Die Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat Anfang Juli beim traditionellen Konjunktur-Pressegespräch Zahlen der KMU Forschung Austria präsentiert. Sie zeigen für das Gewerbe und Handwerk insgesamt eine verhaltene Entwicklung mit ersten Lichtblicken im Baugewerbe, dessen Auftragsbestand um acht Prozent zulegte. Die branchenspezifischen Feindaten für die Maler, Lackierer und Schilderhersteller, die auf den Meldungen von 85 Betrieben mit 1.011 Beschäftigten basieren, zeichnen ein zwiespältiges Bild: Die laufende Auslastung ist gut, der Blick nach vorn fällt jedoch skeptischer aus.

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© KMU Forschung Austria/WKO

Auftragseingänge im Rückwärtsgang

Im ersten Quartal 2026 sind die Auftragseingänge der Malerbetriebe gegenüber dem Vorjahresquartal nominell um 3,7 Prozent gesunken. Das ist ein deutlicher Rückschlag, nachdem die Branche im Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 1,8 Prozent verzeichnet hatte, und liegt auch unter der Entwicklung des gesamten Gewerbes und Handwerks (minus 2,1 Prozent). 13 Prozent der Betriebe meldeten Steigerungen, bei 55 Prozent lagen die Auftragseingänge auf Vorjahresniveau und 32 Prozent verzeichneten Rückgänge. Die Verkaufspreise wurden im Branchendurchschnitt um 3,4 Prozent erhöht. Preisbereinigt ergibt sich damit ein reales Minus von 6,9 Prozent.

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Beim Stimmungsbarometer halten sich Optimisten und Pessimisten exakt die Waage: Im zweiten Quartal 2026 beurteilen 19 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut, 62 Prozent als saisonüblich und 19 Prozent als schlecht. Der Saldo liegt damit bei null – deutlich besser als im gesamten Gewerbe und Handwerk mit minus acht Prozentpunkten. Im Vergleich zum Vorquartal ist das Stimmungsbarometer geringfügig gesunken.

Auftragsbücher gut gefüllt

Bei der laufenden Auslastung steht die Branche solide da: Im Branchendurchschnitt sichert der Auftragsbestand im zweiten Quartal 2026 eine Vollauslastung für 12,3 Wochen und liegt damit exakt auf dem Niveau des Vorjahres – während das gesamte Gewerbe und Handwerk ein leichtes Minus von 0,2 Prozent verzeichnete. Bemerkenswert ist die Verteilung: Kein einziger Betrieb war ohne Auftragsbestand, nur 14 Prozent meldeten eine Auslastung von einer bis vier Wochen. Bei 41 Prozent lag der Auftragsbestand bei fünf bis neun Wochen, 22 Prozent verfügten über eine Auslastung von zehn bis 19 Wochen – und 23 Prozent über 20 und mehr Wochen.

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Die gute Auslastung zeigt sich auch bei den freien Kapazitäten: Nur 23 Prozent der Betriebe könnten sofort zusätzliche Aufträge ausführen, im Vorquartal waren es noch 39 Prozent. 48 Prozent können innerhalb von drei Monaten zusätzliche Aufträge übernehmen, 20 Prozent in sechs und neun Prozent erst in neun Monaten.

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Auffällig ist die Auftraggeberstruktur: 66 Prozent des Gesamtauftragsbestandes entfielen auf private und gewerbliche Auftraggeber, 25 Prozent auf öffentliche Bauprojekte über Generalunternehmer beziehungsweise Bauträger und neun Prozent auf Direktvergaben durch Bund, Länder und Gemeinden. Rund ein Drittel des Auftragsvolumens hängt damit direkt oder indirekt an der öffentlichen Hand.

Öffentliche Hand trübt die Aussichten

Genau dort liegt das Risiko für die kommenden Monate. Für das dritte Quartal 2026 rechnen nur zehn Prozent der Betriebe mit steigenden Auftragseingängen (Vorjahr: 13 Prozent), 65 Prozent erwarten keine Veränderung und 25 Prozent gehen von Rückgängen aus (Vorjahr: 22 Prozent). Per Saldo überwiegen die pessimistischen Einschätzungen um 15 Prozentpunkte – ein schlechterer Wert als im Vorjahr (minus neun Prozentpunkte) und als im Vorquartal (minus drei Prozentpunkte). Das gesamte Gewerbe und Handwerk liegt bei minus elf Prozentpunkten.

Die Differenzierung nach Auftraggebergruppen zeigt, woher die Skepsis kommt: Beim Geschäft mit privaten und gewerblichen Auftraggebern erwarten 77 Prozent der Betriebe gleichbleibende Auftragseingänge, elf Prozent rechnen mit Zuwächsen und zwölf Prozent mit Rückgängen. Bei den öffentlichen Auftraggebern gehen dagegen 36 Prozent der Betriebe von sinkenden Auftragseingängen aus, nur zwei Prozent erwarten Steigerungen.

Beim Personal bleibt die Branche dennoch vergleichsweise einstellungsfreudig: 28 Prozent der Betriebe planen für Juli bis September eine Aufstockung des Beschäftigtenstandes (Vorjahr: 33 Prozent), 70 Prozent wollen den Personalstand konstant halten, zwei Prozent planen einen Abbau. Die durchschnittlich geplante Erhöhung des Beschäftigtenstandes von 4,5 Prozent liegt allerdings deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres (plus 9,1 Prozent).

Ein Blick auf die Bodenleger

Bei den Bodenlegern – die Feindaten basieren auf 44 Betrieben mit 479 Beschäftigten – hat sich die Stimmung deutlich aufgehellt: 28 Prozent beurteilen ihre Geschäftslage im zweiten Quartal als gut (Vorquartal: 8 Prozent), nur noch 20 Prozent als schlecht (Vorquartal: 34 Prozent). Per Saldo überwiegen die guten Beurteilungen um acht Prozentpunkte. Das Auftragspolster ist allerdings dünner als bei den Malern: Der Auftragsbestand sichert eine Vollauslastung für 7,9 Wochen und ist gegenüber dem Vorjahr um 11,2 Prozent gesunken. Mehr als die Hälfte des Bestandes hängt an der öffentlichen Hand – 42 Prozent entfallen auf öffentliche Bauprojekte über Generalunternehmer beziehungsweise Bauträger, neun Prozent auf Direktvergaben. Die Auftragseingänge gingen im ersten Quartal nominell um 2,0 Prozent zurück, real um 2,8 Prozent. Für das dritte Quartal überwiegen die pessimistischen Erwartungen um zehn Prozentpunkte – deutlich weniger als noch im Vorquartal (minus 29 Prozentpunkte). Bemerkenswert ist die Personalplanung: 25 Prozent der Betriebe wollen aufstocken, kein einziger plant einen Abbau. Die geplante Erhöhung des Beschäftigtenstandes von 6,5 Prozent liegt sogar über dem Vorjahreswert (plus 4,4 Prozent).

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