternehmen offene bzw. freiwerdende Stellen nicht vollständig nachbesetzen. Obwohl dieser Wert im Jahr 2025 bereits sehr hoch war, stieg er im Jahresvergleich um weitere fünf Prozentpunkte. Vor allem im Verlags- und Medienwesen (94 Prozent), in der IT (87 Prozent) und in der Gastronomie und Beherbergung (83 Prozent) ist das überdurchschnittlich häufig der Fall – ebenso in Kärnten und im Burgenland (je 88 Prozent). Am ehesten werden freie Stellen in Salzburg vollständig nachbesetzt und im Bereich „Herstellung von Waren“. Dazu Vybiral:  „Die Vorsicht bei Nachbesetzungen mag aus einem wirtschaftlichen Kontext heraus nachvollziehbar sein, doch geht damit auch die Chance auf neue Ideen und frischen Wind verloren, die für den langfristigen Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit essenziell wären.“