Die Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat Anfang Juli beim traditionellen Konjunktur-Pressegespräch Zahlen der KMU Forschung Austria präsentiert. Sie zeigen für das Gewerbe und Handwerk insgesamt eine verhaltene Entwicklung mit ersten Lichtblicken im Baugewerbe, dessen Auftragsbestand um acht Prozent zulegte. Die branchenspezifischen Feindaten für die Schlosser, Metall- und Maschinenbautechnik, Land- und Baumaschinentechnik sowie Schmiede basieren auf den Meldungen von 109 Betrieben mit 2.652 Beschäftigten und zeigen eine Branche, die sich vergleichsweise robust hält.
Auftragseingänge stabil
Im ersten Quartal 2026 sind die Auftragseingänge der Metalltechnik-Betriebe gegenüber dem Vorjahresquartal nominell um 0,2 Prozent gesunken und lagen damit nahezu auf Vorjahresniveau. Das Minus fiel deutlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum (minus 2,7 Prozent) und auch geringer als im gesamten Gewerbe und Handwerk (minus 2,1 Prozent). 24 Prozent der Betriebe meldeten Steigerungen um durchschnittlich 13,4 Prozent, bei 44 Prozent lagen die Auftragseingänge auf Vorjahresniveau, und 32 Prozent verzeichneten Rückgänge um durchschnittlich 16,1 Prozent. Die Verkaufspreise wurden im Branchendurchschnitt um moderate 1,8 Prozent erhöht. Preisbereinigt ergibt sich ein reales Minus von 1,9 Prozent.

Maschinenschlosserei schwächelt
Der Blick auf die Geschäftsbereiche zeigt eine geteilte Branche. In der Maschinenschlosserei meldeten 47 Prozent der Betriebe sinkende Auftragseingänge, nur 18 Prozent verzeichneten Zuwächse. Auch die Bau- und Stahlschlosserei – für 75 Prozent der Betriebe ein relevanter Geschäftsbereich – blieb mit 33 Prozent sinkenden gegenüber 15 Prozent steigenden Meldungen unter Druck. Stabil zeigte sich die Sicherheitsschlosserei: 64 Prozent der Betriebe lagen dort auf Vorjahresniveau, nur 14 Prozent meldeten Rückgänge. Der positive Ausreißer ist der Handel, wo 33 Prozent der Betriebe steigende Auftragseingänge verzeichneten – der höchste Wert aller Geschäftsbereiche.
Im zweiten Quartal 2026 beurteilen 19 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut (Vorquartal: 14 Prozent), 46 Prozent als saisonüblich und 35 Prozent als schlecht (Vorquartal: 41 Prozent). Per Saldo überwiegen die Betriebe mit schlechter Geschäftslage um 16 Prozentpunkte – das ist schwächer als im gesamten Gewerbe und Handwerk (Saldo: minus acht Prozentpunkte), aber eine klare Verbesserung: Im Vergleich zum Vorquartal ist das Stimmungsbarometer gestiegen.

Auftragsbestand dreht ins Plus
Das stärkste Signal kommt vom Auftragsbestand: Im Branchendurchschnitt sichert er im zweiten Quartal 2026 eine Vollauslastung für 11,1 Wochen. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 ist der durchschnittliche Auftragsbestand um 4,3 Prozent gestiegen während das gesamte Gewerbe und Handwerk mit minus 0,2 Prozent knapp unter dem Vorjahresniveau blieb. Die Metalltechnik gehört damit neben dem Baugewerbe zu den Branchen, in denen sich das Auftragspolster wieder füllt.

78 Prozent des Gesamtauftragsbestandes entfielen auf private und gewerbliche Auftraggeber, zwölf Prozent auf öffentliche Bauprojekte über Generalunternehmer beziehungsweise Bauträger und zehn Prozent auf Direktvergaben durch Bund, Länder und Gemeinden.
Bei der Auslastung meldeten 36 Prozent der Betriebe einen Auftragsbestand von einer bis vier Wochen, bei 31 Prozent lag er bei fünf bis neun Wochen. 23 Prozent verfügten über eine Auslastung von zehn bis 19 Wochen, acht Prozent über 20 und mehr Wochen. Zwei Prozent der Betriebe hatten keinen Auftragsbestand. Freie Kapazitäten sind weiterhin reichlich vorhanden: 53 Prozent der Betriebe könnten sofort zusätzliche Aufträge ausführen, 37 Prozent innerhalb von drei Monaten.

Für das dritte Quartal 2026 rechnen 19 Prozent der Betriebe mit steigenden Auftragseingängen (Vorjahr: 12 Prozent), 49 Prozent erwarten keine Veränderung und 32 Prozent gehen von Rückgängen aus (Vorjahr: 30 Prozent). Per Saldo überwiegen die pessimistischen Einschätzungen um 13 Prozentpunkte. Das liegt über dem Niveau des Vorjahres (minus 18 Prozentpunkte) – gegenüber dem Vorquartal (Saldo: minus neun Prozentpunkte) hat der Pessimismus jedoch zugenommen. Im gesamten Gewerbe und Handwerk liegt der Erwartungssaldo bei minus elf Prozentpunkten.
Beim Personal dominiert die Stabilität: 76 Prozent der Betriebe wollen ihren Personalstand von Juli bis September konstant halten, 20 Prozent planen eine Aufstockung (Vorjahr: 23 Prozent), vier Prozent einen Abbau. Die durchschnittlich geplante Erhöhung des Beschäftigtenstandes von 1,5 Prozent liegt unter dem Vergleichswert des Vorjahres (plus 4,0 Prozent).